Krise setzt Italiens Weinsektor unter Druck
Rückläufige Exporte in die USA, sinkender Absatz und steigende Kosten belasten die Produzenten
Rückläufige Exporte in die USA, sinkender Absatz und steigende Kosten belasten die Produzenten im Weinland Italien. Immer mehr Winzer verzichteten auf die Abfüllung ihrer Weine, um die bereits hohen Lagerbestände in ihren Kellern nicht weiter anwachsen zu lassen und damit ihre Verluste zu vergrößern, warnen Branchenexperten, wie die APA berichtet.
Die Exporte in die USA verzeichneten besorgniserregende Rückgänge, während der italienische Binnenkonsum stagniere und die Kosten weiter stiegen. Nachlassendes Interesse junger Menschen für Weine und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein haben zu einem klaren Nahfragenrückgang geführt.
Vor allem hohe Energiepreise belasten die Branche
"Es handelt sich nicht um vorübergehende Schwierigkeiten, sondern um eine komplexe Krise: Ursachen, die weit auseinanderliegen, summieren sich und verstärken ihre Auswirkungen gegenseitig", so Giancarlo Gariglio, Herausgeber des "Slow Wine", des Weinführers der Organisation Slow Food, gegenüber der Tageszeitung "La Stampa". Die neue Ausgabe des "Slow Wine" ist bereits erschienen und wurde am vergangenen Samstag in Mailand offiziell vorgestellt.
Mehr als 130 Weingüter sind aus dem Weinführer ausgeschieden. Viele hätten sich angesichts stagnierender Märkte und gestiegener Kosten, insbesondere für Energie, selbst zurückgezogen. Die Entwicklung gilt als Spiegelbild der Krise, die den Weinsektor erfasst hat. Gleichzeitig verzeichnet der Weinführer 168 Neuzugänge.
Besonders stark vertreten sind dabei Winzer aus den süditalienischen Regionen Kalabrien und Sizilien. Die Gesamtzahl der erfassten Weingüter steigt damit trotz der zahlreichen Abgänge. Das zeige, dass Teile der Branche weiterhin von bemerkenswerter Widerstandskraft geprägt seien, meinen Experten.
Nach der Pandemie bis 2024 im Aufschwung
Die Entwicklung wirft jedoch die Frage auf, ob die Branche inzwischen das Ende des positiven Aufschwungs nach der Corona-Pandemie erreicht hat. Dieser hatte bis einschließlich 2024 angehalten, als der italienische Weinsektor einen Umsatz von 12 Milliarden Euro erreicht hatte. Zugleich lagen die operativen Margen bei mehr als 10 Prozent, und die Exporte legten gegenüber drei Jahren zuvor um 14 Prozent zu.
Besonders gefährdet sind laut "Slow Wine" kleine und mittlere Betriebe. Sie können die gestiegenen Produktionskosten häufig nicht vollständig über höhere Verkaufspreise ausgleichen. Nach den Preissprüngen beim Glas während und nach der Pandemie belasten die Unternehmen inzwischen vor allem die Energiekosten. (Schluss)
Die Exporte in die USA verzeichneten besorgniserregende Rückgänge, während der italienische Binnenkonsum stagniere und die Kosten weiter stiegen. Nachlassendes Interesse junger Menschen für Weine und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein haben zu einem klaren Nahfragenrückgang geführt.
Vor allem hohe Energiepreise belasten die Branche
"Es handelt sich nicht um vorübergehende Schwierigkeiten, sondern um eine komplexe Krise: Ursachen, die weit auseinanderliegen, summieren sich und verstärken ihre Auswirkungen gegenseitig", so Giancarlo Gariglio, Herausgeber des "Slow Wine", des Weinführers der Organisation Slow Food, gegenüber der Tageszeitung "La Stampa". Die neue Ausgabe des "Slow Wine" ist bereits erschienen und wurde am vergangenen Samstag in Mailand offiziell vorgestellt.
Mehr als 130 Weingüter sind aus dem Weinführer ausgeschieden. Viele hätten sich angesichts stagnierender Märkte und gestiegener Kosten, insbesondere für Energie, selbst zurückgezogen. Die Entwicklung gilt als Spiegelbild der Krise, die den Weinsektor erfasst hat. Gleichzeitig verzeichnet der Weinführer 168 Neuzugänge.
Besonders stark vertreten sind dabei Winzer aus den süditalienischen Regionen Kalabrien und Sizilien. Die Gesamtzahl der erfassten Weingüter steigt damit trotz der zahlreichen Abgänge. Das zeige, dass Teile der Branche weiterhin von bemerkenswerter Widerstandskraft geprägt seien, meinen Experten.
Nach der Pandemie bis 2024 im Aufschwung
Die Entwicklung wirft jedoch die Frage auf, ob die Branche inzwischen das Ende des positiven Aufschwungs nach der Corona-Pandemie erreicht hat. Dieser hatte bis einschließlich 2024 angehalten, als der italienische Weinsektor einen Umsatz von 12 Milliarden Euro erreicht hatte. Zugleich lagen die operativen Margen bei mehr als 10 Prozent, und die Exporte legten gegenüber drei Jahren zuvor um 14 Prozent zu.
Besonders gefährdet sind laut "Slow Wine" kleine und mittlere Betriebe. Sie können die gestiegenen Produktionskosten häufig nicht vollständig über höhere Verkaufspreise ausgleichen. Nach den Preissprüngen beim Glas während und nach der Pandemie belasten die Unternehmen inzwischen vor allem die Energiekosten. (Schluss)
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