Klimawandel im Futterbau: Salzburg und Bayern bündeln Kräfte
Über 150 Landwirtinnen und Landwirte diskutierten beim ersten Grünland- und Weidetag in Kleßheim über veränderte Schnittzeitpunkte, trockenheitstolerante Nachsaaten und Bodengesundheit.
Klimawandel im Futterbau: Salzburg und Bayern bündeln Kräfte beim ersten Grünland- und Weidetag
Salzburg/Kleßheim , 1. Oktober 2026 (aiz.info). - Der Grenzfluss Saalach trennt Salzburg und Bayern geografisch, die klimatischen und agronomischen Herausforderungen der Landwirtschaft machen an der Grenze jedoch nicht halt. Trockenheit, Wetterextreme, eine gesicherte Futterversorgung und die nötige Anpassung der Grünlandbestände beschäftigen Landwirte beiderseits der Grenze gleichermaßen. Aus diesem Anlass organisierten die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Kleßheim erstmals gemeinsam den salzburgisch-bayerischen Grünland- und Weidetag. Mehr als 150 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter folgten der Einladung zum fachlichen Austausch und zur grenzüberschreitenden Vernetzung.
Klimawandel verändert Vegetationsverlauf und Schnittzeitpunkte
Im fachlichen Schwerpunkt standen die Folgen der diesjährigen Trockenheit sowie praxistaugliche Anpassungsstrategien im Grünland. Die Ernte 2026 war in weiten Teilen Salzburgs durch erhebliche Niederschlagsdefizite geprägt: Im Landesschnitt fehlten rund 30 Prozent der üblichen Niederschläge, regional lag das Minus noch deutlich höher, was stellenweise zu massiven Schäden an den Beständen führte.
Die Fachexperten waren sich einig, dass sommerliche Trockenphasen und Wetterkapriolen künftig zunehmen werden. Zugleich verlängert sich die Vegetationsperiode, sodass sich die Erntefenster zunehmend von April bis tief in den Herbst erstrecken. Um Ertrag und Futterqualität abzusichern, gewinnt eine flexible, frühzeitige Nutzung an Gewicht. Entscheidend sei, den optimalen Schnitt- und Weidezeitpunkt nicht starr nach dem Kalender, sondern dynamisch nach dem Entwicklungsstadium des Bestandes zu wählen. Gerade im Frühjahr sichere ein rechtzeitiger erster Schnitt hohe Energie- und Eiweißgehalte.
„Die Herausforderungen im Grünland kennen keine Landesgrenzen. Umso wichtiger sind Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Weiterbildung über die Grenze hinweg. Die große Beteiligung hat gezeigt, wie groß das Interesse der Landwirte ist, gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, unterstrich LK-Salzburg-Präsident Rupert Quehenberger.
Praxis in Kleßheim: Robuste Arten, Feldfutterbau und Kalkung
Im praktischen Teil am Landesgut Kleßheim demonstrierten Fachleute konkrete Lösungsansätze für die Praxis. Besonderes Augenmerk galt gezielten Neu- und Nachsaaten mit trockenheitstoleranten Arten wie Knaulgras, Wiesenschwingel, Luzerne oder Rotklee, welche die Widerstandskraft der Grünlandnarbe gegenüber Trockenstress nachhaltig stärken. Neben der gezielten Sortenwahl wird nach Ansicht der Experten auch der Feldfutterbau künftig eine größere Rolle bei der Grundfutterabsicherung spielen.
Zudem wurde die elementare Bedeutung eines gesunden Bodens hervorgehoben: Eine bedarfsgerechte Kalkversorgung bildet die Grundvoraussetzung, um den pH-Wert zu stabilisieren, das Bodenleben zu aktivieren und den Nachsaaten einen optimalen Bodenschluss und Keimerfolg zu ermöglichen.
Die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband zogen ein durchwegs positives Fazit der Premiere. Die Herausforderungen im Futterbau seien diesseits und jenseits der Saalach nahezu deckungsgleich – der gemeinsame Erfahrungsschatz biete wertvolle Synergien für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe. (Schluss)
Salzburg/Kleßheim , 1. Oktober 2026 (aiz.info). - Der Grenzfluss Saalach trennt Salzburg und Bayern geografisch, die klimatischen und agronomischen Herausforderungen der Landwirtschaft machen an der Grenze jedoch nicht halt. Trockenheit, Wetterextreme, eine gesicherte Futterversorgung und die nötige Anpassung der Grünlandbestände beschäftigen Landwirte beiderseits der Grenze gleichermaßen. Aus diesem Anlass organisierten die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Kleßheim erstmals gemeinsam den salzburgisch-bayerischen Grünland- und Weidetag. Mehr als 150 Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter folgten der Einladung zum fachlichen Austausch und zur grenzüberschreitenden Vernetzung.
Klimawandel verändert Vegetationsverlauf und Schnittzeitpunkte
Im fachlichen Schwerpunkt standen die Folgen der diesjährigen Trockenheit sowie praxistaugliche Anpassungsstrategien im Grünland. Die Ernte 2026 war in weiten Teilen Salzburgs durch erhebliche Niederschlagsdefizite geprägt: Im Landesschnitt fehlten rund 30 Prozent der üblichen Niederschläge, regional lag das Minus noch deutlich höher, was stellenweise zu massiven Schäden an den Beständen führte.
Die Fachexperten waren sich einig, dass sommerliche Trockenphasen und Wetterkapriolen künftig zunehmen werden. Zugleich verlängert sich die Vegetationsperiode, sodass sich die Erntefenster zunehmend von April bis tief in den Herbst erstrecken. Um Ertrag und Futterqualität abzusichern, gewinnt eine flexible, frühzeitige Nutzung an Gewicht. Entscheidend sei, den optimalen Schnitt- und Weidezeitpunkt nicht starr nach dem Kalender, sondern dynamisch nach dem Entwicklungsstadium des Bestandes zu wählen. Gerade im Frühjahr sichere ein rechtzeitiger erster Schnitt hohe Energie- und Eiweißgehalte.
„Die Herausforderungen im Grünland kennen keine Landesgrenzen. Umso wichtiger sind Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Weiterbildung über die Grenze hinweg. Die große Beteiligung hat gezeigt, wie groß das Interesse der Landwirte ist, gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln“, unterstrich LK-Salzburg-Präsident Rupert Quehenberger.
Praxis in Kleßheim: Robuste Arten, Feldfutterbau und Kalkung
Im praktischen Teil am Landesgut Kleßheim demonstrierten Fachleute konkrete Lösungsansätze für die Praxis. Besonderes Augenmerk galt gezielten Neu- und Nachsaaten mit trockenheitstoleranten Arten wie Knaulgras, Wiesenschwingel, Luzerne oder Rotklee, welche die Widerstandskraft der Grünlandnarbe gegenüber Trockenstress nachhaltig stärken. Neben der gezielten Sortenwahl wird nach Ansicht der Experten auch der Feldfutterbau künftig eine größere Rolle bei der Grundfutterabsicherung spielen.
Zudem wurde die elementare Bedeutung eines gesunden Bodens hervorgehoben: Eine bedarfsgerechte Kalkversorgung bildet die Grundvoraussetzung, um den pH-Wert zu stabilisieren, das Bodenleben zu aktivieren und den Nachsaaten einen optimalen Bodenschluss und Keimerfolg zu ermöglichen.
Die Landwirtschaftskammer Salzburg und der Bayerische Bauernverband zogen ein durchwegs positives Fazit der Premiere. Die Herausforderungen im Futterbau seien diesseits und jenseits der Saalach nahezu deckungsgleich – der gemeinsame Erfahrungsschatz biete wertvolle Synergien für die Zukunft der bäuerlichen Betriebe. (Schluss)
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