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Wien, 22. September 2026 (aiz.info)

Kartoffelmarkt: Drastische Ernteeinbußen bei stabilen Erzeugerpreisen

Hitzeschäden und Drahtwurm halbieren vielerorts die Erträge - der Handel erwägt bereits erste Importe für Diskonter, um Versorgungsengpässe abzuwenden.

Der österreichische Speisekartoffelmarkt befindet sich mitten in der Haupternte. Bei etwas niedrigeren Tagestemperaturen und regionalen Niederschlägen liefen die Erntemaschinen zuletzt vielerorts auf Hochtouren. Die befürchteten schwachen Hektarerträge in den nicht bewässerten Gebieten haben sich vielerorts leider bestätigt. Nach jüngsten Schätzungen dürften die heimischen Speisekartoffelbauern heuer gerade einmal zwischen einem Drittel und der Hälfte des langjährigen Durchschnitts einfahren. Zudem wird von zunehmenden Problemen mit Drahtwurmbefall und diversen anderen Qualitätsbeeinträchtigungen berichtet. Die Einlagerungsmengen bei den Händlern sind entsprechend gering und werden für die durchgehende Versorgung des heimischen Marktes nicht ausreichen. Um einem Engpass im kommenden Jahr vorzugreifen, gibt es im Handel bereits Überlegungen, in nächster Zeit in der Diskontschiene auf Importware zurückzugreifen. Bei den Erzeugerpreisen gab es in der vergangenen Woche keine Änderungen. In Niederösterreich wurden zu Wochenbeginn für Speisekartoffeln meist 32 bis 35 €/100 kg bezahlt; für sehr schöne Partien sind auch höhere Preise erzielbar. In Oberösterreich lag das Preisniveau zuletzt bei 35 €/100 kg.

Am deutschen Speisekartoffelmarkt haben sich in der vergangenen Woche kaum Veränderungen ergeben. Die Rodebedingungen sind oftmals sehr gut, nur im Süden gibt es regional weiterhin Probleme, da die Böden dort noch immer zu trocken sind. Das Angebot an Speisekartoffeln nimmt mit der laufenden Ernte stetig zu, wobei ein Großteil dieser Ware momentan jedoch eingelagert wird. Angesichts der europaweit knappen Versorgungssituation hoffen anscheinend viele Betriebe auf entsprechende Lageraufschläge in den kommenden Monaten. Abseits der Einlagerung wird auch sonst überall im Land von einer guten Nachfrage berichtet. Bevorratungsaktionen des LEH sorgen für Impulse, und der übergebietliche Versand sowie die Exporte laufen weiterhin in größeren Mengen als in einem normalen Jahr. Entsprechend stabil zeigten sich die Erzeugerpreise. Im Bundesdurchschnitt lagen die Preise für Speisekartoffeln zuletzt bei 27 bis 30 €/100 kg. (Schluss)
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