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Wien, 30. Jänner 2026 (aiz.info)

Johann Schlederer - Ein Berufsleben für die österreichische Schweinewirtschaft

Der Branchenverband "Schweinehaltung Österreich" mit einem Rückblick anlässlich der Pensionierung des Experten

Mit Ende Jänner 2026 tritt Johann Schlederer nach 31 Jahren an der Spitze des VLV sowie der Österreichischen Schweinebörse die Pension an. Der Branchenverband "Schweinehaltung Österreich" mit einem Rückblick auf seine Karriere. 

Johann Schlederer wurde am 20. Jänner 1961 in Andorf, Oberösterreich, geboren. 1980 maturierte er an der HLBLA St. Florian. 1989 schloss er das Diplomstudium der Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien ab, wo er 2010 auch den Doktortitel erlangte. Schlederer erbrachte in über drei Jahrzehnten beruflicher Tätigkeit enorme Leistungen für die österreichische Landwirtschaft, insbesondere für den Erhalt der heimischen Schweineproduktion. 

Seit 1989 war Schlederer bei der landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaft Verband Landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) in Oberösterreich tätig.  In seinen ersten Dienstjahren entwickelte er das Markenprogramm Gustino, ein wichtiger Vorreiter für das AMA-Gütesiegel und andere Markenprogramme. 1995 übernahm Schlederer die Geschäftsführung des VLV, sowie die Sprecherrolle in der bundesweiten Plattform Österreichische Schweinebörse. Im Jahr des EU-Beitritts Österreichs 1995 begleitete Schlederer fundamentale Veränderungen in der Vermarktung von Schweinen, v.a. die Umstellung der Klassifizierung von Handelsklassen auf eine Vergütung basierend auf dem Muskelfleischanteil, sowie die Entwicklung einer Preismaske. Hier setzte er sich immer für eine gerechte Abgeltung der Landwirtinnen und Landwirte ein.

Seit 1995 ist Schlederer auch verantwortlich für die wöchentliche Verhandlung eines Notierungspreises für Schlachtschweine. Dieser Preis dient seit Jahrzehnten als Orientierung für die gesamte österreichische Fleischwirtschaft. Außerdem übernahm Schlederer seither auch die Rolle des Marktberichterstatters, und erklärte in zahllosen Fachmedien regelmäßig aktuelle Marktentwicklungen für ein agrarisches Publikum. 

Mit dem EU-Beitritt erkannte Schlederer auch die Notwendigkeit einer internationalen Vernetzung. Schlederer ist eine über die Grenzen von Österreich und Europa hinaus anerkannte Persönlichkeit mit einem umfassenden Netzwerk in den Bereichen Landwirtschaft und Fleischwirtschaft. Beispielhaft sei an dieser Stelle seine Tätigkeit als Vertreter Österreichs in der Arbeitsgruppe für Schweinefleisch der COPA-COGECA in Brüssel genannt, in der er von 2020 bis 2025 als Vizepräsident fungierte. Am betriebswirtschaftlichen Netzwerk InterPIG arbeitete er seit 2004 mit und holte im Rahmen des jährlichen INTERPIG-Treffens zuletzt 2025 100 Expertinnen und Experten aus 23 Ländern nach Österreich. Das in internationalen Netzwerken gewonnene Wissen nutzte Schlederer stets, um österreichischen Bauern und Bäuerinnen komplexe Zusammenhänge darzulegen. 

Schlederer war seit 1995 auch Vorstandsmitglied der Schweinehaltung Österreich, vormals Verband Österreichischer Schweinebauern. Er vertrat in prominenter Position die Interessen der heimischen Landwirtschaft, beispielsweise in der Erstellung des Bundestierschutzgesetzes (2005), in der Debatte um Kastenstände (2013), in der Erwirkung eines gerechten Verlustersatzes für die Landwirtschaft während der Corona-Pandemie (2021) sowie in der Erarbeitung einer zukunftsfähigen Lösung im Bereich der Vollspaltenböden (2025). 

Schlederer war während seiner gesamten Laufbahn ein gefragter Erklärer der österreichischen Schweinehaltung in den Medien. Er absolvierte zahlreiche Interviews in Zeitungen, Radio und Fernsehen und leistete somit einen wichtigen Beitrag zur Wissensvermittlung über Landwirtschaft in der allgemeinen Bevölkerung. 

2013 war Schlederer Mitbegründer des Vereins Donausoja. Ziel ist die Förderung des Sojaanbaus in Europa und somit langfristig die Stärkung der Unabhängigkeit der heimischen Tierhaltung von globalen Lieferketten. Schlederer gilt außerdem als Unterstützer der ersten Stunde sowie stetiger Verfechter des AMA-Gütesiegels, das für den Erhalt der heimischen Landwirtschaft nach dem EU-Beitritt unabdinglich war. 2016 war er beispielsweise maßgeblich an der Diversifizierung des Gütesiegels durch die Schaffung von Modulen beteiligt.

Die Nachfolge von Schlederer wird vielfältig geregelt. Im VLV übernimmt Johannes Gangl die Geschäftsführung. In der Österreichischen Schweinebörse eGen tritt künftig Raimund Tschiggerl, Geschäftsführer der Styriabrid GmbH, als Geschäftsführer und Sprecher auf. In internationalen Gremien vertritt Michael Klaffenböck, Geschäftsführer der Schweinehaltung Österreich, ab sofort die heimische Schweinewirtschaft. (Schluss)
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