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Korneuburg, 22. Juni 2026 (aiz.info)

Invasive Art auf dem Vormarsch: Biologische Lösung gegen den Götterbaum

RWA-Tochter biohelp bietet gemeinsam mit der BOKU entwickeltes Verfahren auf Pilzbasis zur Bekämpfung höchstproblematischer Baumart

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) wächst schnell und überall, verdrängt heimische Baumarten und lässt sich in seiner Ausbreitung kaum stoppen: Für Kommunen, Gemeinden, Infrastruktur, die Land- und Forstwirtschaft und Privatpersonen in ganz Europa wird die aus China stammende Laubbaum-Art und ihre Wurzeln immer mehr zu einem Problem. Aktuelle Daten des Pollenservice Wien der MedUni Wien zeigen, dass steigende Temperaturen und längere Vegetationsperioden die Ausbreitung der invasiven Baumart zusätzlich begünstigen. An ihrer Rolle als Allergie-Booster, ähnlich dem ebenfalls hochinvasiven Ragweed, wird derzeit intensiv geforscht. Mit Ailantex® steht eine in Österreich entwickelte biologische Bekämpfungsmethode gegen die hochinvasive Baumart zur Verfügung, die von Forschenden der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) entwickelt wurde. Registrierung und Vertrieb erfolgen durch die biohelp GmbH, ein Tochterunternehmen der RWA. Seit 2017 ist das biologische Produkt Ailantex® zur Bekämpfung des Problembaums im Einsatz.

„Der Götterbaum zeigt exemplarisch, wie sich ökologische Herausforderungen durch den Klimawandel verschärfen können. Umso wichtiger ist es, dass Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam Lösungen entwickeln, die wirksam und zugleich umweltverträglich sind“, sagt Christoph Metzker, Vorstandsdirektor der RWA Raiffeisen Ware Austria. „Ailantex® ist ein Beispiel für die nachhaltige Innovationskraft der RWA durch starke Kooperationen und Forschungspartnerschaften: Dass ein Produkt aus Österreich europaweit Beachtung findet, unterstreicht unseren Anspruch, bei praxisnahen Lösungen in den Lead zu gehen“, so Metzker.

Österreichische Innovation gegen invasive Arten

„Die Erfahrungen aus den ersten Anwendungsjahren zeigen: Wir bieten eine Lösung an, die in der Praxis funktioniert. Ailantex® vereint Natur und Technologie, um die Ausbreitung des Götterbaums nachhaltig einzudämmen“, betont Michael Groß, Geschäftsführer biohelp GmbH.

Zahlreiche Anwender aus Gemeinden, Infrastrukturunternehmen, sowie im Landwirtschafts- und Forstbereich berichten von sichtbaren Erfolgen mit Ailantex® bei der Eindämmung der aggressiven Pflanze.  Im Gegensatz zu flächigen chemischen Anwendungen erfolgt die Behandlung punktgenau direkt am Baum. Eingesetzt werden kann das Mittel in Forst, Nichtkulturland (Gleisanlagen), auf landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen (z.B. Leitungstrassen), im Zierpflanzenbau, auf Wegen und Plätzen, sowie im Wein- und Obstbau (Kern-, Stein- und Beerenobst, Walnüsse).

Stark gegen Problembaum: Von der Forschung in die Anwendung

Bereits 2011 startete die BOKU Wien Forschungsarbeiten mit dem Ziel, eine Alternative zu chemischen Bekämpfungsmethoden zu entwickeln. Das Ergebnis ist Ailantex®, ein biologisches Verfahren auf Basis eines natürlich vorkommenden Welkepilzes. Der Pilz wird gezielt in den Stamm des Götterbaums eingebracht und breitet sich über das Leitgewebe der Pflanze aus. Dadurch kommt es zu Welkeerscheinungen und in weiterer Folge zum Absterben des Baumes. Umfangreiche Untersuchungen belegen eine hohe Wirtsspezifität gegenüber dem Götterbaum.
 
Da die reguläre EU-Zulassung derzeit noch ausständig ist, wurde Ailantex® in mehreren Ländern im Rahmen von Notfallzulassungen genehmigt – neben Österreich auch in Tschechien, der Slowakei, Frankreich, Deutschland sowie im Jahr 2024 in Griechenland. Internationale Versuche finden unter anderem in Kroatien, Ungarn, Spanien, Griechenland, Deutschland und der Schweiz statt. In weiteren Ländern befinden sich zusätzliche Versuchsvorhaben und Notfallzulassungen in Planung oder bereits in konkreten Gesprächen
 
Isoliert wurde der Welkepilz erstmals 2011 durch Wissenschaftler des IFFF der BOKU, die darauf basierend Ailantex® entwickelten. Mit steigender Nachfrage nach einem Mittel gegen den Götterbaum entstand die Kooperation mit biohelp zur Europäischen Zulassung und Vermarktung des Produkts. Produziert wird das Mittel in Österreich. (Schluss)
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