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Wien, 19. August 2026 (aiz.info)

Inflation in Österreich im Juli 2026 bei 2,8 %

Nahrungsmittelpreise dämpfen Inflation

Wien, 19. August 2026 (aiz.info). -Laut Statistik Austria lag der Verbraucherpreisindex (VPI 2025) im Juli 2026 bei 103,1 Punkten. Die Preise waren damit im Schnitt um 2,8 % höher als im Juli  2025. Im Vergleich zum Vormonat Juni 2026 blieb das durchschnittliche Preisniveau im Juli  unverändert. 

„Im Juli 2026 lag die Inflation in Österreich bei 2,8 % und war damit um 0,1 Prozentpunkte höher als in der Schnellschätzung Ende Juli erwartet. Im Juni hatte die Teuerung noch 3,2 % betragen. Rund die Hälfte des Rückgangs ist auf die leicht gesunkenen Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Dabei spielte die Senkung  der Mehrwertsteuer ab 1. Juli 2026 auf Grundnahrungsmittel von 10 % auf 4,9 % eine wesentliche Rolle“,  so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.  

Bereinigt um die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln läge die Inflation bei 3,0 % 

Die Preise für Verkehr stiegen im Juli durchschnittlich um 6,4 % (Einfluss: +0,89 Prozentpunkte) und damit  etwas weniger kräftig als im Juni (+6,5 %; Einfluss: +0,92 Prozentpunkte). Sie erwiesen sich damit weiter als  bedeutendster Treiber der Inflation im Jahresvergleich. Ausschlaggebend für das kleinere Plus waren die  Flugtickets, deren Preise mit +15,5 % (Einfluss: +0,10 Prozentpunkte) weniger stark stiegen als im Juni  +22,4 % (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Auch bei Reparaturen privater Verkehrsmittel ließ der Preisdruck  etwas nach (Juli: +4,0 %, Einfluss: +0,08 Prozentpunkte; Juni: +4,3 %, Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Die  Treibstoffpreise hingegen stiegen um 17,6 % (Einfluss: +0,50 Prozentpunkte), somit etwas kräftiger als im  Juni (+16,3 %; Einfluss: +0,48 Prozentpunkte). Die Preise gebrauchter Kraftwagen sinken weiterhin (Juli:  −1,2 %; Juni: −2,1 %), bei neuen Pkw blieb die Teuerung beinahe gleich hoch (Juli: +0,9 %; Juni: +1,0 %). 

Der Bereich Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe verteuerte sich mit +2,7 % (Einfluss:  +0,57 Prozentpunkte) schwächer als im Juni (+3,0 %; Einfluss: +0,63 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren die Mieten, die um 4,4 % stiegen (Einfluss: +0,24 Prozentpunkte), etwas weniger stark als im Juni (+5,0 %; Einfluss: +0,28 Prozentpunkte). Die Teuerung für die Instandhaltung von Wohnungen hingegen fiel mit +3,3 % exakt gleich hoch aus wie im Juni (Juli und Juni: Einfluss: +0,21 Prozentpunkte). Die Preise für Haushaltsenergie sanken mit −0,6 % (Einfluss: −0,03 Prozentpunkte) fast in gleichem Ausmaß wie im Juni (−0,4 %; Einfluss: −0,02 Prozentpunkte). Die Strompreise dämpften die Inflation mit annähernd gleicher Stärke wie zuletzt (Juli: −10,4 %, Juni: −10,2 %; Einfluss Juli und Juni: −0,26 Prozentpunkte), wobei insbesondere die ab Jänner 2026 wirksamen Reduzierungen der Elektrizitätsabgabe sowie des Erneuerbaren-Förderbeitrags weiterhin preisdämpfend wirkten. Für zusätzliche preisdämpfende Effekte sorgten ab April 2026 die Einführung eines Sozialtarifs für von der ORF-Gebühr befreite Haushalte (etwa 7 % der Haushalte) sowie die Einführung des Sommer-Netztarifs, der bis inklusive September in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr ein um 20 % reduziertes Netzentgelt vorsieht. Konstant blieb das Plus bei den Gaspreisen (Juli und Juni: +4,6 %). Geringere Preiszuwächse zeigten sich beim Heizöl (+26,9 %, Einfluss: +0,09 Prozentpunkte; Juni: +32,6 %, Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Bei festen Brennstoffen hingegen nahm der Preisdruck etwas zu (Juli: +13,1 %; Juni: +11,1 %), ebenso bei der Fernwärme (Juli: +2,1 %; Juni: +1,9 %). 

Die Preise für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen um 4,6 % (Einfluss: +0,56 Prozentpunkte; Juni: +4,5 %; Einfluss: +0,57 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich mit +4,3 % (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte) merklich kräftiger als im Juni (+3,4 %; Einfluss: +0,06Prozentpunkte). Bei Gastronomiedienstleistungen hingegen nahm der Preisdruck etwas ab (Juli: +4,6 %, Einfluss: +0,47 Prozentpunkte; Juni: +4,8 %; Einfluss: +0,51 Prozentpunkte).  

Im Bereich Gesundheit stiegen die Preise durchschnittlich um 4,6 % (Einfluss: +0,25 Prozentpunkte), etwas stärker als im Juni (+4,4 %; Einfluss: +0,24 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren deutliche Preiszuwächse bei Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (Juli: +2,3 %, Einfluss: +0,05 Prozentpunkte; Juni: +1,4 %; Einfluss: +0,03 Prozentpunkte). Ambulante Gesundheitsdienstleistungen hingegen verteuerten sich mit +6,8 % (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte) etwas weniger als im Juni (+7,4 %; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Für stationäre Gesundheitsdienstleistungen musste um 5,0 % mehr gezahlt werden, ähnlich hoch war der Anstieg im Juni (+4,9 %; Einfluss Juli und Juni: +0,08 Prozentpunkte). 

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verbilligten sich durchschnittlich um 0,4 % (Einfluss: −0,04 Prozentpunkte), nachdem sie sich im Juni noch um 1,3 % verteuert hatten (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren günstigere Nahrungsmittel (−0,5 %, Einfluss: −0,05 Prozentpunkte; Juni: +1,5 %, Einfluss: +0,16 Prozentpunkte), wozu die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10,0 %auf 4,9 % ab 1. Juli 2026 wesentlich beitrug. Diese Reduktion manifestierte sich bei den Veränderungsratenvon Milch und Eiern (−3,2 %; Juni: +1,5 %), von Getreide und Getreideerzeugnissen (−0,5 %; Juni: +2,2 %), von Gemüse (−2,8 %; Juni: ±0,0 %), von Speisefetten und -ölen (−12,9 %; Juni: −11,2 %) sowie von Obst (+1,7 %; Juni: +2,9 %). Beim von der Senkung nicht betroffenen Fleisch nahm der Preisdruck ebenfalls ab (+1,7 %; Juni: +2,6 %). Alkoholfreie Getränke hingegen verteuerten sich durchschnittlich um 0,4 % 
(Einfluss: +0,01 Prozentpunkte), nachdem deren Preise im Juni noch um 0,3 % gesunken waren (Einfluss: ±0,00 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung von Kaffee (+2,6 %; Juni: −0,5 %).

Im Schnitt unveränderte Preise von Juni 2026 auf Juli 2026 

Hauptpreistreiber im Vergleich zum Vormonat Juni 2026 waren teurere Pauschalreisen (durchschnittlich +11,8 %; Einfluss: +0,29 Prozentpunkte). Als Hauptpreisdämpfer im Vergleich zum Vormonat erwiesen sich aufgrund des Schlussverkaufs niedrigere Preise für Bekleidung (durchschnittlich −11,9 %; Einfluss: −0,35 Prozentpunkte).  

Inflation laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Juli 2026 bei 2,7 % 

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2025) lag im Juli 2026 bei 102,59 (Juni: revidiert 102,99). Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,7 % (Juni: 3,2 %) und war damit etwas geringer als jene des Verbraucherpreisindex (VPI). Preisanstiege für Instandhaltungen von Wohnungen sowie für Versicherungen (jeweils geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften den HVPI gegenüber dem VPI. Teuerungen für Flugtickets sowie für Gastronomiedienstleistungen hingegen (jeweils größere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI gegenüber dem VPI.

Täglicher Einkauf günstiger als im Juli vor einem Jahr 

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der den täglichen Einkauf widerspiegelt und überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, ging im Juli im Jahresabstand um 1,4 % zurück. Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um 3,2 %. (Schluss)
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