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Linz, 27. Oktober 2026 (aiz.info)

Holzmarkt ist aktuell gespalten

Hoher Bedarf nach Industrierundholz - Schnittholz-Absatz massiv unter Druck

Der Holzmarkt präsentiert sich zum Start der Holzernte-Saison zweigeteilt: Während die Nachfrage der Sägeindustrie aufgrund der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und eines schwierigen internationalen Marktumfelds unter Druck steht, bleibt der Bedarf der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sowie der Pellets-Hersteller hoch. Entsprechend sind die Preise für Nadelsägerundholz seit Jahresbeginn gesunken, während Faserholz deutlich an Wert gewonnen hat. Für Oberösterreichs Waldbäuerinnen und Waldbauern bedeutet das: Gezielte Durchforstungen bieten auch im kommenden Winter interessante Vermarktungsmöglichkeiten.

„Die heimischen Waldbäuerinnen und Waldbauern gehen mit unterschiedlichen Vorzeichen in die kommende Wintersaison. Beim Sägerundholz müssen wir mit einem etwas schwächeren Preisniveau rechnen, gleichzeitig bietet die starke Nachfrage nach Faserholz gute Absatzchancen. Jetzt gilt es, notwendige Durchforstungen konsequent umzusetzen und die Bestände klimafit weiterzuentwickeln. Die vergangenen Trockenjahre und die zunehmende Gefahr durch Borkenkäfer zeigen, wie wichtig eine aktive Waldbewirtschaftung für stabile und widerstandsfähige Wälder ist“, erläutert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.

Waldarbeit findet verstärkt im Winter statt

Die Holzernte findet mittlerweile über den gesamten Jahresverlauf statt. Im bäuerlichen Wald konzentriert sich die Waldarbeit aufgrund der anderen Betriebssparten dennoch verstärkt auf Spätherbst und Winter. Das Jahr 2026 hat gut begonnen: Steigende Preise und gute Bringungsverhältnisse durch Frostperioden boten zu Jahresbeginn attraktive Bedingungen für die Holzernte. Entsprechend stark war das Holzaufkommen im ersten Quartal. Die entstandenen Waldlager konnten noch vor Schwärmbeginn des Borkenkäfers im April abtransportiert und von der Säge- und Papierindustrie übernommen werden. Die Läger der Sägeindustrie waren damit gut gefüllt, was ab Mai zu Preisreduktionen beim Nadelsägerundholz geführt hat. Der Sommer war von preislicher Konstanz geprägt. Anfallendes Käferholz und das durch lokale Gewitterstürme entstandene Schadholz konnten rasch am Holzmarkt untergebracht werden, verbesserten aber zugleich die Versorgungslage der Sägeindustrie.

Schwache Konjunktur drückt den Schnittholz-Absatz

Der Schnittholzabsatz steht aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise massiv unter Druck. Durch den Irankrieg drängen zudem Holzmengen anderer Staaten nach Mitteleuropa, die normalerweise im Nahen Osten abgesetzt wurden. Die Forstbranche ist deshalb mit Beginn des vierten Quartals mit Preisrücknahmen konfrontiert. Aktuell liegt das Preisniveau für das Leitsortiment Fichte, Güteklasse B, Media 2b, im Bereich von 115 bis 120 Euro je Festmeter. Das ist rund zehn Euro niedriger als zu Jahresbeginn.

Nachfrage nach Industrieholz steigt

Konträr ist die Versorgungslage der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie. Geringere Einschnittmengen der Sägeindustrie und steigende Pelletsproduktion reduzieren die Verfügbarkeit von Sägenebenprodukten. Dies erhöht den Bedarf an Industrierundholz aus dem Wald. Für frisches Nadelfaserholz wird aktuell rund 115 Euro je Atrotonne bezahlt. Das ist um rund 25 Euro mehr als zu Jahresbeginn. Der kommende Winter sollte deshalb verstärkt für anstehende Durchforstungen genutzt werden, welche waldbaulich erforderlich sind, um langfristig stabile Waldbestände zu erhalten.

Dürre und Borkenkäfer fordern den Wald weiterhin

Die durch die Trockenheit und den Borkenkäfer verursachten Mengen an Schadholz waren zwar geringer als befürchtet, spurlos am Wald vorübergegangen ist die Dürre aber nicht. 2026 war durch verstärktes Auftreten des Kupferstechers geprägt, ein Borkenkäfer, der vor allem den Kronenbereich und jüngere Bäume befällt. Darüber hinaus wurden vermehrt Schäden durch den Tannenborkenkäfer beobachtet. Die weitere Entwicklung der Borkenkäferschäden hängt stark vom Witterungsverlauf und der Wasserversorgung im Winter und kommenden Frühjahr ab.

Bei Laubbäumen kam es häufig zum vorzeitigen Blattfall und zu Blattnekrosen (abgestorbenes Blattgewebe). Inwiefern die Trockenheit hier lediglich einen Zuwachsverlust verursachte, oder gar zum Absterben von Ästen oder ganzer Bäume führt, bleibt abzuwarten.

Stabile Preise bei hochwertigem Brennholz

Die Übergangszeit ist auch die Zeit der Kachel- und Schwedenöfen. Unter dem Gütesiegel
„Ofenholz“ produzieren heimische Waldbauern - zusammengeschlossen im Verein Ofenholz - regional hochwertiges, trockenes Brennholz mit einem Wassergehalt unter 20 Prozent. Der Preis für einen Raummeter geschlichtetes Buchenholz (Stückholz mit 33 cm Länge) beträgt aktuell rund 145 Euro, wobei es regionale Preisunterschiede gibt. Die Preise sind damit im Gegensatz zu den steigenden Preisen bei Gas und Heizöl gegenüber dem Vorjahr stabil. Wo der nächste Ofenholzbauer zu finden ist, kann man auf der Seite www.ofenholz.at nachschauen.

EU-Entwaldungsverordnung: Vereinfachungen für bäuerliche Waldbesitzer sind ein Erfolg der Interessenvertretung

Vor einem Jahr drohte die EU-Entwaldungsverordnung, bekannt als EUDR, die Warenströme am Holzmarkt ins Chaos zu stürzen. Durch intensive Anstrengungen der Interessensvertretung und einer Allianz zahlreicher EU-Länder auf Ministerebene konnte ein neuerlicher Aufschub in letzter Sekunde erreicht werden. „Gleichzeitig kam es zu einer Anpassung der EU-Verordnung und zu Erleichterungen für sogenannte Kleinst- und Kleinprimärerzeuger. In Österreich fallen alle bäuerlichen Waldbesitzer und auch zahlreiche Forstbetriebe in diese Kategorie. Für diese Betriebe reicht es, eine vereinfachte Erklärung abzugeben, um Holz rechtskonform auf den Markt zu bringen. Die umstrittene Geolokalisierung, also die genaue Flächendigitalisierung bei jeder Lieferung, wurde durch die Betriebsanschrift ersetzt“, erläutert Waldenberger.

Für Waldbesitzer bleibt, dass sie einmalig eine Identifikationsnummer beantragen und an den Holzkäufer weitergeben müssen. Mit dem Portal eudr-meldung.at des BMLUK und der PEFC-Datenbank für PEFC-zertifizierte Waldbesitzer stehen dafür zwei einfache, praxistaugliche Werkzeuge zur Verfügung. Gegenüber der ursprünglich geplanten Bürokratie, bei jeder Liefe-rung eine Nummer samt Geolokalisierung zu erzeugen, ist die Hürde beim Holzverkauf damit deutlich geringer.

EU-Vorgaben faktenbasiert an Realität anpassen

Wälder leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem sie CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen und langfristig speichern. Die EU-Verordnung LULUCF (Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) erfasst diese Kohlenstoffspeicherung und ist ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Klimastrategie. Problematisch ist jedoch, dass die aktuellen Klimaziele von einer dauerhaft steigenden CO₂-Bindung der Wälder ausgehen.

In der Praxis sind diesem Vorratsaufbau natürliche Grenzen gesetzt. Mit zunehmendem Alter der Wälder verlangsamt sich das Wachstum, während Risiken durch Stürme, Borkenkäfer, Trockenheit und Waldbrände zunehmen. Wälder können daher nicht unbegrenzt mehr Kohlenstoff speichern. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich unterstützt deshalb die Bemühungen von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, die LULUCF-Regeln auf EU-Ebene an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen.

Seit 1990 haben Österreichs Wälder durch Kohlenstoffspeicherung und die Nutzung von Holz als Ersatz für fossile Energieträger rund 900 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Gleichzeitig wurden jedoch etwa 2,4 Milliarden Tonnen CO₂ aus Kohle, Öl und Gas freigesetzt. Der wirksamste Klimaschutz bleibt daher die Reduktion fossiler Emissionen. 

Die Problematik ist in obenstehender Grafik veranschaulicht – unterhalb der roten Linie sind die Leistungen des Waldes, oberhalb die fossilen Emissionen aufgetragen. Wären die beiden Flächen unterhalb und oberhalb der Null-Linie gleich große, hätte Österreich die Klimaneutralität erreicht. Die Leistungen des Waldes würden die Emissionen kompensieren.
 
„Die Grafik zeigt deutlich: Unsere Wälder leisten seit Jahrzehnten einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Aber es wäre ein Irrtum zu glauben, dass der Wald allein die Klimaneutralität Europas sichern kann. Die Speicherleistung der Wälder ist nicht unbegrenzt steigerbar und wird durch Stürme, Trockenheit, Borkenkäfer oder Waldbrände zunehmend unter Druck gesetzt. In manchen Jahren kann der Wald dadurch sogar von einer CO₂-Senke zu einer CO₂-Quelle werden. Wer wirksamen Klimaschutz will, muss daher vor allem den Ausstoß fossiler Emissionen aus Kohle, Öl und Gas konsequent reduzieren. Gesunde, nachhaltig bewirtschaftete Wälder sind ein unverzichtbarer Teil der Lösung, sie können den Ausstieg aus fossilen Energieträgern aber nicht ersetzen.“

Holzmarkt: Optimismus gebremst
 
Bei den anstehenden Nutzungen sollte der Fokus auf Waldflächen mit hohem Borkenkäferrisiko sowie auf notwendigen Pflegemaßnahmen liegen. Gleichzeitig ist die weitere Entwicklung des Holzmarktes aufmerksam zu beobachten.
 
Die Unsicherheit auf den Schnittholzmärkten und das zuletzt hohe Rundholzaufkommen prägten die aktuellen Rundholzverhandlungen. „Mit dem Ende der Sommer- und Käfersaison blicken wir auf ein beträchtliches Schadholzaufkommen durch Borkenkäfer und Stürme zurück. Die Rundholzzufuhr zu den Sägewerken war hoch, die Lager sind gut gefüllt. Der Anteil an Käferholz ist gegenüber den Vorjahren gestiegen. Bei der Planung der Winternutzungen sollten daher insbesondere potenziell gefährdete Waldflächen berücksichtigt werden“, erläutert Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbandes OÖ.
 
Preissituation angespannt
 
Preisrücknahmen zu Beginn der Schlägerungssaison beziehungsweise für das vierte Quartal konnten weitgehend nicht verhindert werden. Die anhaltende weltweite Konjunkturschwäche belastet zunehmend die internationalen Schnittholzmärkte. Besonders die für europäische Sägewerke wichtigen Überseemärkte haben deutlich an Dynamik verloren, wodurch der Druck auf den europäischen Markt steigt. Anders stellt sich die Situation für die Sägeindustrie im Pellets- und Hackschnitzelbereich dar. Hier konnten deutliche Preiserhöhungen erzielt werden. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen besteht für die bevorstehende Wintersaison weiterhin Nachfrage nach Rundholz, da die Werke zur Auslastung ihrer Produktion entsprechende Mengen benötigen.
 
Der aktuelle Holzpreis für Fichte in BC-Qualität ab einem Mittendurchmesser von 20 Zentimeter liegt bei rund 115 bis 120 Euro je Festmeter. Schwieriger gestaltet sich der Absatz von Starkholz. Deshalb ist eine frühzeitige Abstimmung mit dem Waldhelfer empfehlenswert, um geeignete Vermarktungsmöglichkeiten zu prüfen.
 
Positiv entwickelt sich weiterhin der Markt für zahlreiche Industrieholzsortimente. Vor allem Nadelindustrieholz ist stark gefragt und erzielt verbesserte Preise. Diese Entwicklung schafft gute Absatzmöglichkeiten für Durchforstungseingriffe. Das Preisniveau liegt derzeit zwischen 90 und 95 Euro je Atrotonne. Für frisches Nadelfaserholz werden rund 115 Euro je Atrotonne erzielt. Bei den Laubholzverhandlungen für die kommende Saison zeigte sich erneut die starke Nachfrage nach Eiche und Esche. Beide Baumarten werden in nahezu allen Qualitäten gut nachgefragt, während sich das Interesse bei anderen Laubholzarten überwiegend auf hochwertige Qualitäten konzentriert. Für Esche konnten zudem Preissteigerungen erreicht werden. Laubholznutzungen sollten gezielt geplant werden. Eine Mindestmenge von etwa zehn bis fünfzehn Festmetern Sägerundholz ist wünschenswert.
 
Wertholzsubmissionen: Die Vorbereitungen laufen
 
Die Vorbereitungen zu den beiden Submissionen sind bereits erfolgreich angelaufen. Submissionstaugliche (nahezu fehlerfreie) Erdstämme und makellose Zweitlängen in Furnier, Teilfurnier- oder A-Qualität sind auf den Submissionsplätzen gern gesehene Objekte und können sicherlich zufriedenstellend verkauft werden. Eine rechtzeitige Meldung beim örtlichen Waldhelfer ist notwendig, um einen geregelten Ablauf der Submission zu gewährleisten. Der örtliche Waldhelfer unterstützt die Lieferanten bei der gesamten Organisation, somit von der Auswahl über eine ordentliche Ausformung bis hin zur Anlieferung.
 
Nadel-Wertholzsubmission
 
Die Nadel-Wertholzsubmission wird in der Zeit von November bis Dezember 2026 stattfinden. Zur Nadel-Wertholzsubmission sind vor allem Fichte, Tanne und Lärche erwünscht, aber auch andere Nadelbäume haben bei entsprechender Qualität das Potenzial, gute Preise zu erzielen. Für zufriedenstellende Verkaufserlöse im Rahmen der Submission ist beim Nadel-Wertholz ein feiner, gleichmäßiger Jahrringaufbau, frei von Harzgallen und ohne Reaktionsholz (Buchs) sowie eine nahezu astfreie Manteloberfläche Voraussetzung.
 
Laub-Wertholzsubmission
 
Die bereits zum 24. Mal stattfindende Laub-Wertholzsubmission wird in gewohnter Weise Anfang Jänner 2027 in St. Florian bei Linz organisiert. Die Anlieferung der Wertholzstämme nach St. Florian wird wieder bezirksweise organisiert und ist ab Mitte Dezember 2026 bis 02. Jänner 2027 möglich. Der Submissionstag und die Ergebnispräsentation finden wie gewohnt in der letzten Jännerwoche 2027 statt. Der Aktionstag zur Laub-Wertholzsubmission wird am 29. Jänner 2027 stattfinden.
 
Detaillierte Informationen zum Ablauf der beiden Submissionen (Auswahl der Stämme, Anlieferung, Abwicklung, etc.) erhalten interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer beim örtlichen Waldhelfer sowie im Büro des Waldverbandes OÖ in Linz.
 
59. OÖ. Landeswaldbauerntag am 12. November 2026
 
Der diesjährige Landeswaldbauerntag findet am 12. November in der Kürnberghalle in Leonding statt. Dieser ist gleichzeitig der größte forstliche Branchentreff in OÖ. Neben den vereinsrechtlichen Agenden gibt es Impulsstatements zum Thema „Sommerhitze in unseren Wäldern – wie gehen wir damit um?“
 
Darüber hinaus gibt es auch diesmal wieder zwei hochkarätige Fachvorträge:
 Klare Bewirtschaftungskonzepte und strikte Umsetzung sichern die erfolgreiche Waldbewirtschaftung der Zukunft!
Christian Gartlehner, Geschäftsführer Forstgut Rosenhof GmbH&Co. KG „Mode vergeht – Wert besteht“ Chancen und Herausforderungen für den Zukunftswerkstoff Laubwertholz
Georg Emprechtinger, MBA, Geschäftsführender Eigentümer von Team 7 und Obmann-Stellvertreter des Fachverbandes der Holzindustrie 
Wie gewohnt werden aus einigen Bezirken Busse für eine einfache An- und Abreise organisiert. Aber auch mit einer Fahrgemeinschaft mit Freunden, Nachbarn oder einem Waldhelfer ist der Landeswaldbauerntag sicher eine Reise wert. (Schluss)
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