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Wien, 19. Jänner 2026 (aiz.info)

Grenzüberschreitende Forschungsförderung startet mit drei Projekten

Bayern, Südtirol und Österreich finanzieren gemeinsam Forschung zu Agro-Innovation und Klimawandelanpassung

Mit ihrer grenzüberschreitenden Forschungskooperation gehen Bayern, Südtirol und Österreich neue Wege in der Forschungsförderung. Erstmals werden drei Projekte von den Agrarressorts in den Partner-Ländern gemeinsam finanziert.

Insgesamt stehen in Summe 1,5 Millionen Euro zur Verfügung und ermöglichen praxisnahe Forschungsprojekte für eine nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft in den Regionen. Nach der grenzüberschreitenden Ausschreibung im Vorjahr wurden drei Projekte für die Durchführung ausgewählt. Das erste Projekt, das klimafitte Bohnen- und Hirsearten erforscht, startet bereits im Jänner.  Im März folgen zwei Projekte mit den Schwerpunkten Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Mit der Forschungskooperation wollen die drei Alpenregionen, die in der Land- und Forstwirtschaft vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, ihre Kräfte bündeln. Im Fokus stehen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, Diversifizierung sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Ähnliche agrarische Strukturen in den drei Regionen bieten dabei ideale Voraussetzungen für gemeinsame Forschungsansätze und den Transfer von Wissen in die Praxis.

Bundesminister Norbert Totschnig, Österreich:  „Mit den grenzüberschreitenden Projekten bündeln wir unsere Kräfte in der Forschung für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft. Gemeinsam können wir gezielt und praxisnah Themen wie Klimawandel, Versorgungssicherheit oder Kreislaufwirtschaft beforschen und so einen wichtigen Beitrag zu einer positiven ökologischen und ökonomischen Entwicklung in den drei Regionen leisten.“

Staatsministerin Michaela Kaniber, Bayern: „Weder geopolitische Herausforderungen noch der Klimawandel halten an Grenzen an. Insofern ist es sehr wichtig, länderübergreifend Kräfte zu bündeln. Das machen Bayern, Österreich und Südtirol mit der gemeinschaftlichen Forschungsförderung. Dadurch stärken wir die Resilienz unserer Regionen. Das macht nicht nur unsere Landwirtschaft zukunftsfest, sondern stärkt die regionale Wertschöpfung und kommt so den Bürgerinnen und Bürger unserer drei Partner-Länder zugute“

Landesrat Luis Walcher, Südtirol: „Die Herausforderungen durch den Klimawandel und den steigenden Innovationsdruck in der Landwirtschaft machen nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass Bayern, Südtirol und Österreich mit vereinten Kräften in praxisnahe Forschung investieren. Mit der gemeinsamen Finanzierung ausgewählter Projekte setzen wir ein klares Zeichen für eine enge Zusammenarbeit im Alpenraum und für Lösungen, die direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen.“

Inhaltlich lag der Schwerpunkt der Ausschreibung für die grenzüberschreitenden Projekte auf den zwei zentralen Forschungsthemen zirkuläre Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft. In einem gemeinsamen Auswahlverfahren wurden drei Projekte ausgewählt, die durch ihre hohe Praxisrelevanz, ihre wissenschaftliche Qualität sowie durch die enge Zusammenarbeit von Forschungspartnern aus mindestens zwei der beteiligten Regionen überzeugten:

HirseBohne - Trockenbohnen und Sorghumhirse

Etablierung neuer Kulturen für Kreislauf-Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol: Durch die Entwicklung angepasster Sorten der Trockenbohne und Sorghumhirse zielt das Projekt darauf ab, in Zeiten des Klimawandels eine erfolgreiche Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung in alpinen Regionen zu stärken. Das Projekt startet im Jänner 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:

o   Raumberg-Gumpenstein Research & Development (d. HBLFA Raumberg-Gumpenstein)

o   Versuchszentrum Laimburg

o   Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

KOMY - Anerkennung des Potenzials der Verwertung von Apfeltrester

Ein multidisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, das zirkuläre Strategien zur Umwandlung von Apfeltrester in hochwertige Produkte, Nebenprodukte und Koppelprodukte entwickelt: Durch die Betrachtung von Apfeltrester und dessen Fermentationsnebenprodukte als wertvolle Ressourcen statt als Abfall, fördert KOMY ein neues Modell der Kreislaufwirtschaft für die Agrar- und Lebensmittelindustrie. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:

o   Management Center Innsbruck

o   Versuchszentrum Laimburg

o   Hochschule Weihenstephan

CAP-AB - Kreislaufwirtschaft zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Österreich & Bayern

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer realistischen Einschätzung der Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe unter Berücksichtigung von Umweltindikatoren und zusätzlicher Informationen zu Kreislauf- und Bioökonomiepraktiken, innerhalb des Datennetzes für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe (FSDN - FarmSustainabilityDataNetwork) der EU. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:

o   BAB Project (d. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen)

o   Technische Universität München

Die ausgewählten Projekte ermöglichen eine stärkere Vernetzung der Forschungseinrichtungen in den drei Ländern. Gleichzeitig sollen die gewonnenen Erkenntnisse konkrete Impulse für Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor liefern und einen nachhaltigen Mehrwert für die land- und forstwirtschaftliche Praxis schaffen. Weitere Informationen zu den Projekten, sowie die Projektergebnisse folgen auf der DaFNE Forschungsplattform unter www.dafne.at.

Forschungs- und Innovationspakt

Die gemeinsame Unterstützung von Forschungsprojekten baut auf dem seit 2016 bestehenden Forschungs- und Innovationspakt zwischen Bayern, Südtirol und Österreich auf. Zuständig sind

o   das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus,

o   das Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, Autonome Provinz Bozen – Südtirol,

o   und in Österreich das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. (Schluss)
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