Grüner Bericht: IGP erklärt Schwankungen in Wirkstoffstatistik
Factsheet: Verkaufsstatistik wird von Lieferzeitpunkten, Witterung, Flächenanteil der diversen Kulturarten und tatsächlichem Pflanzenschutzmittelbedarf beeinflusst.
„Der Pflanzenschutzmittel-Einsatz in Österreich ist im langjährigen Vergleich rückläufig“, betont IGP-Obmann Christian Stockmar zum Grünen Bericht 2026 des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Vergleicht man in der Verkaufsstatistik die Jahre 2010 und 2025, so gibt es bei den Wirkstoffen für den biologischen Anbau eine Steigerung von 849,3 auf 1.214 Tonnen, da der Bio-Anteil im Ackerbau und der Einsatz dieser Produkte in integrierten Spritzplänen steigen. Der Verkauf von Wirkstoffen für den integrierten Bereich sank von 2843,1 auf 2.087,9 Tonnen, also um rund ein Viertel. Die insgesamte Steigerung von über 20 % seit 2010 verursacht vor allem CO2 (Inertgase für die Lagerhaltung), das 2010 noch nicht erfasst wurde und 2025 mit 2.293,1 Tonnen zu Buche steht, was 41 % der Gesamtverkaufsmenge entspricht. Spitzenreiter sind in den vergangenen Jahren u.a. die Inertgase und die für den Bio-Anbau zertifizierten Wirkstoffe Schwefel, Backpulver und Kupfer.
Warum schwanken die Verkaufsmengen?
Im Jahresvergleich schwanken die Verkaufsmengen teils deutlich. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Lieferzeitpunkten über Witterung und Befallsdruck bis hin zu Fruchtfolge, Sortenwahl und Resistenzmanagement. Ein wesentlicher Faktor ist zudem der Zeitpunkt, zu dem Pflanzenschutzmittel von der Industrie an den Großhandel geliefert werden. Viele Produkte werden für die Anwendung im Frühjahr benötigt. Die Lieferung kann jedoch noch im Dezember des Vorjahres oder erst im Jänner beziehungsweise Februar erfolgen. „Dadurch kann eine Jahresstatistik rechnerisch zwei Lieferungen enthalten, während im darauffolgenden Kalenderjahr keine entsprechende Lieferung aufscheint. Besonders bei Produkten mit größeren Wirkstoffmengen kann dieser Effekt die Gesamtstatistik merklich beeinflussen“, unterstreicht Stockmar.
Auch der tatsächliche Bedarf auf dem Feld ist jedes Jahr ein anderer. Im integrierten Pflanzenschutz gilt der Grundsatz: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Ob und welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt unter anderem von Kultur, Standort, Entwicklungsstadium, Witterung sowie dem Auftreten von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern ab. Feuchte und milde Bedingungen begünstigen beispielsweise Pilzkrankheiten wie Septoria, Krautfäule oder Sclerotinia. Warme und trockene Phasen hingegen fördern die Entwicklung bestimmter Insektenarten. „Landwirte behandeln ihre Kulturen nicht nach einem starren Jahresprogramm. Sie beobachten die Bestände, beurteilen den Befall und entscheiden auf dieser Grundlage über notwendige Maßnahmen. Schon vergleichsweise kleine Unterschiede im Wetterverlauf verändern den Pflanzenschutzbedarf einer Saison“, so Stockmar.
Ein weiterer wichtiger Faktor sind Schadschwellen. Nicht jeder sichtbare Befall macht automatisch eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig. Feldkontrollen und Bonituren zeigen, ob ein wirtschaftlich relevanter Schaden zu erwarten ist. Erst dann wird der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels in Betracht gezogen.
Gleichzeitig haben im integrierten Pflanzenschutz vorbeugende Maßnahmen Vorrang. Dazu zählen unter anderem vielfältige Fruchtfolgen, resistente oder tolerante Sorten, angepasste Saattermine, eine standortgerechte Bestandsführung, mechanische und ackerbauliche Maßnahmen, die Förderung von Nützlingen sowie Warndienste und Prognosemodelle. Wie gut diese Maßnahmen wirken, hängt wiederum von Witterung und Schaderregerdruck ab.
Schwankungen können zudem durch das Resistenzmanagement entstehen, stellt Stockmar klar: „Um die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln langfristig zu erhalten, werden unterschiedliche Wirkstoffgruppen gezielt gewechselt oder kombiniert. Selbst bei vergleichbarem Befall kommen deshalb in verschiedenen Jahren unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffmengen zum Einsatz.“
Auch die Zusammensetzung der angebauten Kulturen verändert sich. Marktpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe können beispielsweise dazu führen, dass mehr oder weniger Weizen, Mais, Raps oder Kartoffeln angebaut werden. Da jede Kultur andere Anforderungen an den Pflanzenschutz stellt, verändert sich damit auch die Zusammensetzung der benötigten Wirkstoffe.
Weitere Hintergründe zu den Ursachen der jährlichen Mengenschwankungen enthält das IGP-Factsheet. Darin werden die Einflussfaktoren sowie Beispiele aus Winterweizen, Raps und Speisekartoffeln ausführlich dargestellt. (Schluss)
Warum schwanken die Verkaufsmengen?
Im Jahresvergleich schwanken die Verkaufsmengen teils deutlich. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Lieferzeitpunkten über Witterung und Befallsdruck bis hin zu Fruchtfolge, Sortenwahl und Resistenzmanagement. Ein wesentlicher Faktor ist zudem der Zeitpunkt, zu dem Pflanzenschutzmittel von der Industrie an den Großhandel geliefert werden. Viele Produkte werden für die Anwendung im Frühjahr benötigt. Die Lieferung kann jedoch noch im Dezember des Vorjahres oder erst im Jänner beziehungsweise Februar erfolgen. „Dadurch kann eine Jahresstatistik rechnerisch zwei Lieferungen enthalten, während im darauffolgenden Kalenderjahr keine entsprechende Lieferung aufscheint. Besonders bei Produkten mit größeren Wirkstoffmengen kann dieser Effekt die Gesamtstatistik merklich beeinflussen“, unterstreicht Stockmar.
Auch der tatsächliche Bedarf auf dem Feld ist jedes Jahr ein anderer. Im integrierten Pflanzenschutz gilt der Grundsatz: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“ Ob und welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt unter anderem von Kultur, Standort, Entwicklungsstadium, Witterung sowie dem Auftreten von Krankheiten, Schädlingen und Unkräutern ab. Feuchte und milde Bedingungen begünstigen beispielsweise Pilzkrankheiten wie Septoria, Krautfäule oder Sclerotinia. Warme und trockene Phasen hingegen fördern die Entwicklung bestimmter Insektenarten. „Landwirte behandeln ihre Kulturen nicht nach einem starren Jahresprogramm. Sie beobachten die Bestände, beurteilen den Befall und entscheiden auf dieser Grundlage über notwendige Maßnahmen. Schon vergleichsweise kleine Unterschiede im Wetterverlauf verändern den Pflanzenschutzbedarf einer Saison“, so Stockmar.
Ein weiterer wichtiger Faktor sind Schadschwellen. Nicht jeder sichtbare Befall macht automatisch eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig. Feldkontrollen und Bonituren zeigen, ob ein wirtschaftlich relevanter Schaden zu erwarten ist. Erst dann wird der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels in Betracht gezogen.
Gleichzeitig haben im integrierten Pflanzenschutz vorbeugende Maßnahmen Vorrang. Dazu zählen unter anderem vielfältige Fruchtfolgen, resistente oder tolerante Sorten, angepasste Saattermine, eine standortgerechte Bestandsführung, mechanische und ackerbauliche Maßnahmen, die Förderung von Nützlingen sowie Warndienste und Prognosemodelle. Wie gut diese Maßnahmen wirken, hängt wiederum von Witterung und Schaderregerdruck ab.
Schwankungen können zudem durch das Resistenzmanagement entstehen, stellt Stockmar klar: „Um die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln langfristig zu erhalten, werden unterschiedliche Wirkstoffgruppen gezielt gewechselt oder kombiniert. Selbst bei vergleichbarem Befall kommen deshalb in verschiedenen Jahren unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffmengen zum Einsatz.“
Auch die Zusammensetzung der angebauten Kulturen verändert sich. Marktpreise für landwirtschaftliche Rohstoffe können beispielsweise dazu führen, dass mehr oder weniger Weizen, Mais, Raps oder Kartoffeln angebaut werden. Da jede Kultur andere Anforderungen an den Pflanzenschutz stellt, verändert sich damit auch die Zusammensetzung der benötigten Wirkstoffe.
Weitere Hintergründe zu den Ursachen der jährlichen Mengenschwankungen enthält das IGP-Factsheet. Darin werden die Einflussfaktoren sowie Beispiele aus Winterweizen, Raps und Speisekartoffeln ausführlich dargestellt. (Schluss)
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