EU setzt Zölle auf bestimmte Düngemittelimporte für ein Jahr aus
Prognose: Iran-Krieg lässt Düngemittelpreise rasant steigen - 20 bis 30% der jährlichen Düngemittelprodukte gehen durch die Meerenge von Hormuz
Europas Landwirte sollen künftig wieder günstiger an bestimmte importierte Düngemittel kommen. Die Standardzölle auf Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte für deren Herstellung (Ammoniak, Harnstoff) werden nach einem Beschluss der EU-Länder für ein Jahr ausgesetzt. Die EU-Kommission kann gegebenenfalls eine Verlängerung oder Anpassung vorschlagen, geht aus einer Mitteilung laut APA hervor. Nicht gelten soll sie für Produkte aus Russland und Belarus.
Nach Angaben der Europäischen Kommission können mit der Maßnahme rund 60 Millionen Euro an Einfuhrzöllen gespart werden. Die Maßnahme, die zum Inkrafttreten noch im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden muss, soll außerdem dazu beitragen, weniger abhängig von Importen aus Russland und Belarus zu sein.
Die EU importiert den Angaben nach bereits einen erheblichen Teil stickstoffbasierter Düngemittel zollfrei aus einigen Ländern. Dennoch führe die Union weiterhin große Mengen dieser Waren aus Ländern ein, die dem gemeinsamen Zolltarif unterliegen, hieß es. Düngemittel sind für europäische Landwirte essenziell, um die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Seit 2021 sind die Preise für diese Produkte erheblich gestiegen.
Britisches Institut geht von deutlich steigenden Düngemittelpreise aus
Das britische Beratungsunternehmen Oxford Economics erwartet wegen des Iran-Kriegs deutlich steigende Düngemittelpreise. Weltweit dürften sie um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2025 zulegen, wie Oxford Economics mitteilte. Vor allem die Preissteigerungen des nachgefragten Düngers Harnstoff tragen demnach zu dem Anstieg bei. Hintergrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz, durch die Düngemittel wie Harnstoff verschifft werden.
Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, kurz FAO, werden im Jahr gewöhnlich 20 bis 30 Prozent der international gehandelten Düngemittelprodukte durch die Meerenge transportiert. Die Golfregion ist wichtig für die Versorgung, weil dort Gas und weitere Vorprodukte für die Düngemittelerzeugung wie Schwefel reichlich vorhanden sind.
Oxford Economics: Konkurrenz um Düngemittelvorräte
Oxford Economics zufolge ist die Europäische Union auf Importe angewiesen, um Düngemittel produzieren zu können. Der Anteil der heimischen Produktion am verbrauchten Stickstoffdünger, darunter fällt auch Harnstoff, liegt der Analyse zufolge zwischen 10 und 20 Prozent.
Die EU werde mit anderen Akteuren auf dem Weltmarkt um die schwindenden Düngemittelvorräte konkurrieren müssen, heißt es von Oxford Economics. Auf Importe aus dem Nahen Osten sei Europa - anders als etwa Australien, Thailand und Brasilien - aber nicht angewiesen. (Schluss)
Nach Angaben der Europäischen Kommission können mit der Maßnahme rund 60 Millionen Euro an Einfuhrzöllen gespart werden. Die Maßnahme, die zum Inkrafttreten noch im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden muss, soll außerdem dazu beitragen, weniger abhängig von Importen aus Russland und Belarus zu sein.
Die EU importiert den Angaben nach bereits einen erheblichen Teil stickstoffbasierter Düngemittel zollfrei aus einigen Ländern. Dennoch führe die Union weiterhin große Mengen dieser Waren aus Ländern ein, die dem gemeinsamen Zolltarif unterliegen, hieß es. Düngemittel sind für europäische Landwirte essenziell, um die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Seit 2021 sind die Preise für diese Produkte erheblich gestiegen.
Britisches Institut geht von deutlich steigenden Düngemittelpreise aus
Das britische Beratungsunternehmen Oxford Economics erwartet wegen des Iran-Kriegs deutlich steigende Düngemittelpreise. Weltweit dürften sie um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2025 zulegen, wie Oxford Economics mitteilte. Vor allem die Preissteigerungen des nachgefragten Düngers Harnstoff tragen demnach zu dem Anstieg bei. Hintergrund ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz, durch die Düngemittel wie Harnstoff verschifft werden.
Nach Angaben der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, kurz FAO, werden im Jahr gewöhnlich 20 bis 30 Prozent der international gehandelten Düngemittelprodukte durch die Meerenge transportiert. Die Golfregion ist wichtig für die Versorgung, weil dort Gas und weitere Vorprodukte für die Düngemittelerzeugung wie Schwefel reichlich vorhanden sind.
Oxford Economics: Konkurrenz um Düngemittelvorräte
Oxford Economics zufolge ist die Europäische Union auf Importe angewiesen, um Düngemittel produzieren zu können. Der Anteil der heimischen Produktion am verbrauchten Stickstoffdünger, darunter fällt auch Harnstoff, liegt der Analyse zufolge zwischen 10 und 20 Prozent.
Die EU werde mit anderen Akteuren auf dem Weltmarkt um die schwindenden Düngemittelvorräte konkurrieren müssen, heißt es von Oxford Economics. Auf Importe aus dem Nahen Osten sei Europa - anders als etwa Australien, Thailand und Brasilien - aber nicht angewiesen. (Schluss)
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