DRV erwartet leicht überdurchschnittliche Getreideernte
Seedler warnt vor wachsendem Druck auf landwirtschaftliche Flächen
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) ruft zu einer sorgsamen und überlegten Nutzung der verfügbaren Ackerflächen in Deutschland auf. „Resilienz in der Getreidewirtschaft beginnt mit der Sicherung der Anbauflächen. Sie sind eine unverzichtbare Produktionsgrundlage und nicht vermehrbar. Ohne ausreichend Flächen gibt es keine Ernährungssicherheit“, erklärt DRV-Getreidemarktexperte, Guido Seedler. Vor dem Hintergrund geopolitischer Krisen, damit verbundener gestörter Lieferketten und der daraus resultierenden Dringlichkeit, die Resilienz zu stärken warnt er vor einem Konkurrenzkampf um Flächen – etwa zwischen Energie und Getreide. Er macht deutlich: „Der Druck auf landwirtschaftliche Flächen dürfte in den kommenden Jahren weiter hoch bleiben. Denn nur durch einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, einschließlich der erforderlichen Netze und Speicherkapazitäten, werden wir die ebenfalls notwendige Resilienz im Energiesektor stärken können. Daher braucht es Weitsicht und eine klare Strategie beim Umgang mit verfügbaren Flächen.“
Nutzungskonflikte müssen entschärft werden
Seedler ist davon überzeugt, dass ausreichend Fläche für alle Nutzungen zur Verfügung steht. „Dazu müssen wir die Nutzungskonkurrenz entschärfen. Erneuerbare-Energien-Anlagen sollten daher vornehmlich auf ungenutzten Flächen oder solchen mit geringer Qualität errichtet werden. Zudem können Moorböden, die aus Klimaschutzgründen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, für die Energieerzeugung eingesetzt werden. So lassen sich Klimaschutz und Energieversorgung miteinander verbinden und mehr Resilienz in diesen wichtigen Versorgungsfragen erreichen”, betont der DRV-Getreidemarktexperte. Darüber hinaus müssten für Bestandsanlagen, die in den kommenden Jahren aus der gesetzlichen Förderung fallen, Zukunftsperspektiven geschaffen werden. Dies gelte insbesondere für Biogasanlagen, da sie durch die Erzeugung von Biomethan einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung leisten. Seedler: „Neben Biomasse vom Acker braucht es hierfür allerdings auch Einsatzstoffe aus der Tierhaltung. Dafür werden ebenfalls Flächen benötigt.“
Kulturbestände in gutem Zustand
Für das laufende Jahr rechnet der DRV weiterhin mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte in Höhe von 44,1 Millionen Tonnen Getreide und 4,1 Millionen Tonnen Raps. Seedler: „Die Bestände haben sich in den vergangenen Wochen gut entwickelt. In den meisten Regionen fiel ausreichend Niederschlag.“ Die Rapsblüte geht in weiten Teilen Deutschlands zu Ende, und Gerste sowie Roggen schieben die Ähren.
Seedler lenkt den Blick aber schon zur Ernte im kommenden Jahr: „Die Getreidewirtschaft schaut mit Sorge in die Zukunft. Die durch den Krieg im Nahen Osten stark angestiegenen Düngemittelpreise belasten die Rentabilität des Ackerbaus massiv. Die heute hohen Preise und die damit verbundene verständliche Kaufzurückhaltung der Landwirte dürfen aber nicht dazu führen, dass im kommenden Frühjahr nicht ausreichend Düngemittel zur Verfügung steht.“ Daher begrüßt der DRV grundsätzlich das im Aktionsplan Düngemittelversorgung vorgestellte Ziel der EU, die heimische Produktion zu stärken und die Importabhängigkeit zu verringern. Gleichzeitig müsse es auch kurzfristige Kaufanreize für die Landwirte geben. „Sollten sie ausbleiben, laufen wir Gefahr, dass die hierzulande produzierten Düngemittel an Drittstaaten verkauft werden, die höhere Preise als wir zahlen können. Das hätte fatale Auswirkungen auf die Ernte 2027“, erläutert Seedler. (Schluss)
Nutzungskonflikte müssen entschärft werden
Seedler ist davon überzeugt, dass ausreichend Fläche für alle Nutzungen zur Verfügung steht. „Dazu müssen wir die Nutzungskonkurrenz entschärfen. Erneuerbare-Energien-Anlagen sollten daher vornehmlich auf ungenutzten Flächen oder solchen mit geringer Qualität errichtet werden. Zudem können Moorböden, die aus Klimaschutzgründen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, für die Energieerzeugung eingesetzt werden. So lassen sich Klimaschutz und Energieversorgung miteinander verbinden und mehr Resilienz in diesen wichtigen Versorgungsfragen erreichen”, betont der DRV-Getreidemarktexperte. Darüber hinaus müssten für Bestandsanlagen, die in den kommenden Jahren aus der gesetzlichen Förderung fallen, Zukunftsperspektiven geschaffen werden. Dies gelte insbesondere für Biogasanlagen, da sie durch die Erzeugung von Biomethan einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung leisten. Seedler: „Neben Biomasse vom Acker braucht es hierfür allerdings auch Einsatzstoffe aus der Tierhaltung. Dafür werden ebenfalls Flächen benötigt.“
Kulturbestände in gutem Zustand
Für das laufende Jahr rechnet der DRV weiterhin mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte in Höhe von 44,1 Millionen Tonnen Getreide und 4,1 Millionen Tonnen Raps. Seedler: „Die Bestände haben sich in den vergangenen Wochen gut entwickelt. In den meisten Regionen fiel ausreichend Niederschlag.“ Die Rapsblüte geht in weiten Teilen Deutschlands zu Ende, und Gerste sowie Roggen schieben die Ähren.
Seedler lenkt den Blick aber schon zur Ernte im kommenden Jahr: „Die Getreidewirtschaft schaut mit Sorge in die Zukunft. Die durch den Krieg im Nahen Osten stark angestiegenen Düngemittelpreise belasten die Rentabilität des Ackerbaus massiv. Die heute hohen Preise und die damit verbundene verständliche Kaufzurückhaltung der Landwirte dürfen aber nicht dazu führen, dass im kommenden Frühjahr nicht ausreichend Düngemittel zur Verfügung steht.“ Daher begrüßt der DRV grundsätzlich das im Aktionsplan Düngemittelversorgung vorgestellte Ziel der EU, die heimische Produktion zu stärken und die Importabhängigkeit zu verringern. Gleichzeitig müsse es auch kurzfristige Kaufanreize für die Landwirte geben. „Sollten sie ausbleiben, laufen wir Gefahr, dass die hierzulande produzierten Düngemittel an Drittstaaten verkauft werden, die höhere Preise als wir zahlen können. Das hätte fatale Auswirkungen auf die Ernte 2027“, erläutert Seedler. (Schluss)
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