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Wien, 6. Oktober 2026 (aiz.info)

Totschnig: September 2026 brachte keine Trendwende bei der Trockenheit

Markante Niederschlagsdefizite und angespannte Grundwassersituation

Der September 2026 war in Österreich erneut zu warm und zu trocken. Mit einer Temperaturabweichung von +2,1°C gegenüber der Klimanormalperiode 1991 bis 2020 sowie einem österreichweiten Niederschlagsdefizit von 29% setzte sich die Trockenheit fort. Einzelne, regional begrenzte Niederschlagsereignisse hatten kaum Einfluss auf die hydrologische Situation. Details dazu finden sich im aktuellen Monatsbericht "Wasserhaushalt Österreich" der Hydrographie.

Umweltminister Norbert Totschnig: "Die niedrigen Wasserstände in unseren Flüssen, Seen und im Grundwasser zeigen, dass die Folgen der massiven Trockenheit weit über den Sommer hinausreichen. Umso mehr müssen wir heute vorausschauend handeln, damit unsere Wasserversorgung auch morgen gesichert bleibt. Eine verlässliche Datengrundlage ist dafür entscheidend. Die laufenden Messungen der Hydrographie ermöglichen uns, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Österreich verfügt weiterhin über eine flächendeckende Trinkwasserversorgung auf höchstem Qualitätsniveau - und genau das wollen wir auch für kommende Generationen sichern. Deshalb investieren wir konsequent in unsere Wasserinfrastruktur und haben seit 2023 bereits mehr als 3.000 Projekte zur Sicherung der Trinkwasserversorgung unterstützt. Mit dem Wasserentnahmeregister schaffen wir nun zusätzlich mehr Transparenz und eine verlässliche Grundlage für eine vorausschauende Wasserwirtschaft."

Temperatur und Niederschlag

Die Lufttemperatur lag im September österreichweit um 2,1°C über dem langjährigen Mittel. Bis zum 9. September war Österreich noch von hochsommerlichen Temperaturen über 30°C geprägt, bevor die Werte im weiteren Monatsverlauf auf ein jahreszeitlich typisches Niveau zurückgingen.

Mit einer bundesweiten Niederschlagssumme von rund 74 mm fiel etwa 29% weniger Niederschlag als im langjährigen Vergleich. Besonders gering waren die Niederschläge in Vorarlberg, im Burgenland und in der Steiermark. Auch die Schneebedeckung in den Hochlagen blieb für die Jahreszeit deutlich unterdurchschnittlich.

Flüsse und Seen mit niedrigen Wasserständen

Die Abflüsse lagen an mehr als 95% der Pegelmessstellen unter den langjährigen Monatsmitteln. Knapp über 80 % der Messstellen verzeichneten sehr niedrige Abflüsse. Damit blieb die Situation an den Flüssen und Bächen in weiten Teilen Österreichs weiterhin von Niederwasser geprägt. 

Die Wasserstände des Neusiedler Sees und des Bodensees gingen weiter zurück. Der mittlere Wasserstand des Neusiedler Sees lag Ende September nur noch 4 cm über dem Wasserstand des Rekordjahres 2022. Der Wasserstand des Bodensees (Seepegel Bregenz) lag Ende September unter dem bisher niedrigsten gemessenen Wert für diesen Zeitpunkt im Kalenderjahr.

Grundwasser unverändert niedrig

Österreichweit wiesen Ende September weiterhin knapp 90% der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf. Damit blieb dieser Anteil gegenüber Ende August weitgehend unverändert. Regional stieg der Anteil der Messstellen mit sehr niedrigen Ständen in Vorarlberg und Tirol, während er in der Steiermark leicht zurückging.

Ausblick

Laut aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria bleibt zunächst ein stabiles Hochdruckgebiet wetterbestimmend, sodass kaum nennenswerter Niederschlag zu erwarten ist. Erst in Richtung Monatsmitte steigt die Niederschlagswahrscheinlichkeit spürbar an. Hinsichtlich Dauer und Menge der zu erwartenden Niederschläge bestehen derzeit jedoch noch große Unsicherheiten.

Nach den jüngsten Defiziten könnten sich die Niederschläge im weiteren Oktoberverlauf zwar wieder dem langjährigen Durchschnitt annähern, die Lufttemperaturen dürften für die Jahreszeit jedoch erhöht bleiben. Damit bleiben auch die Bedingungen für eine erhöhte Verdunstung bestehen. Für die Grundwassersituation ist kurzfristig daher nicht mit einer deutlichen Besserung, sondern eher mit einer Stagnation auf niedrigem Niveau zu rechnen.

Für eine nachhaltige Verbesserung der hydrologischen Situation werden ergiebige und möglichst flächendeckende Niederschläge bei mäßigem Temperaturniveau entscheidend sein - insbesondere in der für die Grundwasserneubildung maßgeblichen Phase von November bis ins Frühjahr.

Monatsbericht September 2026: https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0926.html (Schluss)
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