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22.03.2021

Ohne ausländische Erntehelfer kein Marchfelder Spargel

Verein tritt für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Standards ein

Wien, 22. März 2021 (aiz.info). - "Um Jahr für Jahr zuverlässig Spargel der höchsten Qualität auf die österreichischen Teller zu bringen, ist die Hilfe ausländischer Facharbeiter unverzichtbar. Trotz fortschreitender Mechanisierung ist bei der Ernte dieses beliebten Gemüses auch heute noch viel Handarbeit gefragt", stellte der Verein Marchfeldspargel g.g.A. heute in einer Aussendung fest. Der Verein leistet Pionierarbeit, was faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Standards in der Unterbringung der Erntehelferinnen und -helfer betrifft.

"Rund 13.800 saisonale Arbeitskräfte und Erntehelfer kommen jedes Jahr aus dem Ausland nach Österreich, die meisten davon aus Rumänien (4.800), Ungarn (2.800) und Polen (1.600). Sie alle leisten unersetzbare Arbeit. Ohne die Hilfe der erfahrenen und verlässlichen Saisonkräfte, die selbst aus landwirtschaftlich geprägten Regionen stammen und mit der Arbeit auf dem Feld vertraut sind, könnte Österreichs Landwirtschaft nicht überleben und das wertvolle Gemüse würde auf den Feldern verrotten", betont Vereinsobmann Werner Magoschitz.

Als in der unsicheren Lage während des ersten Corona-Lockdowns 2020 händeringend österreichische Erntehelfer gesucht wurden, war klar, dass der heimische Arbeitsmarkt den Bedarf der Gemüsebauern an ausreichend qualifiziertem und motiviertem Personal nicht decken kann. Für die ausländischen Saisonkräfte bedeuten schon der garantierte Mindestlohn in Österreich und die Zusatzleistungen die Sicherung der Existenz ganzer Familien - und das oft über viele Jahre.

Soziale Verantwortung

Der Verein Marchfeldspargel g.g.A. gilt als Pionier im Bereich der Sozialstandards für Erntehelferinnen. "Unsere Mitglieder setzen sich für die faire Behandlung ausländischer Saisonarbeitskräfte ein. Durch die oftmals langjährige Zusammenarbeit gehören die Arbeiterinnen und Arbeiter für viele Bauern schon fast zur Familie. Ihre Tätigkeit entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg einer Erntesaison. Umgekehrt sichern die österreichischen Bauern die Existenzgrundlage vieler Familien in benachteiligten Ländern wie Rumänien, Ungarn oder Polen, wo Wanderarbeit in der Landwirtschaft eine lange Tradition hat", betont der Obmann.

Der 1996 gegründete Verein Marchfeldspargel g.g.A. hat den seit 2020 in Österreich geltenden neuen Kollektivvertrag für Erntehelfer federführend mitverhandelt. Seit heuer verpflichten sich alle Vereinsmitglieder zudem durch das Zertifikat GRASP (Global GAP Risk Assessment on Social Practice) freiwillig zur kontinuierlichen Überprüfung der Sozialpraktiken, der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des Arbeitnehmerschutzes. Als dritte Säule der Sozialstandards lassen die Höfe ihre Arbeitsbedingungen regelmäßig von der Landarbeiterkammer (LAK) Niederösterreich prüfen. "Wir garantieren unseren hart arbeitenden Saisonkräften eine adäquate Unterkunft und haben dafür gemeinsam mit der LAK eigene Standards erarbeitet, die auch regelmäßig überprüft werden", sagt Magoschitz.

"Wer zu heimischem Qualitätsspargel aus zertifizierten Betrieben des Vereines Marchfeldspargel g.g.A. greift, hat nicht nur die höchste Qualität am Teller, sondern unterstützt die regionale und sozial verträgliche Arbeit der Marchfelder Spargelbauern", ist Magoschitz überzeugt. (Schluss)