Sie sind noch nicht eingeloggt:
15.01.2020

"Lebensqualität Bauernhof": Kraftquellen und Lebenshilfe seit 2007

Psychosoziale Initiative unterstützt und stärkt Bäuerinnen und Bauern

Wien, 15. Jänner 2020 (aiz.info). - Erste Anlaufstelle bei schwierigen Lebenssituationen, aber auch zeitgemäßes präventivpsychologisches Vortrags- und Kursprogramm: Seit 2007 steht das vielseitige Bildungs- und Informationsangebot von "Lebensqualität Bauernhof" (LQB) im Dienste der Lebensqualität von nicht nur bäuerlichen Familien, sondern auch potenziellen Betroffenen.

Das Naheverhältnis von Familie und Arbeit birgt Konfliktpotenzial

Zwei existenzielle Bereiche liegen im bäuerlichen Leben sehr nah beieinander: Familie und Arbeit. Das birgt natürlich auch Konfliktpotenzial. Mitunter beeinflussen schwierige Hofübergaben, Überlastung, Missverständnisse zwischen Jung und Alt, Partnerschafts- oder wirtschaftliche Sorgen ganze Familiensysteme und nicht zuletzt den Betrieb. Da kann ein fachkundiger Blick von außen hilfreich sein. Vorausgesetzt, die Beratenden sind in der bäuerlichen Lebenswelt zu Hause.

Aus diesem Gedanken heraus hat die ARGE Bäuerinnen auf Bundesebene seit 2007 mit dem Projekt LQB ein umfangreiches Beratungs- und Bildungsangebot geschaffen.

Präventiv vermitteln zahlreiche Kurse, Seminare und Vorträge den Bäuerinnen und Bauern zu Fragen der Lebensqualität das Rüstzeug, um Fallstricke zu erkennen und ihre eigenen Kraftquellen zu finden. Österreichweit wurden 2018 insgesamt 207 LQB-Bildungsveranstaltungen mit mehr als 8.713 Teilnehmern verzeichnet. Dazu zählen Vorträge, Seminare und Workshops, die sich alle mit persönlichkeitsbildenden und psychosozialen Themenstellungen auseinandersetzen. Zu 80% wurde dieses Angebot von Bäuerinnen wahrgenommen und zu 20% von Bauern.

Schon 7.000 Beratungen am bäuerlichen Sorgentelefon

Ist die Lage schon verzwickt, bieten kompetente Gesprächspartnerinnen und -partner anonym und vertraulich ein offenes Ohr am bäuerlichen Sorgentelefon und helfen bei der Suche nach Lösungen. Seit Bestehen des bäuerlichen Sorgentelefons haben fast 7.000 Personen diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Allein 2018 wurden 660 Anrufe entgegengenommen. Bei den Beratungsthemen führen mit 47% Problemstellungen rund um Generationenkonflikte und Hofübergabe/-nahme.

Zudem besteht die Möglichkeit der persönlichen psychosozialen Beratung - an einer Anlaufstelle oder direkt am eigenen Hof. 2018 wurden in den Landwirtschaftskammern Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol insgesamt 1.497 Beratungskontakte erfasst. Ein Großteil davon erfolgte telefonisch (43%) oder durch "Beratung im Büro" (26%). Primäre Gründe zur Kontaktaufnahme mit "Lebensqualität Bauernhof" waren Generationenkonflikte, Partnerschaftskonflikte/Scheidung sowie Schwierigkeiten bei der Hofübergabe/-nahme.

Weiters entstehen ergänzend zu den Beratungsangeboten Imagefilme, Informationsflyer und Presseberichte, um Gefahren wie etwa Burn-out anzusprechen und auf das Bildungs- und Informationsangebot von "Lebensqualität Bauernhof" hinzuweisen. Die vielfältige mentale Unterstützung nützt schlussendlich sowohl den Bäuerinnen und Bauern als auch der ländlichen Bevölkerung insgesamt.

Im Sinne des bisher Erreichten sollte das Projekt weiterhin Unterstützung bieten können und damit auch künftig Augenmerk auf die Lebensqualität im ländlichen Raum gelegt werden. (Schluss)

  • Unser Lagerhaus © Archiv