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31.07.2020

Tirol setzt auf mobile Geflügelschlachtung

Innovatives Angebot für Direktvermarkter gestartet

Innsbruck, 31. Juli 2020 (aiz.info). - Nach über zweijähriger Projektphase gibt es in Tirol nun eine mobile Geflügelschlachtung, die der steigenden Nachfrage vieler Konsumenten nach Fleisch aus der Region entgegenkommt. "Bisher wurde die Ausweitung des Angebotes durch die fehlende Möglichkeit einer regionalen Schlachtung gebremst", erklärt Wendelin Juen, Fachbereichsleiter an der Landwirtschaftskammer (LK) Tirol und Initiator dieses Projektes. In Tirol vermarkten bisher nur wenige Pioniere Geflügelfleisch. Die Selbstversorgung mit Geflügelfleisch liege lediglich bei rund 1% - eine schrittweise Steigerung sei daher das Ziel. "Viele kleine Betriebe könnten mit Geflügelfleisch ein Umsatzvolumen von über 1 Mio. Euro realisieren. Die Produktion von Masthendln, Weidegänsen, Enten oder Puten passt ideal auf kleine Tiroler Bauernhöfe. Qualitätsfleisch zu erzeugen ist auf diesen Betrieben sehr gut machbar und die Vermarktung mit entsprechendem Engagement möglich", ist Juen überzeugt.

Neue Möglichkeiten für Direktvermarkter

Regionale Schlachtbetriebe sind häufig mit wirtschaftlichen und rechtlichen Hürden konfrontiert. Dementsprechend schwierig war es, die geltenden Auflagen auf das Konzept der mobilen Schlachtung umzulegen. "Dieses Schlachtmobil ist eine ideale Lösung für Tiroler Kleinbetriebe und entspricht dem höchsten Tierwohlstandard, erfüllt alle rechtlichen sowie hygienischen Vorgaben und ist mit einer tirolweiten Registrierung im ganzen Land einsetzbar. Mit dieser innovativen Lösung zur mobilen Geflügelschlachtung setzt Tirol neue Maßstäbe", betont Landesveterinärdirektor Josef Kössler.

"Für einen Kleinbetrieb ist ein eigener Schlachtraum schwer zu finanzieren. Durch die mobile Schlachtung haben wir nun eine ideale Lösung, die nicht nur Stress für die Tiere vermeidet, sondern insgesamt für den Betrieb eine große Erleichterung darstellt", berichtet Biobäuerin Ingrid Knoflach aus Wildermieming.

Maschinenring als professioneller Betreiber

Der Maschinenring bietet das Schlachtmobil für Bauern von Osttirol bis Reutte an und koordiniert den Einsatz. "Diese neue Dienstleistung passt perfekt in unser Angebotsportfolio", zeigt sich Maschinenring-Geschäftsführer Hermann Gahr über das Ergebnis erfreut. Der gelernte Fleischermeister und Landwirt Martin Gröbner aus Obernberg kommt mit dem Schlachtmobil direkt auf die Höfe. Vom Schlachten über das Rupfen bis hin zum Ausnehmen von Geflügel übernimmt er mit seinem Team alle Arbeitsschritte, für die es Erfahrung und Können braucht. Das verkaufsfertige Geflügel wird dann von den Direktvermarktern gekühlt und anschließend vermarktet. (Schluss)