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26.02.2021

Stabiler EU-Handel mit Agrar- und Lebensmitteln im Jahr 2020

China war vorrangiger Wachstumsmarkt

Brüssel, 26. Februar 2021 (aiz.info). - Aus der EU-27 sind in den ersten elf Monaten des Jahres 2020 Agrarprodukte und Lebensmittel im Wert von 168,5 Mrd. Euro exportiert worden. Das sind 0,9% mehr als von Jänner bis November 2019, berichtet Dow Jones News aus dem aktuellen Agrarhandelsbericht der EU-Kommission. Gleichzeitig ist der Wert der Importe um 0,4% auf 112,3 Mrd. Euro gestiegen. Damit beläuft sich der Agrarhandelsüberschuss auf 56,2 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 2% im Vergleichszeitraum 2019. Indessen blieb China das wichtigste Wachstumsziel für die EU-Agrar- und Lebensmittelexporte. Die dortige Nachfrage nach Schweinefleisch, Weizen und Säuglingsnahrung hat demnach zu einem Anstieg des Gesamtexportwertes um 3,71 Mrd. Euro beigetragen.

Zugleich erhöhte sich der Wert der EU-Agrar- und Lebensmittelexporte in die Schweiz um 600 Mio. Euro. Getreide und Molkereiprodukte ließen den Wert der Exporte in den Nahen Osten und nach Nordafrika steigen, das gilt vor allem für Saudi-Arabien (+577 Mio. Euro), Algerien (+444 Mio. Euro) und Marokko (+412 Mio. Euro). Der Wert der EU-Ausfuhren in die USA sank dagegen um 496 Mio. Euro, wovon vor allem Spirituosen und Wein betroffen waren. Der Wert der EU-Ausfuhren ging auch in Richtung Singapur (-357 Mio. Euro) und Japan (-307 Mio. Euro) zurück.

Ausfuhren nach Großbritannien legten leicht zu

Die EU-Ausfuhren in das Vereinigte Königreich verzeichneten dagegen einen leichten Anstieg um 15 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum. Davon profitierte vor allem der Export von Weizen, Teigwaren und Backwaren aus der EU, während der Absatz von Wein, Spirituosen und Likören sowie Geflügelfleisch rückläufig war. Die EU-Importe aus dem Vereinigten Königreich sanken im Vergleich zum vorherigen Zeitraum 2019 wertmäßig um 1,44 Mrd. Euro. Der Rückgang betraf viele Produktkategorien, vor allem aber Spirituosen und Liköre.

Kanada blieb eine wachsende Quelle für die EU-Agrar- und Lebensmittelimporte, welche insbesondere aufgrund von Raps und Hartweizen um 854 Mio. Euro zulegten. Die Importe aus Brasilien stiegen um 618 Mio. Euro, angetrieben durch Sojabohnen, während Palmöl für mehr Einfuhren aus Indonesien (+587 Mio. Euro) als auch aus Malaysia (+490 Mio. Euro) sorgte. Auf der anderen Seite sanken die Importwerte aus der Ukraine (-806 Mio. Euro), den USA (-698 Mio. Euro) und Indien (-244 Mio. Euro).

Im Hinblick auf die Produktkategorien verzeichnete die EU Rückgänge bei den Importwerten von Grobgetreide (-1,14 Mrd. Euro), Spirituosen und Likören (-494 Mio. Euro), Ölkuchen (-384 Mio. Euro) und Rindfleisch (-381 Mio. Euro). Unterdessen stiegen die Importwerte für frische und getrocknete tropische Früchte (+586 Mio. Euro), Palm- und Palmkernöl (+690 Mio. Euro) sowie Fettsäuren und Wachse (+673 Mio. Euro).

Die COVID-Pandemie beeinträchtigte weiterhin die Exportwerte von Spirituosen und Likören aus der Staatengemeinschaft (-1,54 Mrd. Euro) und Wein (-1,3 Mrd. Euro). Zudem verzeichneten rohe Häute und Felle (-604 Mio. Euro) sowie Geflügelfleisch (-287 Mio. Euro) Rückgänge. (Schluss)