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21.05.2019

Seitinger und Schmiedtbauer fordern weniger Bürokratie für Bäuerinnen und Bauern

Regelungen auf EU-Ebene müssen praxisnäher werden

Graz, 21. Mai 2019 (aiz.info). - "Bundeskanzler Sebastian Kurz trat erst kürzlich für die Streichung von rund 1.000 EU-Verordnungen im Zuge der Reform des EU-Vertrages ein. Insbesondere den Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung sollte man dabei unter die Lupe nehmen, denn dort steht ohnehin bereits ein enormes Maß an Bürokratie einem gesunden Hausverstand gegenüber." Dies stellten heute der steirische Bauernbund-Obmann Johann Seitinger und die steirische EU-Wahl-Spitzenkandidatin Simone Schmiedtbauer fest.

"Nicht nur die Bäuerinnen und Bauern sowie die Lebensmittelverarbeiter, sondern auch Gastronomiebetriebe und Konsumenten verstehen manche bürokratischen Auswüchse nicht mehr. Oftmals wird das Handtuch aus Verzweiflung geworfen und es werden wertvolle, traditionelle Produktionsstätten geschlossen. Speziell die Direktvermarkter und die Almwirtschaft sind im Fokus dieses Bürokratiewahns. Von der Apfel-Regelung bis zur berühmten Gurkenkrümmung sind derartige Auswüchse hinlänglich bekannt", so Schmiedtbauer.

23 Stunden "Bürokratiearbeit" pro Monat

"Unsere engagierten und fleißigen Bäuerinnen und Bauern arbeiten bereits jetzt im Schnitt rund 100 Stunden pro Woche am Feld, am Hof, im Stall, im Wald oder im Weingarten. Zusätzlich müssen sie immer mehr Zeit für ihre bürokratischen Pflichten aufwenden", so Seitinger. Er verweist auf eine Umfrage des Deutschen Bauernverbandes, wonach die Landwirte im Schnitt 23 Stunden "Bürokratiearbeit" pro Monat verzeichnen, Tierhalter sitzen sogar vier Stunden im Monat länger am Schreibtisch als noch im Jahr 2014. Die EU-Kommission schätze selbstkritisch ein, dass die Bürokratie für die Bauern seit der letzten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) um bis 25% gestiegen ist. Neben dem zeitlichen Aspekt rufe ein erhöhter Bürokratieaufwand zwangsläufig auch höhere Kosten hervor, die die Landwirte zusätzlich belasten, gibt der Bauernbund-Obmann zu bedenken.

Mehr Hausverstand und Vernunft auf EU-Ebene nötig

Seitinger und Schmiedtbauer sprechen sich gemeinsam für mehr Spielraum für die landwirtschaftlichen Betriebe aus. "Unsere Bäuerinnen und Bauern sind vielfach nicht mehr bereit, diesen Regulierungswahn mitzutragen. Es braucht hier dringend einen Umkehrschub in Brüssel hin zu vorausschauenden und praxisnahen Regelungen, damit wieder mehr Zeit und Motivation für die eigentliche Arbeit bleibt", betont Schmiedtbauer.

EU-Wahl bietet Chance für Veränderungen

Als engagierte Landwirtin kennt sie diese Problematik aus eigener Erfahrung und will sich daher in Brüssel stark für Verbesserungen einsetzen. "Allzu oft ist der notwendige Verwaltungsaufwand für EU-Fördermittel nicht verhältnismäßig. Häufig entstehen unnötige Hindernisse für Unternehmen, Gemeinden oder für Bäuerinnen und Bauern durch nicht gerechtfertigte Verwaltungslasten. Wir brauchen kein Bürokratiemonster, sondern ein unternehmerisch und verwaltungsökonomisch sinnvolles System. Wir müssen die EU wieder einfacher und verständlicher machen. Die bevorstehende EU-Wahl bietet die Chance für sinnvolle Veränderungen, die im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik umgesetzt werden sollten", betont Schmiedtbauer. (Schluss)

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