Sie sind noch nicht eingeloggt:
26.03.2020

Schweizer Butterlager stark geschrumpft

Importe dürften in der zweiten Jahreshälfte spürbar zulegen

Bern, 26. März 2020 (aiz.info). - Derzeit befindet sich in der Schweiz deutlich weniger Butter auf Lager als in den Jahren zuvor. Nach Angaben der Branchenorganisation Butter wird die diesjährige Produktion nicht reichen, um die Inlandsnachfrage abdecken zu können. Somit dürften die Importe in diesem Bereich spätestens in der zweiten Jahreshälfte spürbar zulegen, berichtete heute der LID Mediendienst in Bern.

Normalerweise füllen sich die Butterlager in der Schweiz nach den Weihnachtsfeiertagen rasch. Diesen Winter waren sie aber nicht nur zu Weihnachten fast leer, sie wurden auch kaum befüllt und sind bereits wieder rückläufig. In der Kalenderwoche 12 befanden sich 575 t Butter in den Lagern. Letztes Jahr waren es in derselben Woche 2.835 t und 2018 gar 3.901 t.

Die gesamte eidgenössische Butterproduktion belief sich im Jahr 2019 auf 40.000 t und fiel damit um 5% geringer als im Vorjahr aus. Von Jänner bis Februar 2020 ist die Erzeugung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9% auf 7.250 t weiter zurückgegangen.

Als Hauptgrund für die geringere Butterproduktion sehen die Experten den Umstand, dass zusätzliche Milchmengen aus dem Industriebereich in die Käseherstellung fließen. Es brauche deshalb zusätzliche Anreize, damit wieder mehr Milchfett in der Butterherstellung verwendet werde, schreibt die Branchenorganisation in einer Mitteilung. Sie hat deshalb ihren internen Richtpreis für zu Butter verarbeiteten Industrierahm per 1. Juli 2020 erhöht.

Laut Schätzungen der Branchenorganisation reicht das aber nicht aus, um die kommende Fehlmenge kompensieren zu können. Diverse Butterprodukte müssten ab Jahresmitte auf Importware umgestellt werden, so die Experten. Diese Maßnahme dauere so lange, bis die Inlandsproduktion die Nachfrage wieder decken könne. (Schluss) kam

  • Unser Lagerhaus © Archiv