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22.06.2021

Schmiedtbauer: Tierhaltung in Europa muss Zukunft haben

Green Deal kann nur mit den Landwirten funktionieren, nicht gegen sie

Brüssel, 22. Juni 2021 (aiz.info). - Über die Perspektiven der Tierhaltung in der EU hinsichtlich Green Deal, "Farm to Fork"- und Biodiversitätsstrategie fand heute im EU-Parlament eine Anhörung statt. Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament, forderte eindringlich, dass Tierhaltung in Europa Zukunft haben muss. Das sei global die beste Lösung für Umwelt- und Klimaschutz sowie für die Versorgung der Europäer mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. "Der jüngste Bericht des EU-Rechnungshofes hat aufgezeigt, dass es bei der Wirksamkeit von Umwelt- und Klimaauflagen noch Luft nach oben gibt. Das ist für uns ein Arbeitsauftrag, Agrarmaßnahmen für Umwelt und Klima noch fokussierter sowie wirksamer zu gestalten und bestärkt uns einmal mehr in der Ansicht, dass der Green Deal nur gemeinsam mit uns Landwirten und nicht gegen uns zum Erfolg geführt werden kann", betonte Schmiedtbauer.

Daher müssten landwirtschaftlichen Familienbetriebe gestärkt und für ihre Umwelt-, Klima- und Tierwohlleistungen angemessen honoriert werden. "Es ist der falsche Weg, durch überbordende, einseitige EU-Auflagen das Umwelt- und Klimaproblem in andere Teile der Welt zu verschieben, wo wir keine Kontrolle mehr über die Umwelt-, Klima- und Tierwohlstandards haben. Die europäischen Landwirte stehen bereit, um richtige Lösungsansätze für ein lebenswertes Europa für Mensch und Tier für die Zukunft auszuarbeiten. Jedenfalls müssen alle Auflagen für die europäischen Landwirte auch für sämtliche Importe von Agrarprodukten gelten. Das muss vollkommen klar sein", sagte die EU-Abgeordnete.

Viehwirtschaft in Europa und gerade in Österreich sei ein integraler Bestandteil der europäischen Kultur. Sie sorge für eine gut funktionierende regionale Lebensmittelversorgung und sei ein ländlicher Wirtschaftsmotor, der neben den direkten Arbeitsplätzen auf den Höfen auch für Jobs in Molkereien, Saatgut- und Futtermittelfirmen, Schlachthöfen, in der Melktechnik, in Logistikunternehmen, Sägewerken und anderen vor- und nachgelagerten Bereichen sorge. Und die Kulturlandschaft, die die Land- und Forstwirte pflegen, sei nicht zuletzt die Grundlage für den Tourismus, der nach der Pandemie wieder aufblühe, so Schmiedtbauer. (Schluss)