Sie sind noch nicht eingeloggt:
12.06.2019

SPÖ und FPÖ wollen Glyphosat-Verbot durchsetzen

IGP warnt vor Schaden für Landwirtschaft und Umwelt

Wien, 12. Juni 2019 (aiz.info). - Anlässlich der heutigen Sitzung des österreichischen Nationalrats hat die SPÖ angekündigt, einen Fristsetzungsantrag für ein Verbot des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat einzubringen. Die FPÖ unterstütze diesen Antrag, erklärte daraufhin Klubobmann Norbert Hofer in einer Aussendung. Eine entsprechende Abänderung des Pflanzenschutzmittelgesetzes wäre voraussichtlich in der Sitzung des Nationalrates am 2. Juli möglich. Die Volkspartei will dieser rot-blauen Initiative nicht zustimmen.

IGP: Glyphosat ist wichtiger Beitrag für bodenschonende Bewirtschaftung

Sollte das Glyphosat-Verbot tatsächlich beschlossen werden, so wäre dies "zulasten von Umwelt und Landwirtschaft", kritisiert die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP). "Glyphosat ist ein in der Landwirtschaft und vor allem bei bodenerhaltenden Anbauweisen nicht wegzudenkender Wirkstoff. Beim Pflügen etwa ist eine ähnliche Wirkungsäquivalenz zur Bekämpfung von Unkraut nur durch ein bis drei Bearbeitungsgänge zu erreichen, was unweigerlich zur Zunahme von Bodenerosion und zu einem rapiden Anstieg der CO2-Emissionen durch vermehrte Überfahrten führen würde. Zudem würde sich ein Verbot von Glyphosat negativ auf Ertrag und Qualität des Erntegutes auswirken. Die Folgen wären ein Verlust der Wettbewerbsfähigkeit für die heimischen Landwirte, sinkende Erträge und eine zunehmende Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland", warnt IGP-Obmann Christian Stockmar.

Die IGP kritisiert zudem die einseitige Darstellung von SPÖ und FPÖ: "Argumentiert man mit der Gefahr einer Substanz oder der Einstufung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), dann müssten Alkohol, Wurst und Fleisch verboten werden, die höher eingestuft wurden als Glyphosat", gibt Stockmar zu bedenken. Es bestehe in der seriösen Wissenschaft und auf Basis von 3.300 Studien zudem Konsens zur Sicherheit von Glyphosat bei sachgemäßem Einsatz.

"Dieser Konsens wird von zahlreichen Gesundheitsbehörden weltweit bestätigt. Dazu gehören die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) sowie zahlreiche Experten der Risikobewertungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten, weiters die US-amerikanische Umweltbehörde EPA, die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency, die Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority, aber auch die japanische Food Safety Commission, die neuseeländische EPA, das Joint FAO/WHO Meeting on Pesticide Residues (JMPR), das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Chemikalienagentur", stellt Stockmar fest. (Schluss)

  • Unser Lagerhaus © Archiv