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22.09.2022

Ordensgemeinschaften und Landwirtschaft unterstreichen Wert der Lebensmittel

Internationaler Tag gegen Nahrungsmittel-Verschwendung am 29. September

Wien, am 22. September 2022 (aiz.info). - "Als Ordensgemeinschaften und Landwirtschaftskammer wollen wir im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September darauf aufmerksam machen, dass Lebensmittel wertvoll sind - vom Feld bis auf den Teller. Beiden Organisationen ist ein bewusster Umgang mit Nahrungsmitteln ein zentrales Anliegen - sowohl im Sinne der Wertschätzung für bäuerliche Produkte, als auch für sozial schwächere Menschen, denen Lebensmittel nicht im Überfluss zur Verfügung stehen", betonen Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, und Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ).

Laut einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) landet weltweit rund ein Drittel der genießbaren Bestandteile von Lebensmitteln auf dem Müll. Schätzungen gehen von 1,3 Mrd. t pro Jahr aus. Auch in Österreich werden jedes Jahr 1 Mio. t Lebensmittel weggeworfen, was insbesondere in Zeiten weltweiter Verteilungsprobleme nicht zu akzeptieren ist. "Positiv ist, dass sich auch in Österreich bereits zahlreiche Organisationen, Initiativen und Vereine gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen. Als Ordensgemeinschaften und Landwirtschaftskammer möchten wir einige davon vorstellen und wertvolle Tipps zur Vermeidung von Abfällen geben", unterstreichen Moosbrugger und Rod gemeinsam.

Vielfältiges Engagement der Ordensgemeinschaften

"Ordensfrauen und -männer befürworten und stehen für ein schöpfungsbewahrendes Handeln und einen achtsamen Umgang in allen Bereichen des Lebens", erklärt Rod. So ist auch das Engagement der Ordensgemeinschaften im Einsatz gegen die Lebensmittelverschwendung höchst vielseitig und reicht von der eigenen, bewusst-achtsamen Versorgung bis zum Einsatz für Bedürftige. "Katharinastube", "Elisabeth-Brot", "Elisabeth-Ausspeisung", "Menschenfamilie" "Speisekammerl" etc. - hinter all diesen Namen verbergen sich Verpflegungsangebote von Ordensgemeinschaften für sozial schwächere Menschen. Um diesen helfen zu können, sind die Einrichtungen von Lebensmittelspenden abhängig. "Die Spenden können nie zu klein sein, denn unsere Gäste haben alle Hunger und auch kleine Gaben sind willkommen", heißt es aus diesen Initiativen.

Oft sind es auch die Ordensgemeinschaften selbst, die Lebensmittel spenden. So unterstützt zum Beispiel das Schottenstift gemeinsam mit seinen Pächtern die Wiener Tafel und das Rote Kreuz Groß-Enzersdorf mit Obst und Gemüse aus der eigenen Landwirtschaft und dem Hofladen. Andere Ordensleute helfen wiederum ehrenamtlich bei Sozialeinrichtungen wie Caritas, Rotes Kreuz, Tafel, VinziWerken etc., spenden Lebensmittel für Hilfseinrichtungen oder kochen in ihrer Gemeinschaft für benachteiligte Menschen mit. "Das alles und noch mehr findet im Einsatz für ein gutes Leben aller und gegen Lebensmittelverschwendung statt", betont die Generalsekretärin.

Landwirtschaft: Bewusstsein für Wert der Lebensmittel steigern

"Auch in der land- und forstwirtschaftlich geprägten Bevölkerung werden die gegenseitige Hilfe und der achtsame Umgang mit unseren Lebensgrundlagen großgeschrieben. Insbesondere die Bäuerinnen schaffen mit ihren vielseitigen Initiativen Bewusstsein für den Wert unserer regionalen, bäuerlichen Lebensmittel. Ziel ist es, dass die Menschen gezielt zu unseren Qualitätsprodukten greifen und diese seltener wegwerfen. Die Bäuerinnen-Aktionen zur Müllvermeidung reichen etwa von Rezepten zu Resteverwertung und Einkochen bis zu Tipps für den richtigen Einkauf und zur Lagerung. Großartig finde ich auch andere Initiativen, die beispielsweise aus gerettetem Obst und Gemüse noch wertvolle Verarbeitungsprodukte erzeugen. Regionale Verarbeiter legen auch großen Wert darauf, das gesamte Tier nach traditionellen Rezepturen zu verwerten", so der LKÖ-Präsident.

"Ein anderes Beispiel ist, dass vermeintliche Abfallprodukte der Lebensmittelerzeugung, wie Obstkerne oder Trester, noch zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Auch standortangepasste Landwirtschaft und Pflanzenschutz verfolgen das Ziel, Ernteverluste möglichst gering zu halten", berichtet Moosbrugger. "Große Hoffnung punkto Handel setzen wir auch in die Digitalisierung. Warenströme bzw. Einkaufsverhalten könnten künftig noch besser analysiert, die Regale zielgenau bestückt und das Wegwerfen wertvoller Lebensmittel verhindert werden", unterstreicht der LKÖ-Präsident und weiter: "Unsere bäuerlichen Produkte sind nicht selbstverständlich, sondern wertvoll und das Ergebnis harter Arbeit. Sie sollen auch tatsächlich dort landen, wo sie gebraucht werden - in den Händen und auf den Tellern der Menschen."

Was kann jeder Einzelne aktiv gegen Lebensmittelverschwendung machen?

Vor dem Einkauf bereits einen Menüplan machen und gezielt einkaufen. Die Portionsgrößen anpassen und nur so viel kochen, wie tatsächlich gegessen wird. Etwaige Reste verwerten, indem etwa Gericht variiert oder weiterverarbeitet (z.B. aus Kartoffeln Salat machen), eingefroren oder in die Arbeit bzw. Schule etc. mitgenommen werden. Regional Einkaufen bedeutet kürzere Lieferwege sowoie längere Haltbarkeit und schont gleichzeitig das Klima. Bereit sein, für regionale Produkte einen angemessenen Preis zu bezahlen. Sich nicht von Sonderangeboten und Mengenrabatten täuschen lassen. Abgelaufene Lebensmittel nicht gleich wegwerfen, sondern den eigenen Sinnen vertrauen - anschauen, riechen und evtl. schmecken. An die richtige Verpackung, Aufbewahrung, Lagerung und richtiges Kühlschrankmanagement denken.

Mehr zu den Initiativen der Orden sind im Internet unter www.ordensgemeinschaften.at zu finden. (Schluss)
 
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