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07.04.2021

Mercosur-Abkommen: EU-Kommission legt Folgenabschätzung vor

Experten dämpfen Befürchtungen um Rindfleischimporte

Brüssel, 7. April 2021 (aiz.info). - Die lange angekündigte Studie zu den Folgen des Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern für die EU-Wirtschaft und -Umwelt liegt jetzt vor. Die Generaldirektion Handel der EU-Kommission veröffentlichte die Analyse der London School of Economics, worin der wirtschaftliche Vorteil für die EU durch einen besseren Marktzugang in Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay hervorgehoben wird. Befürchtungen im EU-Agrarsektor vor steigenden Importen, vor allem aus Brasilien, beschwichtigen die Ökonomen aus London dagegen. Die Rindfleischeinfuhren in die EU werden nach einem konservativen Szenario um 30% ansteigen, in einem ambitionierteren Szenario um 64%. Da die Südamerikaner schon heute über die bestehenden Quoten hinaus Rindfleisch in die EU lieferten, werde die erweiterte Quote aus dem Abkommen zumindest zum Teil bisherige Lieferungen ohne Quote ersetzen, heißt es in der Folgenabschätzung. Die Studie geht davon aus, dass sich die Rindfleischeinfuhren aus Südamerika durch das Abkommen um 60.000 bis 128.000 t erhöhen werden.

Der Molkereisektor der EU profitiere dagegen von dem Abkommen. Die Lieferungen der EU von Käse und anderen Milchprodukten werden sich durch die Zollsenkungen in etwa verdoppeln. Die Entwaldung bleibe schließlich ein Problem, heißt es in der Studie, wenn auch das Abkommen insgesamt nur einen minimalen Einfluss auf den Klimawandel habe. Dennoch mahnen die Autoren an, die Flächenproduktivität in der südamerikanischen Landwirtschaft zu steigern, damit ein Wachstum auch ohne die Abholzung von Waldgebieten möglich ist. (Schluss) mö