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06.12.2019

Land&Forst Betriebe fordern mehr Verantwortung und Planungssicherheit von Politik

Glyphosat-Verbot und Co. gefährden heimische Landwirtschaft

Wien, 6. Dezember 2019 (aiz.info). - Der Landwirtschaftsausschuss der Land&Forst Betriebe Österreich hat sich diese Woche mit den aktuellen Entwicklungen befasst und sieht massive Verfehlungen im derzeitigen Vorgehen der politisch Verantwortlichen. "Mit einigen wesentlichen Entscheidungen der vergangen Tage und Wochen ist die Verbitterung in der Landwirtschaft - zusätzlich zur dramatischen klimapolitischen Situation - auf die Spitze getrieben worden", kritisiert der Ausschuss. Die Ursache sei dabei sowohl national als auch europäisch zu suchen. Als Beispiel wird unter anderem das Glyphosat-Verbot genannt.

"Landwirtschaftliche Bewirtschaftung basiert in der Planung und Umsetzung auf vergleichsweise langen Zeitperioden. Fruchtfolgen werden über mehrere Jahre hinaus bestimmt und stützen sich auf technologische sowie rechtliche Voraussetzungen. Klimawandel und volatile Märkte erschweren dieses Planungsvermögen bereits massiv, aber derzeit ist das Unvermögen der Politik, die Realität und Handlungsmöglichkeiten der Betriebe zu erkennen, fast die größte Herausforderung für das Überleben der heimischen Landwirte", stellt der Vizepräsident der Land&Forst Betriebe und Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Zeno Piatti-Fünfkirchen, fest.

"Wenn Änderungen in der Bewirtschaftung politisch und gesellschaftlich gewünscht sind, braucht es auch Änderungen in den Rahmenbedingungen. Diese müssen sowohl fachlich fundiert als auch rechtlich korrekt angepasst sein. Gleichzeitig müssen realisierbare Alternativen vorgesehen werden, die auch künftig Einkommen und Planbarkeit ermöglichen. Dabei sind entsprechende Umstellungszeiträume neben dem Ausgleich zusätzlicher Aufwendungen eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Existenz", so der Vizepräsident.

Populistisches Glyphosat-Verbot

"Die Entscheidung, Glyphosat aus Österreich ab dem Jahr 2020 zu verbannen, ist ein Bilderbuchbeispiel dafür, wie die Landwirtschaft durch populistische Politik aufgerieben wird. Mit dem kommenden Anbau der Sommerkulturen haben österreichische Betriebe keine Hilfsmittel mehr für die Direktsaat und sind somit gezwungen, auf eine Bodenbearbeitung zurückzugreifen, die unfassbare Kosten verursacht, die vom Bauern alleine zu stemmen sind. Ohne irgendwelche Alternativen zu ermöglichen, werden Landwirte innerhalb von sechs Monaten vor vollendete Tatsachen gestellt. Abgesehen davon, dass die gewählte Vorgehensweise nicht EU-rechtskonform ist und enorme Unsicherheiten erzeugt, benachteiligt sie massiv die Produktion und Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Betriebe im Vergleich zu unseren Nachbarländern", kritisiert Piatti-Fünfkirchen.

Auch die nach dem Audit der EU-Kommission beziehungsweise im Rahmen der EU-Bio-Verordnung notwendigen Anpassungen der österreichischen Vorschriften seien eine Herausforderung. Diese Entscheidung sei für die Biobetriebe innerhalb weniger Monate gültig, obwohl dem zuständigen Gesundheitsministerium die Probleme schon seit Langem bekannt seien.

"Beide Beispiele zeigen auf, dass Agrarpolitik nicht nach Schlagzeilen gestaltet werden darf, sondern die Realitäten in landwirtschaftlichen Betrieben berücksichtigen muss. Österreichs Landwirtschaft braucht wieder eine langfristige, strategische und verantwortungsvolle Ausrichtung über planbare Veränderungsprozesse", so Piatti-Fünfkirchen zur aktuellen Situation. (Schluss)

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