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30.11.2020

Köstinger stellt Projekt "Österreich isst regional" vor

Öffentliche Beschaffung geht mit gutem Beispiel voran

Wien, 30. November 2020 (aiz.info). - Die Landwirtschaft gehört zu den Hauptbetroffenen der Corona-Krise. Durch die Pandemie und den zweiten Lockdown steht die Selbstversorgung mit heimischen Lebensmitteln so stark im Fokus wie noch nie. Ziel der Bundesregierung ist es daher, die inländische Produktion langfristig abzusichern. Die öffentliche Beschaffung ist dabei ein wichtiger Hebel. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und der Geschäftsführer der Bundesbeschaffung GmbH (BBG), Andreas Nemec, stellten dazu heute das Projekt "Österreich isst regional" vor.

Regionalen Lebensmitteln den Vorzug geben

"Wir wollen, dass die Menschen mehr regional kaufen, also werden wir das in der öffentlichen Beschaffung selbstverständlich auch tun. Von der Krankenhausküche über die Polizei, das Bundesheer oder Schulen und Kindergärten geben wir regionalen Lebensmitteln den Vorzug, der Bund wird dabei ein Vorbild sein. Unser Ziel ist eine 100%ige regionale öffentliche Beschaffung", betonte Köstinger. Wenn um 1% mehr heimische Lebensmittel gekauft werden, so schafft das laut einer WIFO-Studie 3.100 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Mio. Euro", so die Ministerin.

Unter dem Motto "Österreich isst regional" will Köstinger gemeinsam mit der BBG, allen Bundesministerien, den Bundesländern und Gemeinden bei der Beschaffung regionaler Produkte und bei der Ausschreibung von öffentlichen Kantinen unterstützen. Im Regierungsprogramm ist das Ziel festgelegt, eine 100%ige regionale beziehungsweise heimische öffentliche Beschaffung zu erreichen.

Bestbieter statt Billigstbieter

Ein erster Schritt in diese Richtung war die Einführung des Bestbieterprinzips. Die Beschaffungspraxis hat in den letzten Jahren gezeigt, dass durch extrem niedrige Preise das Qualitätskriterium ausgehebelt werden konnte. Seit 2018 muss neben dem Preis ein weiteres Qualitätsmerkmal als Zuschlagskriterium definiert werden. Das gilt für alle Lebensmittel, auch für verarbeitete Produkte wie Käse, Joghurt etc.

Der nächste Schritt erfolgt gemeinsam mit der Bundesbeschaffung GmbH, allen Bundesministerien, den Bundesländern und den vielen weiteren unterstützenden Trägern. Er sieht eine Hilfestellung bei der Koordination und Umsetzung sowie bei der regionalen Menüplanung durch Pilotprojekte vor. Die Unterstützung erfolgt entlang der gesamten Lebensmittel-Lieferkette - von Betrieben der Primärproduktion und dem Lebensmittel-Handwerk bis zu etablierten Handelspartnern, Einkaufsverantwortlichen und Küchenleitungen in den öffentlichen Einrichtungen. Vor allem die Logistik soll dabei noch verbessert werden.

Wareneinsatz von 330 Mio. Euro pro Jahr

"Rund 1,8 Mio. Menschen werden in Österreich täglich in Kantinen versorgt, rund 450.000 davon in öffentlichen Einrichtungen. Das ergibt einen Wareneinsatz von 1,35 Mio. Euro pro Tag und mehr als 330 Mio. Euro pro Jahr in der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung", gab die Ministerin zu bedenken. "Drei von vier Österreichern wollen eine Ausweitung des Angebots an regionalen Produkten. Wenn wir in der Gemeinschaftsverpflegung verstärkt auf heimische Qualität setzen, stärkt das auch unsere bäuerlichen Familienbetriebe, schützt die Umwelt durch kürzere Transportwege und die Wertschöpfung bleibt im Land. Ich freue mich sehr, dass die Parlamentskantine künftig mit gutem Beispiel vorangeht", so Köstinger.

Sobotka: Parlamentskantine setzt auf Nachhaltigkeit

"Das österreichische Parlament ist eines der ersten in Europa, das sich nach dem EU-Öko-Audit (EMAS) zertifizieren lässt. Wir sind uns der Verantwortung und Vorbildfunktion im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz bewusst, deswegen liegt unser erhöhtes Augenmerk auf saisonalen, heimischen und biologischen Produkten. Dieses Ziel wird von allen Abgeordneten unterstützt", stellte Sobotka fest. Die Verwendung regionaler Produkte, wenn möglich in Bioqualität, sei auch ein elementares Kriterium in der Ausschreibung der Gastronomie im sanierten Parlamentsgebäude. Die Bundesbeschaffung GmbH sei dabei ein wichtiger Partner.

Elektronisches Einkaufstool erleichtert Beschaffungsvorgänge

"Als verlässlicher Einkaufspartner der öffentlichen Hand unterstützt die BBG neue Herangehensweisen in der regionalen öffentlichen Beschaffung. Derzeit wird ein elektronisches Einkaufstool pilotiert, um die bestehenden Rahmenvereinbarungen sinnvoll zu ergänzen und regionale Beschaffungsvorgänge vergaberechtskonform zu organisieren", berichtete Nemec.

Die BBG berät die Parlamentsdirektion in diesem Bereich von Anfang an und ist die ausschreibende Stelle für ihre Beschaffungsprojekte. Demnächst soll der Aufruf zur Angebotslegung bei der Gastronomie-Ausschreibung erfolgen. Qualität und Regionalität sind wesentliche Parameter. Entsprechende Konzepte werden von einer Expertenkommission fair und transparent bewertet. (Schluss)