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15.09.2020

Köstinger sprach mit tschechischem Minister über marktschädigende Holzimporte

Ernst der Lage im bilateralen Treffen verdeutlicht

Wien, 15. September 2020 (aiz.info). - Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger sprach bei einem Treffen mit dem tschechischen Amtskollegen Miroslav Toman in Wien über die Herausforderungen auf den mitteleuropäischen Holzmärkten. Wie auch in Österreich sind Waldgebiete in Tschechien von den Auswirkungen des Klimawandels mit fehlenden Niederschlägen und gesteigertem Schädlingsbefall, besonders mit dem Borkenkäfer, stark betroffen. 2019 war die Schadholzmenge in Österreich so hoch wie nie zuvor. Während durch die COVID-19-Pandemie die Holznachfrage einbrach und die Exporte in traditionelle Märkte massiv zurückgingen, wurde gleichzeitig vermehrt Schadholz aus Tschechien nach Österreich importiert und belastete den heimischen Holzmarkt zusätzlich.



"Ich habe das Arbeitstreffen mit meinem tschechischen Amtskollegen genützt, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Der Import von tschechischem Holz bringt unsere Land- und Forstwirte massiv unter Druck. Das hat auch der Grüne Bericht 2020 gezeigt. Nicht zuletzt durch die stark sinkenden Preise in der Forstwirtschaft ist ein wichtiges Einkommensstandbein unserer Bäuerinnen und Bauern weggebrochen. Mein Appell an den tschechischen Landwirtschaftsminister war klar: Es braucht noch mehr Anstrengungen seitens der tschechischen Regierung, um die Borkenkäferplage in den Griff zu bekommen", erklärte Köstinger.



Mit dem neuen Waldfonds in der Höhe von 350 Mio. Euro werden wir in Österreich für Entlastung sorgen und einen Anreiz schaffen, auch in Zukunft widerstandsfähige Wälder anzupflanzen. Zusätzlich werden wir neue Absatzmöglichkeiten schaffen, um unser Schadholz auch verarbeiten zu können. Neben der Holzbauoffensive setzte ich hier große Hoffnungen in die Erzeugung von Holzdiesel", unterstrich Köstinger. (Schluss)

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