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10.10.2018

Köstinger: Startschuss für rot-weiß-rote nachhaltige Beschaffung

Ende 2018 soll der neue Aktionsplan vorliegen

Wien, 10. Oktober 2018 (aiz.info). - Der öffentliche Sektor und die öffentliche Beschaffung haben eine Vorbildfunktion im Erreichen von Zielen der Nachhaltigkeit sowie des Klima- und Umweltschutzes. Dafür soll das volkswirtschaftliche Potenzial der öffentlichen Beschaffung, die in Österreich ein Volumen von rund 45,2 Mrd. Euro pro Jahr umfasst, genutzt werden. Um die Nachhaltigkeit in diesem Bereich zu etablieren, wurde heute im Ministerrat die Überarbeitung des Aktionsplans zur rot-weiß-roten nachhaltigen Beschaffung beschlossen.

"Die öffentliche Hand muss in der Beschaffung mit gutem Beispiel vorangehen und diese so nachhaltig wie nur irgendwie möglich gestalten. Die Steigerung der Energieeffizienz durch die Berücksichtigung von klima- und energierelevanten Kriterien oder die Beschaffung von regionalen Lebensmitteln für unsere Kantinen sind hier nur zwei Beispiele, wo wir ansetzten möchten", sagte Bundesministerin Elisabeth Köstinger im Rahmen des Ministerrates.

Regionale Wertschöpfung mit rot-weiß-roter Beschaffung

Im Regierungsprogramm werden die Bedeutung der regionalen Wertschöpfung der öffentlichen Beschaffung und der Ausbau eines innovationsfreundlichen, nachhaltigen Beschaffungswesens betont. "45 Mrd. Euro pro Jahr bieten enorme Möglichkeiten, um die Beschaffungen zu einem Motor regionaler Wertschöpfung zu machen. Wir wollen und werden dieses Potenzial in Zukunft noch besser nutzen", kündigte die Ministerin an.

Vom Billigst- zum Bestbieter-Prinzip

"Der Paradigmenwechsel vom Billigst- zum Bestbieter-Prinzip war bei der Beschaffung von Lebensmitteln bereits ein großer Schritt. Nun möchten wir, wie bereits in der #mission2030 angekündigt, auch in anderen Produktgruppen einen nächsten Schritt gehen", so Köstinger. Bei der Nutzung von neuen Technologien, der Verwendung von Öko-Strom und einer E-Mobilitätsoffensive bei der Beschaffung von Fahrzeugen durch die öffentliche Hand gebe es noch sehr viele Möglichkeiten, CO2 zu sparen.

"Nicht der Preis, sondern die Qualität von Produkten oder der Klimaschutz sollen im Fokus der öffentlichen Beschaffung stehen. Ein Beispiel wäre der Umstieg auf Öko-Strom", sagte Köstinger. In einer österreichischen Untersuchung zeigte sich die positive Wirkung von Öko-Strom auf die Treibhausgasbilanz im IKT-Bereich der Republik. Wenn die Beschaffung von Öko-Stromprodukten forciert wird, können Treibhausgas-Emissionen deutlich reduziert werden. Ein Umstieg auf Öko-Strom würde zu einer Umweltentlastung von etwa 8.800 t CO2-Äquivalent pro Jahr führen, das entspricht einer Einsparung von rund 3,5 Mio. Liter Erdöl.

Vom Reinigungsmittel bis zur Beleuchtung

Insgesamt bezieht der Aktionsplan für die nachhaltige Beschaffung folgende Gruppen mit ein: Reinigungs- und Lebensmittel, Papier, Büroartikel, IT-Geräte, Haushaltsgeräte, Möbel, Textilien, Gartenbau, Strom, Hochbau, Tiefbau, Fahrzeuge, Veranstaltungen und Beleuchtung. Neben der Aktualisierung der Kriterien entsprechend dem Stand der Technik und gemäß den rechtlichen Vorgaben sind die Optimierung und der Bürokratieabbau für Gemeinden, Länder und Bundstellen ein Ziel. "Bis Ende 2018 arbeiten wir intensiv am neuen Aktionsplan zur nachhaltigen Beschaffung. Diesen werden wir mit den Ländern und Gemeinden abstimmen, damit wir schlussendlich die rot-weiß-rote nachhaltige Beschaffung deutlich forcieren können", so die Ministerin. (Schluss)

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