Sie sind noch nicht eingeloggt:
22.07.2021

Kärnten: LK-Präsident überreicht Resolution zum Abschuss von Wölfen an Landtag

Interessenvertretung und Almbauern fordern gesetzliche Änderungen zur Entnahme

Klagenfurt, 22. Juli 2021 (aiz.info). - "Wölfe haben auf Kärntens Almen keinen Platz. Wenn wir unsere Almwirtschaft und unsere Tiere schützen wollen, führt an einem Abschuss kein Weg vorbei." Mit diesen Worten überreichte heute Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Siegfried Huber gemeinsam mit betroffenen Almbauern eine in der LK-Vollversammlung einstimmig verabschiedete Resolution an Landtagspräsident Reinhart Rohr. Darin wird eine Anpassung der landesgesetzlichen Bestimmungen gefordert, die eine raschere Entnahme ermöglichen könnten.

LK zeigt möglichen Rechtsweg auf

Wölfe sind durch EU-Recht streng geschützt, der juristische Spielraum für Entnahmen ist eng. "Dieser strenge Schutz muss gelockert werden. Aber bis das auf EU-Ebene umgesetzt ist, müssen wir versuchen, vor Ort Antworten zu finden", betont Huber. Aufbauend auf eine aktuelle Rechtsexpertise wurde daher gemeinsam mit anderen Bundesländern nach Lösungen gesucht. Demnach sollen sogenannte "Weideschutzgebiete" auf Almen eingerichtet werden. In diesen Regionen wären Herdenschutzmaßnahmen bereits per Definition als "unzumutbar und unverhältnismäßig" ausgeschlossen. Ergänzend dazu braucht es eine zeitnahe Rechtsdefinition von Problemwölfen, die sich daran orientiert, ob Wölfe Nutztiere reißen oder nicht. So könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, bei Nutztierrissen auf Almen Wölfe rascher und unbürokratischer als bisher entnehmen zu können.

"Herdenschutz ist im alpinen Gelände jedenfalls unzumutbar. Jeder Wolf, der unsere Tiere angreift oder tötet, ist ein Problemwolf und muss entnommen werden können", fordert Huber und verweist auf die blutige Opferbilanz von bereits über 40 Schafen und Lämmern im heurigen Almsommer alleine in Kärnten. Abschließend betont der LK-Präsident: "Das Thema Wolf eignet sich nicht für politisches Hickhack. Alle sind aufgefordert, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, und darum bitte ich die Abgeordneten im Kärntner Landtag."

In Kärnten werden jährlich rund 65.800 Stück Vieh - darunter 46.700 Rinder, 17.100 Schafe und Ziegen sowie 2.000 Pferde - von rund 4.000 bäuerlichen Betrieben auf die 1.800 Almen im Bundesland aufgetrieben. Durch die Beweidung der Almflächen, die 26% der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Bundesland ausmachen, wird ein wesentlicher Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren, aber auch zur Erhaltung des Landschaftsbildes geleistet. Die Aufgabe der Bewirtschaftung von Almen würde nachweislich zum Verlust der biologischen Vielfalt beitragen, denn rund 30% aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten und 50% aller Säugetiere, Vögel und Reptilien kommen auf den Almen vor. (Schluss)