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16.10.2020

Inflation stieg im September 2020 auf 1,5%

Wichtigste Preistreiber im Jahresabstand: Wohnung, Wasser und Energie

Wien, 16. Oktober 2020 (aiz.info). - Die heimische Inflationsrate lag im September 2020 bei 1,5% (August: 1,4%), wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht. Die wichtigsten Preistreiber sind weiterhin Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels. Ohne Preissteigerungen in diesen Bereichen hätte die Inflationsrate lediglich 0,6% betragen. Im September haben die Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 nur noch einen Teil des Tourismussektors und kaum mehr den Unterhaltungsbereich betroffen, damit haben sie nur in geringem Ausmaß die Berechnung der Inflationsrate beeinflusst.

Die Teuerungen für Wohnung, Wasser, Energie (durchschnittlich +2,3%) beeinflussten die Inflationsrate mit +0,47 Prozentpunkten und erwiesen sich damit als stärkster Preistreiber im Jahresabstand. Mieten stiegen insgesamt um 5,1%. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich durchschnittlich um 3,0%, Haushaltsenergie kostete hingegen im Mittel um 1,4% weniger, wozu vor allem deutlich niedrigere Heizölpreise beitrugen (-28,3%). Die Preise für Gas sowie Fernwärme gingen leicht zurück (-1,4% beziehungsweise -1,0%). Feste Brennstoffe waren beinahe preisstabil (+0,5%). Strom verteuerte sich allerdings deutlich (+5,4%).

In Restaurants und Hotels musste durchschnittlich um 3,4% mehr bezahlt werden. Nahezu allein verantwortlich dafür waren Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen (+3,9%). Beherbergungen kosteten um 0,5% weniger.

Nahrungsmittelpreise stiegen um 2,9%

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen durchschnittlich um 2,9%. Im August hatten sie sich noch um 2,5% verteuert. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung der Fleischpreise (+5,6%). Obst kostete um 8,4% mehr. Die Preise für Milch, Käse und Eier stiegen im Mittel um 2,7%, jene für Brot und Getreideerzeugnisse um 0,9% sowie jene für Gemüse um 1,0%. Alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 2,5%.

In der Ausgabenkategorie Verkehr sanken die Preise durchschnittlich um 2,3%. Treibstoffe verbilligten sich insgesamt um 14,8%, und damit etwas mehr als noch im August (-14,0%). Auch für Flugtickets musste weniger ausgegeben werden (-8,9%). Neue Kraftwagen hingegen verteuerten sich um 3,9% und Reparaturen privater Verkehrsmittel um 3,6%.

Nachrichtenübermittlung verbilligte sich durchschnittlich um 1,8%. Mobiltelefone kosteten um 7,0% weniger, die Ausgaben für Telefon- und Telefaxdienste gingen um 0,8% zurück. Bekleidungsartikel verbilligten sich um 1,0%, Schuhe hingegen kosteten um 1,6% mehr.

Wocheneinkauf nach wie vor billiger als vor einem Jahr

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresvergleich um 3,9%. Für einen Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, ging der Preis im Jahresabstand um 1,1% zurück.

Die harmonisierte, auf europäischer Ebene vergleichbare Inflationsrate betrug im September in Österreich 1,3% und war somit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als der Verbraucherpreisindex. (Anmerkung: Der Unterschied beruht auf Gewichtungsunterschieden in einzelnen Produktkategorien.) In den Ländern des Euroraums ist dieser Wert auf -0,3% gesunken, in der gesamten EU lag er im Mittel bei 0,3%. (Schluss) kam