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12.05.2021

Hiegelsberger: Gute Zukunftsaussichten für Wertschöpfungskette Holz

Oberösterreich forciert Waldumbau in Richtung klimafitter Bestände

Linz, 12. Mai 2021 (aiz.info). - "In den letzten Monaten erleben der Holzbau und damit die Nachfrage nach Holz einen starken Aufschwung. Die gute Baukonjunktur in den USA hat zu einer Vervierfachung des Preises von Nadelschnittholz im Vorjahresvergleich geführt. Bereits 2019 gingen von den in Österreich produzierten 10,5 Mio. m3 Schnittholz etwa 6 Mio. m3 in den Export. Der Export ist auch heuer ein starker Faktor bei der Preisbildung. Wir erleben aktuell einen gewaltigen Nachfrage-Boom nach österreichischem Schnittholz. Das sollte im Sinne der guten Partnerschaft der gesamten Wertschöpfungskette zugutekommen", betont Oberösterreichs Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

"Die heimischen Wälder sind die Grundlage einer langen und leistungsstarken Wertschöpfungskette. Knapp 43.000 Betriebe - vom Waldbesitzer über Sägeindustrie, Tischler, Holz- und Baustoffhandel bis zu Holzbauunternehmen - gibt es in unserem Bundesland in diesem Sektor. Diese Betriebe beschäftigen mehr als 64.100 Menschen", betont Hiegelsberger. Die Stärkung des Holzbaus bekämpfe den Klimawandel und stärke die heimische Wirtschaft. "Die nachhaltige Verfügbarkeit des Rohstoffes, das vorhandene Know-how und die zunehmende Bedeutung des Klimaschutzes bieten der Branche gute Zukunftsperspektiven", so der Landesrat.

Land fördert Waldumbau

"Der immer stärker spürbare Klimawandel verändert auch die Forstwirtschaft entscheidend. Vor allem der anhaltend hohe Borkenkäferbefall und der Verlust der Brotbaumart Fichte in niedrigeren Lagen beschäftigt die Waldbesitzer. Noch nicht hiebreife Bestände müssen geschlägert und wieder aufgeforstet werden. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt rund 15 Mio. Forstpflanzen aus Landesmitteln gefördert und ausgesetzt. Das ist auch eine enorme Klimaschutzleistung für die Gesellschaft. Der ökologisch wertvolle Laubwaldanteil hat sich bei den geförderten Aufforstungen deutlich erhöht und beträgt aktuell 50%", berichtet Hiegelsberger.

Waldfonds unterstützt Wiederaufforstungen

"Unsere Waldbesitzer stehen aktuell vor der Herausforderung, trotz hohem Schadholzanteils eine zumindest kostendeckende Waldbewirtschaftung zu schaffen. Gleichzeitig muss auch der Wald der Zukunft angelegt werden. Die Fichte wird weiterhin wichtig bleiben, reinsortige Bestände gehören aber an vielen Standorten der Vergangenheit an. Der Landesforstdienst steht mit Beratungen und Förderungen zur Seite, um klimafitte Mischwälder wachsen zu lassen. Der Waldumbau wird aber auch Änderungen in der gesamten Wertschöpfungskette nach sich ziehen. Darauf müssen wir uns gemeinsam vorbereiten", so der Landesrat. Im Rahmen des Waldfondsgesetzes werden die Wiederaufforstungen und Waldpflegemaßnahmen zur Schaffung klimafitter Wälder gefördert. Bisher wurden bereits rund 1.050 Anträge eingereicht.

Holzeinschlag 2020 mit hohem Schadholzanteil

Im Jahr 2020 wurden in Oberösterreich 3,1 Mio. Erntefestmeter (Efm) Holz eingeschlagen. Der hohe Schadholzanteil betrug mit rund 1,8 Mio. Efm rund 60% des Gesamteinschlags. "Der Schadholzanteil bei Nadelholz ist in den letzten fünf Jahren aufgrund der Borkenkäferkalamitäten sowie der Sturm- und Schneedruckschäden enorm gestiegen. Seit 2015 sind in Oberösterreich rund 10 Mio. Efm Schadholz angefallen, 5 Mio. Efm verursachte dabei der Borkenkäfer, 4 Mio. Efm wurden durch Stürme und Schneedruck verursacht", erläutert Landesforstdirektorin Elfriede Moser.

Weiterhin volle Aufmerksamkeit auf den Borkenkäfer

Der diesjährige Borkenkäferflug hat aufgrund der niedrigen Frühjahrstemperaturen auch in den tieferen Lagen erst Ende April, also rund zwei Wochen später als in den vergangenen Jahren, begonnen. Bereits jetzt sind die vorgelegten Fangbäume aber stark angenommen, und auch in höheren Regionen ist mit einem weiteren starken Ausschwärmen der Borkenkäfer zu rechnen. Aktuelle Fangergebnisse der vom OÖ Landesforstdienst betreuten Monitoringfallen sind unter www.borkenkaefer.at abrufbar. Moser appelliert an die Waldeigentümer, dem Borkenkäfer auch im Frühjahr 2021 besondere Aufmerksamkeit zu widmen. "Aufgrund der Trockenheit im Waldboden kann keine Entwarnung beim Borkenkäfer erfolgen, auch der Landesforstdienst nimmt die Forstaufsicht in den nächsten Monaten verstärkt wahr", so Moser. (Schluss)