Sie sind noch nicht eingeloggt:
20.10.2021

Heimische Inflation stieg im September 2021 auf 3,3%

Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich nur um 0,6%

Wien, 20. Oktober 2021 (aiz.info). - Die österreichische Inflationsrate stieg im September 2021 laut Statistik Austria auf 3,3% (August 2021: 3,2%) und lag damit auf dem höchsten Wert seit November 2011. Vor allem die im Vorjahr niedrigen Treibstoff- und Energiepreise beeinflussten die Inflation weiterhin stark. Hinzu kamen deutliche Preissteigerungen bei Bewirtungsdienstleistungen. Die hohe Veränderungsrate zum Vormonat geht hauptsächlich auf Steigerungen bei Bekleidung zurück, deren Preise durch das Eintreffen der Winterware angetrieben wurden. Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr nur um 0,6%.

Ohne höhere Ausgaben für Verkehr und Wohnen hätte Inflation 1,3% betragen

Der Preisanstieg in der Kategorie Verkehr (durchschnittlich +9,4%) beeinflusste die Inflationsrate mit +1,29 Prozentpunkten. Damit war der Verkehr der stärkste Preistreiber im Jahresabstand. Die Treibstoffpreise stiegen um 23,6% und damit noch etwas stärker als im Vormonat August (+23,1%). Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich im September um 4,3%. Gebrauchte Kraftwagen kosteten um 4,6% und Neuwagen um 3,6% mehr als vor einem Jahr. Bei Flugtickets verstärkte sich der Preisauftrieb (+43,4%).

Wohnung, Wasser und Energie verteuerten sich durchschnittlich um 3,9%. Die Kosten für Haushaltsenergie stiegen im Mittel um 10,3%. Dazu trugen vor allem Teuerungen für Heizöl (+34,1%) sowie für Strom (+7,4%) bei. Die Preise für Gas stiegen um 11,7%, für Fernwärme um 3,5% und für feste Brennstoffe um 4,1%. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich durchschnittlich um 6,1%, hauptverantwortlich dafür waren die höheren Materialkosten (+6,9%).

In Restaurants und Hotels musste im September im Schnitt um 3,3% mehr bezahlt werden. Ausschlaggebend dafür waren teurere Bewirtungsdienstleistungen (+3,4%). Die Preise für Beherbergungen erhöhten sich um 4,3%. Nachrichtenübermittlung kostete im September durchschnittlich um 3,3% weniger als im Vorjahresmonat, Telefon- und Telefaxdienste wurden um 2,5% günstiger.

Milch, Käse und Eier verbilligten sich um 2,0%

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen unterdurchschnittlich (+0,6%), wobei Nahrungsmittel allein insgesamt um 0,9% zulegten. Dazu trug vor allem teureres Gemüse bei (+6,8%). Die Preise für Fleisch sowie für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen jeweils um 0,9%, Obst kostete um 0,5% mehr. Demgegenüber verbilligten sich Milch, Käse und Eier um 2,0%. Die Preise für alkoholfreie Getränke gingen um 1,1% zurück.

Teuerung beim täglichen Einkauf geringer als Gesamtinflation

Das Preisniveau des sogenannten Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresvergleich um 2,5%. Für einen Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, musste im Jahresabstand um 6,8% mehr gezahlt werden.

Die harmonisierte, auf europäischer Ebene vergleichbare Inflationsrate betrug im September in Österreich 3,3% und war damit gleich hoch wie der nationale Verbraucherpreisindex. Zum Vergleich: In den Ländern des Euroraumes lag dieser Wert im Schnitt bei 3,4% und in der gesamten EU bei 3,6%. (Schluss) kam