Sie sind noch nicht eingeloggt:
20.01.2021

Heimische Inflation im Jahr 2020 auf 1,4% gesunken

Ausgaben für Wohnen hatten den größten Einfluss auf die Teuerung

Wien, 20. Jänner 2021 (aiz.info). - Mit 1,4% lag die von Statistik Austria berechnete durchschnittliche Inflationsrate (Verbraucherpreisindex, VPI) im Jahr 2020 leicht unter dem Wert des Vorjahres (1,5%) und merklich unter den Werten der Jahre 2018 und 2017 (2,0% bzw. 2,1%). "Die Inflation setzte damit den Trend niedriger Teuerungsraten der letzten Jahrzehnte fort", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Ausgaben für Wohnen hatten, wie bereits im Jahr 2019, den größten Einfluss auf die Jahresinflation. Einem leichten Rückgang bei Treibstoffen 2019 folgte ein stärkerer im Jahr 2020. Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im Schnitt um 2,3%. Im Dezember 2020 lag die Inflation bei 1,2%.

Höhere Kosten für Wohnen für ein Drittel der Jahresinflation verantwortlich

Die Preise für Wohnung, Wasser, Energie stiegen im Jahr 2020 durchschnittlich um 2,3% und waren in Summe für ein Drittel der Jahresinflation verantwortlich (Einfluss: +0,47 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem höhere Mieten bei (+4,1%). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um 3,0% mehr, Haushaltsenergie zeigte sich mit -0,2% hingegen beinahe preisstabil. Massiv verbilligte Heizölpreise (-22,5%) wurden durch höhere Strompreise (+5,8%) kompensiert. Die Kosten für Gas sanken um 1,5%, jene für Fernwärme um 0,2%; feste Brennstoffe legten um 0,7% zu.

Zweitwichtigster Preistreiber: Bewirtungsdienstleistungen

Die Ausgaben für Restaurants und Hotels stiegen durchschnittlich um 3,1%. Hauptverantwortlich dafür waren fast ausschließlich höhere Preise für Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +3,5%). Aufgrund der COVID-19-Maßnahmen wurden fast alle Preise für Beherbergungsdienstleistungen (+0,5%) im April, Mai, November und Dezember imputiert (statistisch vervollständigt). Die Senkung der Mehrwertsteuer ab 1. Juli 2020 hatte keinen spürbaren Effekt auf die Entwicklung der Verbraucherpreise in diesen Branchen.

Preissteigerung bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken um 2,3%

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Jahr 2020 durchschnittlich um 2,3%. Im Zuge der Maßnahmen gegen COVID-19 wurden seit dem Frühjahr überdurchschnittliche Teuerungen insbesondere für Obst mit 4,6% verzeichnet. Fleisch kostete um 4,5% mehr, die Preise für Milch, Käse und Eier stiegen insgesamt um 2,3%. Für Brot und Getreideerzeugnisse wurde im Schnitt um 1,4% mehr gezahlt, Gemüse kostete um 0,7% mehr. Öle und Fette hingegen verbilligten sich um 2,2%. Die Preise für alkoholfreie Getränke stiegen um 1,6%.

Verkehr: Deutlicher Preisdämpfer aufgrund billigerer Treibstoffe

Die Preise in der Kategorie Verkehr gingen durchschnittlich um 1,7% zurück. Treibstoffe verbilligten sich insgesamt um 12,6%, im Jahr 2019 hatten sie um 1,5% weniger gekostet. Auch die Preise für Flugtickets gingen im Jahr 2020 zurück (-8,6%). Neue Kraftwagen hingegen kosteten um 4,1% mehr, Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,6%.

Unterschiedliche Entwicklung der Teuerung bei Spezialindizes

Die Jahresveränderungsraten des Miniwarenkorbs (-0,6%), der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln auch Treibstoffe enthält, sowie des Pkw-Index (-1,7%) lagen aufgrund verbilligter Treibstoffe markant unter der allgemeinen Inflationsrate des Jahres 2020 (+1,4%). Die Teuerung des Mikrowarenkorbs (+2,9%), der den Warenkorb des täglichen Bedarfs repräsentiert, war hingegen etwa doppelt so hoch wie die allgemeine Inflationsrate. Die Ausgaben für Tarife und Gebühren stiegen im Jahr 2020 um 1,6%.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Jahr 2020 bei +1,4%

Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex fiel in Österreich mit 1,4% niedriger aus als 2019 (+1,5%). Sie war damit gleich hoch wie jene des VPI.

COVID-19 machte geänderte Vorgangsweise bei Verbraucherpreisindex notwendig

Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von COVID-19 wirkten sich auch auf die Berechnung der Inflationsrate aus. Insbesondere während der Lockdowns konnte ein Teil der Preise nicht wie gewohnt erhoben werden und wurde daher ersetzt beziehungsweise fortgeschrieben. Unterschiedliche Methoden und Ansätze kamen zur Anwendung, um die Erhebungsausfälle zu kompensieren oder um ihren Einfluss auf die Inflationsrate zu begrenzen. Insgesamt waren im Jahr 2020 8,1% der zu erhebenden Preise für Waren und Dienstleistungen von nicht zu ersetzenden Erhebungsausfällen betroffen und mussten unter Verwendung international gängiger und EU-weit abgestimmter Methoden fortgeschrieben werden. (Schluss) kam