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23.07.2021

Getreide und Ölsaaten: Es bleibt bei nervösen Wettermärkten

Heimischer Kassamarkt in mehrfacher Hinsicht auf Suche

Wien, 23. Juli 2021 (aiz.info). - Hitze und Dürre in Nordamerika, die vor allem um die mit unserem Premiumweizen vergleichbaren Sommerweizenbestände und Kanadas Canola-Raps fürchten lassen, exzessiver Regen auf reife französische Weizenbestände und Lagerbildung in deutschen Ackerkulturen sowie sinkende Ertragserwartungen in Russland kehrten jüngst einen Abwärtstrend der internationalen Terminmärkte wieder in eine bullishe Stimmung mit zum Teil sprunghaften Notierungsgewinnen um und unmittelbar darauffolgend Gewinnmitnahmen sowie gleich wieder Korrekturen nach unten. Es bliebt somit bei nervösen Wettermärkten. Der österreichische Kassamarkt ist derweil auf Suche - und das in mehrfacher Hinsicht.

Marktteilnehmer suchen für die Preisbildung Orientierung von den internationalen Märkten. Dabei sind Fragen offen, wie sich die jüngsten internationalen Trends auswirken. Dann sucht man Antworten darauf, wie Qualität und Erträge hierzulande ausfallen werden - zu unterschiedlich ist zurzeit die Berichtslage zwischen pessimistisch - vor allem bei den Sommerungen und beim Raps - und optimistisch. Und nicht zuletzt sucht die Futtermittelindustrie Protein, neben dem aus extrem teuren GVO-freien Ölsaaten auch aus notreifem Weizen mit wenig Hektolitergewicht und viel Eiweiß.

So dreht sich der Markt in diesem Suchereigen im Kreis. Inländische Abgeber verhielten sich zurückhaltend, heißt es, vom sonst üblichen Erntedruck sei wenig zu spüren und Logistik sei knapp und teuer. Generell zeichne sich ab, dass die Preise der Ernte 2021 zwar nicht die jüngsten Höchstwerte alter Ernte erreichten, aber deutlich über jenen direkt aus der Ernte im Sommer 2020 zu liegen kommen. Dies steigere auch die Nervosität von Aufkäufern, sollten nämlich im Herbst reichlich Mais und Sojabohnen hereinschneien und entsprechend Preisdruck ausüben. Einkäufer deckten sich im benachbarten Ausland, ließen sich vereinzelte aus alter Ernte zurückgehaltene Restpartien noch versilbern und blieb am Mittwoch dieser Woche das Kursblatt der Wiener Produktenbörse bei inländischem Getreide neuer Ernte bis auf sporadisch gehandelte Futtergerste und Premiumweizen leer. Gestützt auch vom Futtermittelbereich kam eine, so Beobachter, "stolze" Notierung des Premiumweizens mit 232,50 Euro/t im Schnitt des Preisbandes auf gut dem Niveau der Letztnotierungen alter Ernte und mehr als 30 Euro/t über dessen Erstnotierung im Juli 2020 zustande.

An der Euronext in Paris hielt am Freitagmittag der Mahlweizenfuture zur Lieferung im September bei 211,50 Euro/t, der Maiskontrakt alter Ernte zur Lieferung im August bei 260,75 Euro/t, der neuer Ernte mit Liefertermin November bei 206,75 Euro/t und der August-Raps bei 530,50 Euro/t. (Schluss)