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01.07.2022

Für Strasser und Voglauer bringt Tierwohl-Paket wesentliche Verbesserungen

Bauernbund und Grüne loben bedeutende Änderungen und Planungssicherheit

Wien, 1. Juli 2022 (aiz.info). - ÖVP-Landwirtschaftssprecher und Bauernbund-Präsident Georg Strasser sowie Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, begrüßen in einer gemeinsamen Aussendung das Tierwohl-Paket: "Vom Vieh über die Bauern bis zu den Konsument(-inn)en ist heute ein guter Tag. Es ist uns im parlamentarischen Prozess gelungen, die Tierhaltung in Österreich weiterzuentwickeln. Jede Bäuerin, jeder Bauer will, dass es den Tieren gut geht. Ebenso wie Tierwohl braucht es auch wirtschaftliche Perspektiven, einen realistischen Zeithorizont und praxistaugliche Rahmenbedingungen für unsere Bauernfamilien", betonen Strasser und Voglauer. 

Intensive Verhandlungen hätten wesentliche Änderungen in der Tierhaltung gebracht, "die mit Weitblick und Hausverstand umgesetzt werden können", so Strasser. "Wir sind bereits auf dem richtigen Weg. Österreich ist international Vorreiter beim Tierwohl, wie der erste Platz unter 50 Staaten im Ranking der Tierschutzorganisation 'World Animal Protection' belegt. Wir merken aber auch, dass die gesellschaftlichen Erwartungen in Richtung Tierwohl steigen. Dem entsprechen wir nun. Unser Ziel muss es aber auch sein, die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln sicherzustellen. Die Rechnung ist einfach: Zu hohe Produktionsauflagen bedeuten in Zukunft weniger Betriebe in Österreich. Mit dem Tierwohl-Paket der Bundesregierung wurde ein Programm mit Maß und Ziel geschaffen, von dem Mensch und Tier gleichermaßen profitieren." 

"Das Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung ist ein Durchbruch für den Tierschutz. Nun ist der Weg frei, um ein neues Image für die Branche aufzubauen. Der Streit um die Vollspaltenböden ist beigelegt, jetzt gilt es, in einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Nutztierbranche, Wissenschaft und Tierschutz-NGOs eine planbare Perspektive für die Bäuerinnen und Bauern und eine nachhaltige Produktion in Österreich zu schaffen. Weitere Erfolge, wie das Ende der permanenten Anbindehaltung bei Rindern und strengere Vorgaben bei Tiertransporten, sind Meilensteine im Tierschutz", betont Voglauer.

Das Ende des Vollspaltenbodens markiere eine Zeitenwende in der Tierhaltung. Mit einer angemessenen Übergangsfrist werde betroffenen Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit gegeben. Die Kälberzucht werde ausgebaut und das AMA-Gütesiegel hinsichtlich Tierwohl erweitert. 

Appell: Erhöhte Standards müssen entsprechend abgegolten werden

"Wer Tierwohl fordert, muss auch bereit sein, für höhere Produktionsbedingungen zu bezahlen", appelliert Strasser an die Konsument(inn)en. "Das wahre Volksbegehren findet täglich beim Griff ins Regal statt. Erhöhte Standards müssen entsprechend abgegolten werden, um die heimische Landwirtschaft nicht zu schwächen und die Versorgungssicherheit nicht aufs Spiel zu setzen. Klar ist: Tierwohl hat seinen Preis. Deshalb sind alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette gefordert, diesen Schritt mitzugehen, damit unsere Bauernfamilien nicht auf den Mehrkosten sitzen bleiben", bekräftigt Strasser.
  
Voglauer zeigt die Rahmenbedingungen auf, die bereits geschaffen wurden, um gute wirtschaftliche Perspektiven für bäuerliche Betriebe zu schaffen, die auf Tierwohl setzen: "Die Herkunftskennzeichnung für Gemeinschaftsverpflegung und verarbeitete Produkte ist in EU-Konsultation, Minister Rauch hat die Einführung einer Haltungskennzeichnung mit dem Lebensmittelhandel vereinbart, die Tierschutzvorgaben in der öffentlichen Beschaffung sichern Nachfrage. Zusätzlich gibt es erstmals Förderungen für die Haltung von ausschließlich Schweinen mit Ringelschwänzen und für Freilandhaltung." 

Das Paket wird kommende Woche im Parlament beschlossen und bringt folgende Weiterentwicklungen: das endgültige Aus für unstrukturierte Vollspaltenbuchten in Schweineställen in Österreich mit Ende 2039; bereits ab 2023 das Verbot von unstrukturierten Vollspaltenbuchten in Neu- und Umbauten; bis zu 20% mehr Platz, verpflichtende Klimatisierung, mehr Beschäftigungsmaterial und strukturierte Buchten mit eigenen Liege-, Aktivitäts- und Kotbereichen mit angepasster Temperaturregelung; in einem Projekt werden die Grundlagen für einen neuen Mindeststandard bis 2026 erarbeitet, der dann ab 2040 gelten soll; die Erweiterung des AMA-Gütesiegels in Richtung mehr Tierwohl und Ausbau des Moduls "Tierwohl Plus" auf 1 Mio. Premium-Schweine bis 2030; das Ende der permanenten Anbindehaltung für Rinder ab 2030; die genauere Beobachtung von Tiertransporten, Exportverbot von Mast- und Schlachtrindern in Drittstaaten; das Mindestalter für den Transport von Kälbern wird erhöht; ein Verbot des Schredderns männlicher Küken und der Tötung männlicher Küken ohne Verwendungszweck. (Schluss) 
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