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10.03.2020

FIH-Generalversammlung: Tiertransporte im Fokus

Deutlicher Rückgang bei den Zuchtrinderpreisen

Ried, 10. März 2020 (aiz.info). - Der Fleckviehzuchtverband Inn- und Hausruckviertel (FIH) hielt am vergangenen Samstag seine Generalversammlung in Ried ab, fast 400 Mitglieder folgten der Einladung. Im Mittelpunkt des Abends stand neben den Leistungen der Züchter und der Bilanz auch das Thema Tiertransport. Obmann Johann Hosner forderte einmal mehr, die verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie und im Handel endlich einzuführen.

Erstmals in ihrer neuen Funktion nahmen Oberösterreichs LK-Präsidentin Michaela Langer-Weninger und Kammerdirektor Karl Dietachmair an der FIH-Generalversammlung teil. Die Präsidentin versicherte den Züchtern volle Unterstützung bei ihren Anliegen. "Ja, wir sind gegen Schlachtrindertransporte in Drittländer, wir stehen aber voll zu den Zuchtrinderexporten, weil sie wichtig sind in einem Land mit einem Grünlandanteil von über 50%", betonte sie. Nationalratsabgeordneter Manfred Hofinger gratulierte in seinen Ausführungen den Züchtern zu ihren Leistungen. Die friedlichen Demonstrationen vor den Spar-Supermärkten seien von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung mit Verständnis aufgenommen worden, sagte Hofinger.

Niedrigere Preise hinterlassen Spuren

Der deutliche Rückgang bei den Zuchtrinderpreisen im vergangenen Jahr führte zu einem geringeren Umsatz und hinterließ auch in der Bilanz des FIH seine Spuren. Der Wert der über den Verband im Geschäftsjahr 2018/2019 vermarkteten Zuchtrinder und Kälber reduzierte sich auf rund 14 Mio. Euro. Bei einer Bilanzsumme von 7,03 Mio. Euro und einem Jahresverlust von 312.000 Euro war die Auflösung von Rücklagen notwendig, um ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erreichen. "Die Eigenkapitalquote von 65% beweist, dass in guten Jahren für schwierige Phasen vorgesorgt wurde", so der Obmann.

Doppelnutzungsrassen aktueller denn je

"In Zeiten, in denen extreme Zuchtrichtungen von der Gesellschaft immer stärker hinterfragt werden, sind wir mit der Rasse Fleckvieh, der besten Doppelnutzungsrasse der Welt, auf dem richtigen Weg. Die Zahlen beweisen, dass Fleckvieh heute so leistungsfähig ist wie noch nie zuvor und trotzdem wurde die Langlebigkeit nicht vernachlässigt. Mit einer Durchschnittsleistung der Kühe von über 8.000 kg Milch pro Jahr und einer Lebensleistung von fast 32.000 kg nehmen die FIH-Züchter einen Spitzenplatz in Österreich ein und brauchen auch keine Vergleiche mit ihren Berufskollegen aus Bayern zu scheuen. Natürlich sind spezialisierte Milchrassen noch leistungsfähiger, eine höhere Lebensleistung erreichen sie in Österreich allerdings nicht. Fleckviehstierkälber sind immer noch die beste Basis für die heimische Stiermast", unterstrich Geschäftsführer Josef Miesenberger.

Transparenz bei Zuchtrinderexporten

Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Simone Steiner, zuständig für Veterinärangelegenheiten bei der ZAR. Sie berichtete anhand von Bildern und Videos über einen Export von 30 Zuchtkalbinnen von Oberösterreich nach Aserbaidschan. Der Transport wurde von ihr bis zum Ziel begleitet, vor allem auch die Gesundheit der Tiere wurde dokumentiert. "Die erfreuliche Schlussfolgerung ist: Zuchtrinderexporte können auch über lange Strecken so gestaltet werden, dass die Tiere wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause ankommen", erklärte Steiner.

"Die ZAR will als Dachorganisation der österreichischen Rinderzuchtverbände auch weiterhin Zuchtrinder- und Kälberexporte begleiten und kontrollieren, damit in der aktuellen Diskussion nicht alle in einen Topf geworfen werden. Das sind wir unseren Mitgliedern und natürlich auch den Tieren schuldig, und das hilft uns auch in der Diskussion mit den Ministerien und Tierschützern", meinte Steiner. ZAR-Obmann Stefan Lindner ergänzte, die Notwendigkeit von Kälberexporten wäre nicht gegeben, wenn in Österreich importiertes Kalbfleisch durch Qualitätsware aus heimischer Produktion ersetzt werden würde. Dass dies derzeit offenbar nicht möglich ist, hänge vor allem mit den Dumpingpreisen für importiertes Fleisch und der fehlenden Herkunftskennzeichnung zusammen, so Lindner. (Schluss)