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26.11.2015

EU: Zahl landwirtschaftlicher Betriebe um mehr als ein Viertel gesunken

Österreich mit einem Fünftel weniger Bauernhöfe von 2003 bis 2013

Brüssel, 26. November 2015 (aiz.info). - In der EU ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 2003 bis 2013 um etwas mehr als 4 Mio. oder 27,5% auf 10,8 Mio. zurück. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb mit 174,6 Mio. ha bewirtschafteten Boden jedoch fast unverändert, wie aus den von Eurostat, dem statistischen Amt der EU, veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen der letzten EU-Betriebsstrukturerhebung hervorgeht. Demnach nahm die durchschnittliche landwirtschaftliche Fläche je Betrieb um 38% zu - von 11,7 ha (2003) auf 16,1 ha (2013).

Österreich verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren einen Rückgang bei den landwirtschaftlichen Betrieben von knapp 20%. In Deutschland gab es 2013 knapp ein Drittel weniger Höfe als noch zehn Jahre zuvor. Ein deutlicher Rückgang von mehr als 60% der bäuerlichen Betriebe wurde in der Slowakei und in Bulgarien beobachtet. Nach Angaben von Eurostat, halbierte sich die Anzahl der Betriebe in Italien, in Estland und in der Tschechischen Republik. Mit einer Abnahme von lediglich 6 und 1% hinterließ der Strukturwandel in Slowenien und in Schweden dagegen kaum Spuren. In Irland wuchs die Zahl der Bauernhöfe sogar um 3% an.

Die größten Betriebe mit 133 ha gibt es in der Tschechischen Republik, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 93 ha. In Österreich liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei 19 ha und in Deutschland bei 58 ha.

Knapp 30% der EU-Agrarfläche liegen in Frankreich und Spanien

Die beiden Mitgliedstaaten mit dem insgesamt größten landwirtschaftlich genutzten Areal waren im Jahr 2013 Frankreich (15,9% der agrarischen Gesamtfläche in der EU) und Spanien (13,4%), gefolgt vom Vereinigten Königreich (9,9%), Deutschland (9,6%), Polen (8,3%), Rumänien (7,5%) und Italien (6,9%).

Österreich gehört zu den Ländern mit dem größten Rückgang der Agrarfläche. Nach Zypern (-30,1%) liegt die Alpenrepublik mit -16,3% an zweiter Stelle, gefolgt von der Slowakei (-11%). Die stärkste Zunahme wurde hingegen in Bulgarien registriert (+60,1%), vor Lettland (+26,1%), Griechenland (+22,4%) und Estland (+20,3%).

Ein Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU befand sich 2013 in Rumänien (3,7 Mio. und damit 33,5% aller Betriebe in der EU), mit weitem Abstand gefolgt von Polen (1,4 Mio. Betriebe bzw. 13,2% der EU- Gesamtzahl), Italien (1 Mio. bzw. 9,3%) und Spanien (fast 1 Mio. bzw. 8,9%).

Österreich zählt zu den Ländern mit den meisten Junglandwirten

Fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebsleiter in der EU war 2013 mindestens 65 Jahre alt. Österreich gehört zu den Ländern mit dem kleinsten Anteil (8,6%) an Betriebsführern die 65 Jahre oder älter sind und weist zudem einen der höchsten Werte (10,9%) in der jüngsten Altersgruppe (Betriebsleiter unter 35 Jahren) auf. Bei Letzteren liegt der Anteil nur noch in Polen (12,1%) höher. Am niedrigsten war der Anteil der Junglandwirte in Zypern (1,7%), Dänemark und Portugal (je 2,5%) sowie in den Niederlanden (3,1%).

In die Altersgruppe 65 Jahre oder älter fallen nur in Deutschland noch weniger Betriebsführer (6,5%) als in Österreich. Während dieser Anteil in Polen (9,6%), Finnland (10,2%), Frankreich (12,4%) und Luxemburg (14,4%) auch gering ausfällt, sind im Gegensatz dazu in Portugal die Hälfte (50,1%) aller Betriebsleiter 65 Jahre oder älter. Außerdem waren in Rumänien (41%), Zypern (40%) Italien (39,7%), Bulgarien (36,7%), Litauen (34%), Spanien und Kroatien (je 33,3%) mindestens ein Drittel der Betriebsführer in diesem Alter. Ferner machte die Altersgruppe der 55 bis 64-jährigen in fast jedem EU-Mitgliedstaat ein Viertel aller Betriebsleiter aus.

Die ausführliche Pressemitteilung mit detaillierten Grafiken und Tabellen ist als Download auf aiz.info abrufbar. (Schluss) mö/hub

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