Sie sind noch nicht eingeloggt:
21.01.2022

EU-Schweinemarkt fest im Griff von Omikron und ASP

Österreich: Notierung sinkt um 5 Cent

Wien, 21. Jänner 2022 (aiz.info). - Der Schweinemarkt in der EU steckt weiterhin in der Zwickmühle zwischen Afrikanischer Schweinepest (ASP) und COVID-Pandemie. Neben den seit zwei Jahren bekannten Absatzbremsen durch Einschränkungen beim Außer-Haus-Verzehr und der ASP-bedingten Asien-Exportsperre Deutschlands sind nun viele Schlacht- und Zerlegebetriebe gezwungen, wegen krankheits- oder quarantänebedingter Ausfälle von Mitarbeitern die Aktivitäten mehr oder weniger stark zu reduzieren. Somit tritt aktuell die absurde Situation ein, dass der Flaschenhals Schlachtung und Zerlegung für Rückstau am Lebendmarkt sorgt, während der Fleischmarkt nicht mehr so unter Druck steht wie kurz nach dem Jahreswechsel. Vor diesem Hintergrund musste in Deutschland die Erzeugernotierung auf Druck des mit Hauspreisen agierenden Betriebes Tönnies eine Korrektur um 3 Cent nach unten durchführen. Durch diesen Auslöser verlieren die Notierungen EU-weit 3 bis 5 Cent. 

Auch in Österreich läuft das Geschäft am Lebend- und Fleischmarkt schleppend. Kein Wunder, die explodierenden Omikron-Fälle dezimieren auch hierzulande die Schlagkraft in der Fleischverarbeitung und lassen beim Fleischhandel Richtung Gastro und Hotellerie jede Hoffnung im Keim ersticken. Damit gelang es abermals nicht, den etwa 20%igen Überhang am Lebendmarkt abzubauen. In der Konsequenz war die Erzeugerseite gezwungen, an der heimischen Börse den Abnehmerforderungen von 5 Cent zu entsprechen. Die Mastschweine-Notierung sinkt damit auf 1,40 Euro (Berechnungsbasis: 1,30 Euro) je kg Schlachtgewicht. "Mit dem Preisrückgang dürfte wenigstens die Wahrscheinlichkeit gestiegen sein, dass nun im Jännerloch der Tiefpunkt erreicht ist. Damit sollte die Fleischwirtschaft mit umfangreicheren Einlagerungsaktionen zur Räumung und Normalisierung am Lebendmarkt beitragen können", erklärt Johann Schlederer, Geschäftsführer der Schweinebörse. (Schluss)