Sie sind noch nicht eingeloggt:
11.06.2021

EU: Flotter Lebendschweinemarkt - Flaute beim Fleischabsatz

Notierung bleibt in Österreich auf dem Vorwochenniveau

Wien, 11. Juni 2021 (aiz.info). - Die Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen ist in Europa anhaltend groß, da das Angebot im Vergleich zu Vorjahren schwächelt. Dies sind Spätfolgen der Corona-bedingten Preiseinbrüche im letzten Frühsommer. Weil aber der EU-Fleischhandel zurzeit mit einem Durchhänger beim Asienexport zu kämpfen hat, ist reichlich Fleisch - frisch oder gefroren - am Binnenmarkt verfügbar. Gastronomie-Öffnungen und Grillsaison haben noch zu wenig Zugkraft, um die aktuelle China-Exportflaute zu kompensieren. In Deutschland zeigt sich die Diskrepanz zwischen Lebend- und Fleischmarkt in Form einer unterpreisigen Hauspreispolitik namhafter Schlachtunternehmen. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat aber ihren Basispreis für Schlachtschweine unverändert belassen.

Auch in Österreich ist der Markt zweigeteilt. Einer regen Nachfrage nach Schlachtschweinen steht ein zähes Geschiebe am Fleischmarkt gegenüber, berichtet Johann Schlederer von der Schweinebörse. Aber auch der Fleischmarkt läuft unterschiedlich. Bei klein- und mittelbetrieblichen Unternehmen, die traditionell stärker auf regionale Gastro-Versorgung ausgerichtet sind, läuft das Geschäft wieder lebhafter. Exportorientierte Großbetriebe hingegen lenken zurzeit den Warenstrom verstärkt Richtung Gefrierlager. Diese namhaften Großabnehmer leisten daher derzeit an der heimischen Schweinebörse erheblichen Widerstand gegen Preisambitionen der Erzeugerseite. Vor diesem Hintergrund wurde die Mastschweine-Notierung auf dem unveränderten Vorwochenniveau von 1,69 Euro (Berechnungsbasis: 1,59 Euro) je kg Schlachtgewicht fixiert. (Schluss)