Sie sind noch nicht eingeloggt:
14.06.2018

EU: Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2030 auf 32% steigen

Mengen von Biodiesel und Bioethanol werden nicht erhöht

Brüssel, 14. Juni 2018 (aiz.info). - Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien statt der bisher angenommenen 27% auf 32% am Gesamtverbrauch steigen, darauf haben sich am frühen Donnerstagmorgen die Europäische Kommission, das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten im Trilog geeinigt. Der Anteil der Erneuerbaren im Transportsektor soll dabei mindestens 14% betragen. Bei der Ausweitung von Alternativen zum Mineralöl sollen Biokraftstoffe vom Acker allerdings keine größere Rolle spielen. Der Anteil von pflanzenbasierten Biokraftstoffen von 7% aus dem Jahr 2020 soll auch in den Jahren bis 2030 fortgeschrieben werden. Die EU-Kommission hatte einen Höchstanteil von 3,8% vorgeschlagen.

Vor allem die EU-Mitgliedstaaten hatten sich dafür eingesetzt, bestehende Investitionen in Biodiesel und Bioethanol zu schützen. Allerdings werden zukünftig Elektromobilität und Biotreibstoffe der zweiten Generation (aus Abfällen und Reststoffen) deutlich stärker gefördert, so dass es für die konventionellen Biokraftstoffe unter dem 14%-Ziel eng werden könnte. Biokraftstoffe der zweiten Generation werden doppelt angerechnet und sollen bis 2030 einen Mindestanteil von 3,5% haben. Der Stromverbrauch für Elektrofahrzeuge wird vierfach gerechnet, der Zugverkehr 1,5-fach, Flugzeuge und Schiffe mit alternativen Antriebsarten 1,2-fach. Für Speiseöle wird eine Obergrenze von 1,7% eingeführt. Palmöl soll ab 2019 vermindert werden und schrittweise bis 2030 auslaufen.

"Der Kompromiss ist ein wichtiges Signal für die Bioethanolwirtschaft, die damit Planungssicherheit bis 2030 erhält und auch für die Landwirte, die mit dem Anbau von Biomasse für die nachhaltige Biokraftstoffproduktion in einem zunehmend schwankenden Marktumfeld ein weiteres finanzielles Standbein haben. Der jetzt beschlossene Mindestanteil von 14% erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch im Verkehr und die grundsätzliche Beibehaltung der Obergrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse sind die richtige Weichenstellung. Dies kann eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen im Verkehr bewirken", stellte Norbert Schindler, Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit. Kritisch sei die vorgesehene Mehrfachanrechnung erneuerbaren Stroms im Straßenverkehr zu sehen, die nur zu einer virtuellen Erhöhung des Einsatzes erneuerbarer Energie führe und deshalb keinen tatsächlichen Nutzen für den Klimaschutz habe. (Schluss) mö