Sie sind noch nicht eingeloggt:
24.06.2019

Doppelte Lebensmittelstandards: Osteuropäer kaum benachteiligt

EU-Kommission präsentiert Vergleichsstudie

Brüssel, 24. Juni 2019 (aiz.info). - Osteuropäische EU-Mitgliedstaaten haben sich in den vergangenen Monaten über eine schlechtere Qualität bei Markenerzeugnissen, die von westlichen Herstellern mit identischer Aufmachung angeboten werden, beklagt. Eine heute präsentierte Studie der EU-Kommission belegt, dass doppelte Produktstandards bei Lebensmitteln eher die Ausnahme sind.

Unterschiedliche Qualitäten von Fetten oder Kakao in EU-weit gehandelten Markensüßwaren sorgten zum Beispiel in Ungarn, Tschechien oder Polen für Ärger. Das ging in Einzelfällen so weit, dass dort auch zum Boykott von westlichen Markenprodukten aufgerufen wurde. Auch bei Softdrinks, Kaffee oder Fischstäbchen wurden von Konsumenten Unterschiede festgestellt und bemängelt.

Nach der heute in Brüssel präsentierten Untersuchung des Joint Research Centers der EU-Kommission wurden lediglich 9% der Proben trotz unterschiedlicher Qualitäten mit identischer Aufmachung angeboten. Bei 22% der Proben wurde die unterschiedliche Qualität dem Kunden zumindest mit einer leichten Abweichung in der Aufmachung signalisiert. Ein weiteres Drittel der Markenprodukte weist im Osten und Westen der EU die gleichen Inhaltsstoffe auf. Das letzte Drittel macht mit völlig unterschiedlichen Aufmachungen klar, dass die Markenprodukte etwas andere Zusammensetzungen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten haben. Eine mögliche Irreführung liegt also nur in 9% der untersuchten Lebensmittel vor.

Nach EU-Recht und den Grundsätzen des Binnenmarktes können Unternehmen ihre Produkte für die verschiedenen Märkte unterschiedlich gestalten. Jedoch dürfen Verbraucher nicht irregeführt werden, indem ihnen ohne legitime und objektive Gründe unterschiedliche Produkte als identisch angeboten werden. Es dürfe in der EU keine "Konsumenten zweiter Klasse" geben, betonte eine Sprecherin von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei der Vorstellung der Studie. Deshalb wolle die Brüsseler Behörde die Rechte von Verbraucherschutzorganisationen stärken. (Schluss) mö

  • Unser Lagerhaus © Archiv