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29.03.2016

Deutschland positioniert sich pro Glyphosat

Agrarminister Schmidt: Technische Verlängerung auf EU-Ebene schwierig

Berlin, 29. März 2016 (aiz.info). - Die Position des deutschen Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Wiederzulassung von Glyphosat ist "rein wissenschaftsbasiert", erklärte Bundesagrarminister Christian Schmidt gegenüber agrarzeitung.de. Die einheitliche Linie von Bundeswirtschaftsministerium, -umweltministerium sowie -landwirtschaftsministerium, die in Deutschland für Entscheidungen auf EU-Ebene über die weitere Verwendung von Glyphosat erforderlich ist, sehe deshalb eine Verlängerung der Zulassung des Herbizidwirkstoffs vor. Schmidt habe der EU-Kommission kürzlich einen neu formulierten Vorschlag vorgelegt. Wenn dieser in Brüssel akzeptiert werde, stehe einer Zustimmung Deutschlands zu der Wiederzulassung von Glyphosat nichts mehr im Wege, so der Minister.

Auf EU-Ebene hält Schmidt eine technische Verlängerung durch die EU-Kommission allerdings für eine "schwierige Operation". Seiner Meinung nach könnte es aber schon bald eine endgültige Abstimmung über die Zulassung geben. Die ablehnenden Positionen anderer Länder im Vorfeld der Entscheidung habe ihn allerdings "überrascht". Denn grundsätzlich hätten sich die Länder laut Schmidt auf den wissenschaftsbasierten Ansatz geeinigt.

Aber auch Deutschland hat sich bei der Abstimmung über die Wiederzulassung von Glyphosat im zuständigen EU-Ausschuss für die Lebensmittelkette der Stimme enthalten. Deutschland glaube nicht mehr an die positive Einschätzung seines eigenen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), kritisierte daraufhin der deutsche Europaabgeordnete Peter Jahr. (Schluss)

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