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21.07.2021

Bauernbund begrüßt AMA-Masterplan: Mehr Tierwohl bis 2030

Bauernfamilien sind bereit für Veränderungen - Solidarität aller Marktteilnehmer nötig

Wien, 21. Juli 2021 (aiz.info). - Seit Monaten arbeiten Vertreter der Schweinebranche, die Agrarmarkt Austria (AMA), die Landwirtschaftskammer sowie der Bauernbund intensiv an der Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels in Richtung mehr Tierwohl. Kürzlich ist im AMA-Fachgremium, das aus Vertretern der Landwirtschaft, der Schlacht- und Zerlegebetriebe sowie einiger Lebensmitteleinzelhändler besteht, ein richtungsweisender Beschluss gelungen.

"Wir haben uns seit Monaten um eine Lösung bemüht, haben alle wichtigen Akteure eingebunden und sind heute mit diesem Beschluss sehr zufrieden. Mit dieser Weiterentwicklung wollen die heimischen Schweinebäuerinnen und -bauern den Wünschen der Gesellschaft gerecht werden. Mit dem Stufenplan, der 2022 starten soll, werden Zwischenstufen zeitlich konkretisiert und begleitende Maßnahmen für die Umsetzung auf den bäuerlichen Betrieben definiert. Wichtig ist, dass diese Weiterentwicklung jetzt von allen handelnden Akteuren mitgetragen wird und die Bäuerinnen und Bauern nicht auf ihren Mehrkosten sitzen bleiben. Von den Händlern bis hin zur öffentlichen Beschaffung und den Gastronomen brauchen wir jetzt die Zusage für mehr Tierwohl-Lebensmittel", so Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Strasser: Marktmacht heißt Verantwortung

338 Mio. Euro haben die österreichischen Lebensmitteleinzelhändler im Jahr 2020 für Werbung ausgegeben. Damit hat der Handel mit Abstand die meiste Marktmacht und viele Möglichkeiten, Tierwohl-Produkte zu bewerben. "Die Branche will sich weiterentwickeln und mehr Tierwohl-Produkte auf den Markt bringen. Das ist ein wichtiger Beitrag zu Klimaschutz und Tierwohl. Der Tisch ist also gedeckt, öffentliche Beschaffung, Handel und Konsumenten sind jetzt aufgerufen, die Produkte nachzufragen und mit dieser Kaufentscheidung die heimischen Schweinebäuerinnen und -bauern bei dieser positiven und zukunftsträchtigen Entwicklung zu unterstützen. Zudem brauchen wir begleitende Maßnahmen, insbesondere in der nationalen Ausgestaltung der GAP", appelliert Strasser an alle handelnden Akteure, ihre Verantwortung für mehr Tierwohl und Klimaschutz im jeweiligen Bereich wahrzunehmen. (Schluss) - APA OTS 2021-07-21/11:53