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25.10.2012

Kroatien: Verhandlungen über höhere Milcherzeugerpreise gescheitert

Milchbauern setzen Boykott fort und drohen mit Grenzblockaden

Zagreb, 25. Oktober 2012 (aiz.info). - Die gestrige Marathonsitzung zwischen Bauern und Molkereien im kroatischen Landwirtschaftsministerium in Zagreb über die Erhöhung des Erzeugerpreises für Milch ist gescheitert. Die Milchbauern setzen daher ihre seit Wochenbeginn laufenden Proteste fort und liefern auch weiterhin keine Milch an die Molkereien. Zudem drohen sie mit Grenzblockaden, um den Import von Milch zu verhindern, berichtet die APA, bezugnehmend auf Berichte der kroatischen Nachrichtenagentur Hina.

Die Bauern hatten ursprünglich einen Abnahmepreis von 4,05 Kuna (EUR 0,54) pro Liter Milch (entspricht 1,02 Kilogramm) gefordert. Derzeit erhalten sie von den Molkereien zwischen 1,95 und 2,4 Kuna, im Handel kostet der Liter etwa 5,5 Kuna. Bei den gestrigen Verhandlungen senkten die Bauern ihre Forderung auf 3,5 Kuna, die Molkereien boten 2,43 Kuna - laut Landwirtschaftsminister Tihomir Jakovina "ein korrektes Angebot". Er stellte außerdem Maßnahmen der kroatischen Entwicklungsbank (HBOR) vor, die Umschuldungsprogramme der Kredite der Milchbauern vornehmen könnte.

Die Landwirte fürchten um ihre Höfe, auf denen Hypotheken lasten. Laut dem Landwirtschaftsministerium sperrten im vergangenen Jahr 2.228 Milchfarmen zu, in den acht Monaten 2012 waren es 963. (Schluss)

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