Sie sind noch nicht eingeloggt:
25.05.2012

Frankreichs neuer Agrarminister setzt auf Kontinuität

Bauernverband zufrieden mit Le Foll

Paris, 25. Mai 2012 (aiz.info). - Während in der großen Politik in Frankreich neue Akzente gesetzt werden, bleibt in der Landwirtschaft alles beim Alten. Die französischen Agrarverbände sind zuversichtlich. Der französische Bauernverband (FNSEA) hat dem neuen Agrarminister Stéphane Le Foll sein Vertrauen ausgesprochen. Der bisherige Abgeordnete im Europäischen Parlament sei mit der Landwirtschaft und mit Europa vertraut und bringe deshalb gute Voraussetzungen für den Posten mit, lobte der Verband. Auch die Umbenennung seines Ministeriums in Paris zum "Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft" wird von den Agrarverbänden begrüßt. Die Fischerei wurde aus dem Ministerium herausgenommen. Dafür soll eine Politik für den gesamten Agrarsektor und für die Verbraucher gemacht werden.

Selbst der bisherige Landwirtschaftminister Bruno Le Maire geht wohlwollend mit seinem Nachfolger um. Le Foll kenne das Dossier, lobte Le Maire in dieser Woche im französischen Radio. Einigkeit bestünde vor allem in der Frage des EU-Agrarbudgets. Das dürfe um keinen einzigen Euro gekürzt werden, sind sich die Minister einig. Auch in anderen Punkten gibt es zwischen Le Foll und Le Maire mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Beide wollen mit der kommenden EU-Agrarreform den Verhandlungsspielraum von Berufsverbänden erweitern. Verbände sollen über Mengen und Preise mit den Abnehmern von Agrarerzeugnissen verhandeln, um die Gewinnspannen von Landwirten zu verbessern.

Parteiübergreifend halten die Franzosen auch an der Mengensteuerung fest. Die Zuckerquoten sollen bis 2020 verlängert werden und die Pflanzrechte für Wein erhalten bleiben. Auch für die Milch wünscht sich Le Foll weiterhin Möglichkeiten zur Kürzung des Angebots in Krisenzeiten. Doch bevor sich der neue Agrarminister in die Verhandlungen um die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wirft, will er sich erneut den Wahlen stellen. Le Foll kandidiert im westfranzösischen Departement La Sarthe für die Parlamentswahlen am 10. und 17.06. Sollte er wider Erwarten scheitern, will Le Foll den Ministerposten aufgeben und Abgeordneter in Brüssel bleiben. (Schluss) mö

  • Unser Lagerhaus © Archiv