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25.05.2012

Europäischer Milchhandelsverband tagt in Wien

Berlakovich: Österreich setzt auf höchste Milchqualität und Gentechnikfreiheit

Wien, 25. Mai 2012 (aiz.info). - Der europäische Milchhandelsverband "Eucolait" hält diese Woche von Donnerstag bis Freitag in Wien seine Generalversammlung ab. Im Rahmen dieser Veranstaltung, an der etwa 200 Branchenexperten teilnehmen, findet heute eine ganztägige Fachkonferenz statt, die am Vormittag von Bundesminister Nikolaus Berlakovich eröffnet wurde und sich mit der aktuellen Entwicklung der internationalen Märkte für Milchprodukte befasste. Berlakovich wies in seiner Rede vor den internationalen Branchenexperten darauf hin, dass "die österreichische Michwirtschaft schon seit Jahren im Spannungsfeld von sich verändernden politischen Rahmenbedingen einen erfolgreichen Weg beschreitet". Weiters betonte der Minister, dass die Genossenschaften und Erzeugerorganisationen in der künftigen - von volatilen Preisen geprägten - Marktsituation eine große Rolle spielen werden.

"Die gesamte österreichische Milchproduktion ist gentechnikfrei und mit über 15% der Anlieferung hat unser Land in der Europäischen Union den höchsten Biomilchanteil. Die heimische Milchwirtschaft setzt auf Qualität und Diversifizierung, sie ist zum Beispiel mit Heumilch-Produkten sehr erfolgreich", berichtete Berlakovich. Die Außenhandelsbilanz im Milchbereich sei seit Jahren positiv.

Genossenschaften und Erzeugerorganisationen gewinnen an Bedeutung

"In einer Zeit volatiler Preise gewinnen die Genossenschaften noch mehr an Bedeutung. Die Zusammenarbeit der Milchbauern in den Genossenschaften bringt die besten Voraussetzungen für das Erreichen gemeinsamer Ziele und vor allem eine höhere Wertschöpfung", zeigte sich der Minister überzeugt. Die Bildung von Erzeugerorganisationen und Branchenverbänden werde mit dem EU-Milchpaket ermöglicht und unterstützt. Damit könne die Verhandlungsmacht der Erzeuger gestärkt und die Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette Milch verbessert werden. "Auf europäischer Ebene gibt es dazu auch das Hochrangige Forum zur Verbesserung der Funktionsweise der Lebensmittelkette. Eine angemessene Verteilung der Wertschöpfung und die Erhöhung von Transparenz und faire Vertragspraktiken sind dabei zentrale Themen. Dem Handel kommt eine wichtige Aufgabe als Kommunikator gegenüber den Konsumenten zu", unterstrich Berlakovich.

Heimische Molkereien stark exportorientiert

Der europäische Milchhandelsverband "Eucolait" vertritt die Interessen der Käufer, Importeure und Exporteure von Molkereiprodukten in den EU-Mitgliedsländern und fungiert auch als wichtige Informationsdrehscheibe. Präsident des Verbandes ist der Belgier Jack F. Baines. Die Alpenrepublik ist bei Eucolait durch die Vereinigung österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) vertreten, deren Präsident Helmut Petschar heute bei der Konferenz die Besonderheiten der heimischen Milchwirtschaft darstellte. Petschar verwies auf die kleinbäuerlichen Strukturen und auf den hohen Anteil von Milch, die in den Berg- und benachteiligten Gebieten erzeugt wird. Ebenso berichtete er über die strategische Ausrichtung der österreichischen Milchverarbeiter, "die nicht Massenware erzeugen, sondern sich mit speziellen Qualitätsprodukten und der gentechnikfreien Erzeugung sowie mit der Einhaltung höchster Umwelt- und Tierschutzstandards von den Mitbewerbern abheben".

"Der europäische beziehungsweise internationale Milchmarkt ist für die österreichischen Molkereien insofern von großer Bedeutung, weil mittlerweile bereits 44% der heimischen Milcherzeugnisse exportiert und die Auslandsmärkte auch aufgrund der steigenden Anlieferung noch wichtiger werden. Unsere Milchverarbeiter punkten im Export vermehrt mit Fertigprodukten, die eine hohe Wertschöpfung aufweisen. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind weiterhin Deutschland und Italien", informierte Petschar.

"Der weltweite Milchmarkt ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen, davon haben auch die europäischen und österreichischen Molkereien profitiert. Die derzeit sehr differenzierte Entwicklung auf den Märkten zeigt dennoch einen mittelfristig positiven Entwicklungstrend auf", berichtete Petschar. Die aktuelle Situation am Markt sei zwar durch die hohe Anlieferung angespannt, auf der anderen Seite nehme aber der globale Milchverbrauch insbesondere in den Schwellenländern spürbar zu, so der VÖM-Präsident. Außerdem dürften die täglichen Liefermengen - dem saisonalen Trend folgend - bald wieder zurückgehen, dann sollte auch der Preisdruck nachlassen. (Schluss) kam - APA OTS 2012-05-25/12:00

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