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11.07.2012

Copa-Cogeca: EU-Milcherzeuger durch Preiseinbrüche unter Druck

Brite ist neuer Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Milch"

Brüssel, 11. Juli 2012 (aiz.info). - Der Brite Mansel Raymond ist neuer Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Milch und Milcherzeugnisse" der europäischen Bauernverbände und ihrer Genossenschaften, Copa-Cogeca. Zu seinen Stellvertretern wurden Sami Antero Kilpelainen, von der finnischen MTK (Union der Land- und Forstwirtschaft) und den finnischen Molkereigenossenschaften, sowie Tommaso Mario Abrate, der gegenwärtige Nationalpräsident des Milchsektors für die italienische Agrargenossenschaftsorganisation Confcooperative, gewählt. Raymond, derzeit Vorsitzender des Dairy Boards der National Farmers' Union, will sich insbesondere um die Verbesserung der schwierigen Marktlage und die Bewältigung zentraler Herausforderungen wie der extrem großen Marktvolatilität, der Produktionskostensteigerungen und der Wettbewerbsfähigkeit der Milchwirtschaft im Rahmen der zukünftigen GAP bemühen.

"Die Milcherzeuger, die zur Ernährungssicherheit und zum Erhalt der Beschäftigung in ländlichen Gebieten beitragen, sind mit einer schwierigen Marktlage konfrontiert - mit sinkenden Preisen, die nicht immer durch Konsumänderungen getragen werden. In Anbetracht der hohen Produktionskosten, die in einzelnen Ländern den Erzeugermilchpreis übersteigen, treiben weitere Preisstürze den Sektor in eine ähnliche Situation wie 2009", warnt Raymond. Die jüngsten Preiseinbrüche ab Hof, wie in Großbritannien, Polen, Litauen, der Slowakei und mehreren anderen Ländern, seien "inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen", so der neue Vorsitzende. Stattdessen seien Preissteigerungen zur Sicherung der Versorgung dringend notwendig.

Private Lagerhaltung obligatorisch - Interventionspreise aktualisieren

"Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage fordern die Bauernverbände eine Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die nicht dazu führt, dass die Produktionskosten aufgrund des Drucks auf die EU-Futterproduktion steigen. Wir wollen auch, dass die EU-Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver mit Rücksicht auf die höheren Produktionskosten für die Landwirte aktualisiert werden. Weiters sollte auch die Private Lagerhaltung obligatorisch zur Anwendung kommen und nicht freiwillig ausgestaltet werden", ergänzt Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen.

Seit Anfang 2012 sind die Einkommen der Milcherzeuger durch niedrigere Preise ab Hof unter Druck gesetzt worden, was durch ungünstige Weltmarktbedingungen noch verschärft wurde. In einer Reihe von EU-Ländern haben sich die Verarbeitungsbetriebe diese Position der Schwäche zunutze gemacht. (Schluss)

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