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10.05.2022

Norbert Totschnig folgt Elisabeth Köstinger als Landwirtschaftsminister nach

Kanzler Nehammer kündigt größere Regierungsumbildung an

Wien, 10. Mai 2022 (aiz.info). - Der derzeitige Direktor des Österreichischen Bauernbundes, Norbert Totschnig, folgt Elisabeth Köstinger, die gestern ihren Rücktritt bekanntgegeben hat, als Landwirtschaftsminister nach. Dies gab Bundeskanzler Karl Nehammer heute, Dienstag, in einem Pressegespräch bekannt. Nehammer kündigte in diesem Zusammenhang eine größere Regierungsumbildung an.
 
Konkret werden die Tourismusagenden vom Landwirtschafts- in das neue große Arbeits- und Wirtschaftsministerium unter Führung von Bundesminister Martin Kocher übertragen. Dort wird dafür als neue Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler, bisher Obfrau des Fachverbandes Hotellerie, zuständig sein. Jugend-Staatssekretärin Claudia Plakolm wird sich künftig auch um die Zivildienstagenden, die bisher im BMLRT angesiedelt waren, kümmern. Die bisher von Margarete Schramböck wahrgenommenen Digitalisierungskompetenzen wandern ins Finanzministerium zurück, dort bekommt Minister Magnus Brunner dafür einen Staatssekretär - Florian Tursky, bisher Büroleiter des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter. Wie Nehammer weiter mitteilte, werde Bundespräsident Alexander Van der Bellen heute Nachmittag Gespräche mit den neuen Regierungsmitgliedern führen, deren Angelobung solle dann "zeitnah erfolgen".
 
Leidenschaftlicher Kämpfer für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern
 
Mit Norbert Totschnig werde nun ein "anerkannter und angesehener Experte, den ich seit vielen Jahren kenne", das neu geordnete Landwirtschaftsministerium übernehmen, unterstrich Nehammer. Totschnig sei ein "großer, leidenschaftlicher Kämpfer für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern". Er wisse auch, worauf es ankommt, um die Lebensmittel-Versorgungssicherheit in Österreich zu gewährleisten und den bäuerlichen Betrieben eine Zukunft zu geben. Das Agrarressort habe angesichts der Covid-Pandemie und des Ukrainekrieges noch mehr an Bedeutung gewonnen. Der neue Minister werde sich mit wichtigen Zukunftsaufgaben befassen müssen und Totschnig habe diesbezüglich sein volles Vertrauen, sagte Nehammer.
 
Seit 20 Jahren in Österreich und auf EU-Ebene politisch aktiv
 
Norbert Totschnig wurde am 6. Juni 1974 in Lienz, Osttirol geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Tristach und der Hauptschule in Lienz absolvierte Totschnig von 1988 bis 1992 die PSF für Metallverarbeitung in Lienz. Nach dem Präsenzdienst in Innsbruck, besuchte er den Aufbaulehrgang für Automatisierungstechnik an der HTL in Bregenz. Im Jahr 2001 schloss er das Studium der Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck ab.
 
Seinen Berufseinstieg machte Totschnig als Parlamentarischer Mitarbeiter für Nationalrat und Bauernbund-Präsident Georg Schwarzenberger und als Assistent für die Abgeordnete für das Europäische Parlament, Agnes Schierhuber. Im Mai 2002 wurde Totschnig Generalsekretär der Bauernbund Jugend, diese Tätigkeit übte er bis zum Januar 2007 aus.
 
Von 2007 bis 2009 arbeitete er im Maschinenring Österreich. Im Februar 2009 kehrte Totschnig wieder zurück in das Team des Österreichischen Bauernbundes, dort arbeitete er bis 2011 als Büroleiter. Anschließend war er als Klubreferent für Ökologie und Land- und Forstwirtschaft im Parlamentsklub der ÖVP zuständig. Im Dezember 2013 wechselte er in das Kabinett von Vizekanzler Michael Spindelegger im Bundesministerium für Finanzen.
 
Nach der Amtszeit von Spindelegger arbeitete Totschnig als Referent im Kabinett von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Wien. Von März 2016 bis zum 31. Juli 2017 war er als Klubreferent für Umwelt, Land-Forstwirtschaft, Lebensmittel, Tierschutz und Menschenrechte im Parlamentsclub der ÖVP in Wien tätig. Seit 1. August 2017 ist Totschnig Direktor des Österreichischen Bauernbundes. (Schluss) kam