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02.02.2022

Pflanzenbau in Österreich punktet mit Qualität und Transparenz

Pflanzenschutz wird genau dokumentiert und kontrolliert

Wien, 2. Februar 2022 (aiz.info). - Die europäische und österreichische Landwirtschaft stellen nicht nur die Versorgung mit Lebensmitteln, erneuerbaren Rohstoffen und Energie sicher, sondern sorgen auch für Umweltleistungen und transparente Produktion. Gerade auch im Pflanzenschutz, der zur Sicherung von Ernte und Versorgung dient, punkten die heimischen Agrarbetriebe mit hoher Qualität, Effizienz und Nachvollziehbarkeit. Das betonten die Präsidenten der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, der LK Niederösterreich, Johannes Schmuckenschlager, und der LK Oberösterreich, Franz Waldenberger, in einer gemeinsamen Aussendung.

Moosbrugger: Klares Ja zu Nachvollziehbarkeit

"Wenn auf unseren Betrieben Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, ist für maximale Professionalität und Nachvollziehbarkeit gesorgt. Jeder Anwender muss einschlägig ausgebildet sein und über einen Sachkundenachweis verfügen. Außerdem muss jeder Mitteleinsatz genau dokumentiert werden. Gemäß EU- und nationalem Recht sind alle Bäuerinnen und Bauern dazu verpflichtet, Aufzeichnungen zu führen und diese mehrere Jahre lang aufzubewahren. Diese Daten werden dann bei externen, unabhängigen Vor-Ort-Kontrollen zur Verfügung gestellt und überprüft. Fragen nach dem Was, Wann, Wo, Wieviel und Warum sind dabei zu beantworten", betont Moosbrugger. Alle Pflanzenschutzmittel, die in der EU anwendbar sind, können außerdem im öffentlichen Pflanzenschutzmittel-Register nachgelesen werden. 

"Unsere bäuerlichen Familienunternehmen wirtschaften hochqualitativ, effizient und nachvollziehbar. Klar lehnen wir jedoch ab, dass einzelbetriebliche Pflanzenschutz-Daten zentral erfasst und veröffentlicht werden. Das würde nicht nur enorme Bürokratie bedeuten. Es ist auch in keinem anderen Wirtschafts- oder Industriebereich der Fall, wo genauso verschiedenste Mittel zum Einsatz kommen. Wir wollen verhindern, dass unsere Familienbetriebe wegen der notwendigen Pflanzenmedizin in polemisierender und verzerrter Darstellung an den Pranger gestellt werden - möglicherweise gerade in Jahren, in denen Witterung oder Schädlingsdruck besonders herausfordernd waren. Daher ein klares Ja zur Nachvollziehbarkeit und Nein zum Bauern-Bashing."

Schmuckenschlager: Kein Import von Intransparenz

"Unsere bäuerlichen Familien erbringen im Rahmen des Österreichischen Agrarumweltprogramms seit vielen Jahren freiwillig Naturschutzleistungen. Diese Maßnahmen werden in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik ausgebaut. Damit wird in Österreich auch weiterhin Transparenz und Kontrolle im Pflanzenschutz sichergestellt - eine Qualität, die sich weltweit sehen lassen kann", betont Schmuckenschlager. "Ganz anders ist die Situation bei importierten Agrarprodukten und Lebensmitteln. Die Einfuhr von Produkten heißt auch Import von Intransparenz, denn es ist unmöglich, für importierte Erzeugnisse Transparenz beim Pflanzenschutz herzustellen. Es muss in unser aller Interesse sein, auf die österreichische und europäische Landwirtschaft zu setzen und diese zu stärken. Nur dann können wir uns auch in Zukunft auf höchste Standards und Qualitäten verlassen."

Waldenberger: Trotz Vorreiterrolle weitere Verbesserungen angestrebt

"Die heimische Landwirtschaft bekennt sich zu ihrer hohen Verantwortung in der Lebensmittelproduktion. Pflanzenschutzmittel sind oft erforderlich, um die von Konsumenten und Handel geforderte Lebensmittelqualität sicherzustellen. Auch wenn in Österreich in den letzten Jahren schon sehr viel erreicht wurde, arbeiten wir weiterhin daran, mit Fruchtfolge, Züchtung, innovativen Anbau- und Ausbringungsverfahren den Pflanzenschutz in Zukunft noch effizienter und zielgerichteter zu betreiben. Das ist auch ein Kerninhalt der LK-Bildungs- und Beratungsangebote im Pflanzenbau. Auf diesen Schwerpunkt zielt auch die LK-Warndienst-Onlineplattform ab, um Pflanzenschutz punktgenau dann einzusetzen, wenn Schädlinge und Pilzkrankheiten auftreten", erklärt Waldenberger. "Es sollte aber auch zur Kenntnis genommen werden, dass im Hinblick auf die geplante Umsetzung des Green Deals die österreichische Landwirtschaft in Bezug auf Pflanzenschutzmitteleinsatz, Düngerreduktion und Bio-Anteil auf EU-Ebene als Vorzeigebeispiel diskutiert wird." (Schluss) - APA OTS 2022-02-02/09:21
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