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22.01.2021

Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft fixiert

Köstinger: Gesamtvolumen beträgt 60 Mio. Euro - Anträge ab 15. Februar möglich

Wien, 22. Jänner 2021 (aiz.info). - "2020 war ein herausforderndes Jahr für die österreichische Landwirtschaft. Zusätzlich zu oftmals ohnehin schwierigen Rahmenbedingungen hat die Corona-Krise einzelne Branchen, vor allem durch die Schließung der Gastronomie und Hotellerie, besonders schwer getroffen. Zum Teil sind die Umsatzeinbußen und Verluste existenzbedrohend. Mit dem 'Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft' setzen wir jetzt eine wirksame Maßnahme zu Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern", teilt Bundesministerin Elisabeth Köstinger mit. Das Gesamtvolumen dieses Verlustersatzes beträgt 60 Mio. Euro. Einkunftsverluste aufgrund COVID-bedingter Einnahmenausfälle können damit teilweise ersetzt werden. Diese Unterstützungsmaßnahme wurde in intensiven Verhandlungen des Agrarressorts mit Vertretern der Landwirtschaftskammer und des Bauernbundes geschaffen und kann ab 15. Februar 2021 beantragt werden.

Die Betriebe und Betriebszweige in der österreichischen Landwirtschaft sind unterschiedlich hart durch die Corona-Krise vom Einbruch ihrer Absatzmöglichkeiten betroffen. Der Verlust wird für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Übersteigt dieser pauschal errechnete Verlust eine bestimmte Höhe, werden 70% des errechneten Verlustes als Förderung gewährt.

Voraussetzungen für den Verlustersatz

Für die Beantragung dieser Unterstützung gelten folgende Voraussetzungen: Der landwirtschaftliche Betrieb hat im Betrachtungszeitraum von Oktober 2020 bis März 2021 einen entsprechenden Verlust erlitten. Ein Verlust von zumindest 30% des Deckungsbeitrages ist Voraussetzung für den Zuschuss (für die Weinwirtschaft gibt es ein eigenes Berechnungsmodell). 70% des pauschal ermittelten Einkunftsverlustes werden als Zuschuss gewährt. Es handelt sich dabei um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Die beihilfenrechtliche Grenze der EU liegt bei maximal 100.000 Euro für jeden landwirtschaftlichen Primärproduzenten. Die Beantragung und Abwicklung dieser Maßnahme erfolgt über die Agrarmarkt Austria (AMA).

Köstinger: Stehen auch in schwierigen Zeiten zu bäuerlichen Familienbetrieben

"Viele Bäuerinnen und Bauern sind massiv von einbrechenden Absätzen betroffen, weil Gastronomie und Hotellerie infolge der Corona-Krise geschlossen haben. Sie brauchen unsere Hilfe. Mit dem Verlustersatz für indirekt betroffene Betriebe in der Landwirtschaft lindern wir existenzielle Nöte und fangen die größten Verluste auf. Wir stehen zu unseren bäuerlichen Familienbetrieben - gerade in schwierigen Zeiten. Die Hilfen sollen möglichst schnell, einfach und direkt bei den betroffenen Betrieben ankommen", betont Köstinger. Schweinebauern und Weinwirtschaft seien besonders stark betroffen, große Verluste gebe es aber auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen. Der Verlustersatz könne von allen Landwirten beantragt werden, die unter den entsprechenden Verlusten massiv leiden.

Moosbrugger: Wirksame Hilfe, um Produktion auch weiterhin zu gewährleisten

"Die Landwirtschaft ist eng mit der Gastronomie, dem Tourismus und der gesamten Lebensmittelindustrie verflochten. Sie stellt die Grundprodukte für diese wichtigen, aber von der Corona-Krise enorm betroffenen Wirtschaftszweige zur Verfügung. Die Krise trifft daher die Landwirtschaft ebenso heftig, insbesondere pauschalierte bäuerliche Betriebe. Nun hilft die Bundesregierung mit dem Verlustersatz besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern", begrüßt Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, diese Maßnahme. "Insgesamt stehen 60 Mio. Euro dafür zur Verfügung. Wir bieten all jenen landwirtschaftlichen Branchen, die besonders schwer unter Absatz- und Einkommensproblemen als Folge der Corona-Krise leiden, Hilfe an und unterstützen unsere Betriebe dabei, die Produktion auch weiterhin zu gewährleisten", so Moosbrugger.

Strasser: Praxistaugliche Lösung für indirekt betroffene Betriebe

"Was sich bereits im ersten Lockdown abgezeichnet hat, ist im zweiten harten Lockdown leider bittere Realität geworden. Veredelungsbetriebe haben durch den Wegfall der Abnehmer in Gastronomie und Hotellerie mit herben Absatzverlusten zu kämpfen. Dieses Problem haben wir bereits im Herbst aufgezeigt. Nun freut es mich, dass eine praxistaugliche Lösung für diese indirekt betroffenen Betriebe in der Landwirtschaft möglich gemacht wurde", erklärt Bauernbund-Präsident und Obmann des parlamentarischen Landwirtschaftsausschusses, Georg Strasser. "Mit dieser Maßnahme können wir den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Betrieben unter die Arme greifen. Der Verlustersatz kann grundsätzlich von allen Betrieben beantragt werden, die dementsprechende Einbußen nachweisen können. Ich bedanke mich dafür bei der gesamten Bundesregierung, vor allem bei Ministerin Köstinger", so Strasser.

Seitinger: Wertvolle Unterstützung für Bäuerinnen und Bauern

"Viele unserer bäuerlichen Betriebe sind massiv von den Corona-Auswirkungen betroffen. Mit diesem Hilfspaket können zahlreiche Existenzen gerettet werden, und es ist ein wichtiger Schritt für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln", ist der aktuelle Vorsitzende der Agrar-Landesräte, Hans Seitinger, überzeugt. "Das Ausbleiben von Millionen Gästen im Tourismus und das Schließen der Gastronomie führte in vielen Bereichen zu einem Absatzeinbruch und einem enormen Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte. Ich danke der Bundesregierung mit Kanzler Sebastian Kurz und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger für diese wertvolle Unterstützung unserer Bäuerinnen und Bauern", unterstreicht Seitinger.

Hiegelsberger: Bundesregierung unterstützt rentable und zukunftsfähige Tierhaltung

"Oberösterreich trägt mit 40% der heimischen Schweineproduktion und 30% der Rinderhaltung wesentlich zur Ernährungssouveränität in Österreich bei. Die Corona-Pandemie hat aufgrund des Ausfalls der Gastronomie und des Tourismus zu schweren wirtschaftlichen Verlusten auf unseren Betrieben geführt. Die aktuelle Verlängerung des Lockdowns hat die Situation noch einmal verschärft", erklärt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. "Wir haben daher in den vergangenen Wochen intensiv an einem unbürokratischen und praktikablen Verlustersatz gearbeitet, um keine Betriebe aus der Produktion zu verlieren. Der Verlustersatz für indirekt betroffene Landwirte ist ein klares Zeichen der Bundesregierung für eine rentable und zukunftsfähige Tierhaltung in Österreich", sagt Hiegelsberger. Die bäuerlichen Familienbetriebe sollten nach dieser Krise wieder positiv in die Zukunft blicken können.

Schmuckenschlager: Winzer von Gastro-Lockdown besonders betroffen

"Die Bäuerinnen und Bauern sichern die Lebensmittelversorgung im Land. Das tun sie zu jeder Zeit, darauf kann sich jeder Einzelne verlassen. Unsere bäuerlichen Betriebe müssen sich deshalb darauf verlassen können, dass auch sie berücksichtigt werden, wenn es um staatliche Hilfe geht. Mit der geplanten Unterstützung der Agrarsparten passiert das nun. Sie soll vor allem jenen Bäuerinnen und Bauern helfen, die besonders hart betroffen sind. Dazu zählen etwa jene Betriebe, die Zulieferer der Gastronomie und Hotellerie sind und deren Produkte zu einem guten Teil im Außer-Haus-Verzehr Absatz finden. Dazu zählt auch der Wein. Die Winzerinnen und Winzer sind sehr innovativ, um die Vermarktung ihrer Weine aufrechtzuerhalten. Es braucht aber auch finanzielle Unterstützung, um die durch den Lockdown verursachte Lücke zu verkleinern", betont Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager. (Schluss)