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14.06.2021

Urlaub am Bauernhof nach ausgefallener Wintersaison optimistisch für den Sommer

Köstinger, Moosbrugger und Hörtnagl: Vielversprechende Innovationen für Höfe und Gäste

Wien, 14. Juni 2021 (aiz.info). - Mit einer Fülle an naturnahen, innovativen Angeboten startet Urlaub am Bauernhof (UaB) nach einem schwierigen Corona-Jahr 2020 beziehungsweise dem Komplettausfall der Wintersaison 2020/21 optimistisch in den Sommer. Die vergangenen Monate wurden bestens genützt, um einerseits weitere Zukunftsperspektiven für die bäuerlichen Vermieter zu schaffen und andererseits neue Gäste für den ländlichen Tourismus fernab der Massen zu begeistern, erklärten Landwirtschafts- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und UaB-Bundesobmann Johann Hörtnagl heute bei einem Pressegespräch in Wien.

Köstinger: Gäste und Gastgeber können optimistisch in die Sommersaison starten

"Die vergangenen Monate waren für den österreichischen Tourismus extrem schwierig. Auch die Urlaub am Bauernhof-Betriebe waren besonders stark betroffen. Sie haben im Pandemiejahr 2020 gut ein Fünftel ihrer Nächtigungen verloren. Aber wir alle können unsere kleinen, familiengeführten Betriebe unterstützen, indem sich möglichst viele für Ferien auf einem Bauernhof entscheiden", so Köstinger. Der Appell zu einem Urlaub in der Heimat hat den Betrieben bereits im Vorjahr geholfen: Das Buchungsplus in der gesamten Ferienhotellerie lag im Juli bei 15%, im August bei 22% und im September bei 13%. Und auch die Zahlen für den Sommer 2021 stimmen optimistisch: So planen 79% der Österreicher eine Reise, davon wollen 54% ihren Urlaub in Österreich verbringen. Die Deutschen sind ebenfalls in Urlaubsstimmung: 13% jener, die verreisen wollen, wählen Österreich als Zielort.

Außerdem verspricht die Ministerin für nächsten Monat weitere Erleichterungen - demnach sollen ab 1. Juli "die letzten Einschränkungen" fallen. "Gäste und Gastgeber können also optimistisch in eine sichere Sommersaison blicken. Weiterhin gelten natürlich die 3G-Regeln - getestet, geimpft, genesen. Entscheidend ist: Mit den 3Gs kommen wir zum vierten G, das ist der Genuss", so Köstinger.

Moosbrugger: Trotz Nächtigungsrückgangs viele positive Signale

Dass die UaB-Betriebe 2020 mit einem 20%igen Nächtigungsrückgang gegenüber 35,9% beim Gesamttourismus besser durch die Krise mit ihren Lockdowns gekommen sind als andere Teilbereiche, führt Moosbrugger primär auf die naturnahen, kleinstrukturierten sowie persönlichen Angebote und den Erlebnisfaktor Bauernhof zurück.

Laut einer aktuellen Karmasin-Untersuchung (Mai 2021) wünschen sich die Gäste im Urlaub "Tradition und authentische, ursprüngliche Erlebnisse", sie möchten "sinnhaft" reisen. Wer einen "Urlaub wie damals" sucht, liegt mit Ferien am Bauernhof also genau richtig.

Tourismus mit Mehrwert

"Außerdem sind Urlaub am Bauernhof-Betriebe echte Brückenbauer zwischen Landwirtschaft und Konsumenten. Sie sind Leitbetriebe, die jährlich 2 Mio. Gästen vorleben, wie man verantwortungsvoll mit Menschen, Tieren, Natur und Lebensmitteln umgeht. Sie führen ihnen den enormen Mehrwert der Land- und Forstwirtschaft vor Augen und geben ihren Gästen auch das Gefühl, sich beim Einkauf heimischer Qualitätsprodukte ein Stück Urlaubsglück und Nachhaltigkeit nach Hause holen zu können", betonte Moosbrugger.

Er sieht darin einen Mehrwert in mehrfacher Hinsicht: Neben der Bewusstseinsbildung bei den Gästen für die bäuerliche Arbeit und die landwirtschaftlichen Produkte bringt diese Wertschätzung auch Wertschöpfung bei den UaB-Betrieben selbst, die im langjährigen Schnitt 36% ihres Hofeinkommens aus diesem Betriebszweig erwirtschaften. Außerdem leisten die bäuerlichen Vermieter einen Beitrag für die vor- und nachgelagerten Partner der regionalen und touristischen Wertschöpfungskette.

"Abgesehen vom Wirtschaftlichen profitieren die Bauern und Konsumenten aber ebenso persönlich vom verstärkten Kontakt. Das verdeutlichen auch die Ergebnisse der kürzlich von der ARGE Bäuerinnen präsentierten KeyQUEST-Umfrage. Demnach fühlen sich gerade Urlaub am Bauernhof- und Direktvermarktungs-Betriebe spürbar mehr von der Bevölkerung geschätzt als andere Teilbereiche. Sie werten ihr Image positiver und realistischer, Selbstbild und Fremdbild passen besser zusammen. Urlaub am Bauernhof-Betriebe sind somit mehr denn je wichtige Botschafter für Landwirtschaft, Lebensmittel und Lebensfreude", so der Präsident.

Hörtnagl: Gesellschaftliche Trends für innovative Angebote genützt

Der Verband Urlaub am Bauernhof hat in der bisherigen Corona-Zeit den Kontakt zu den Mitgliedern und den Gästen aufrechterhalten und beide Seiten umfassend auf dem Laufenden gehalten, wie Hörtnagl mitteilte. Gleichzeitig wurden neue gesellschaftliche Impulse aufgegriffen und in konkrete Angebote verwandelt, wie etwa besondere Übernachtungsmöglichkeiten in Bienenwaben und auf Heuschobern, wie sie derzeit in Kärnten finalisiert werden. Ferner wurden neue zielgruppenspezifische Angebote wie "HOFoffice statt Homeoffice" und "Urlaub mit Hund" geschaffen.

Die Überarbeitung der Homepage ermöglicht den Gästen außerdem eine noch individuellere Suche und präsentiert ihnen rasch und einfach ihren Wunschbauernhof. Erleichterungen für die UaB-Betriebe bietet die neue Vermieter-App, die Bäuerinnen und Bauern ein müheloses Steuern von Homepage-Inhalten, Anfragen und Buchungen mit dem Handy ermöglicht. Außerdem können Hof-Besonderheiten noch besser und bequemer als bisher hervorgehoben und Bilder - quasi vom Traktor aus - in den Social-Media-Kanälen gepostet werden. "Urlaub am Bauernhof soll sowohl für Gäste als Quelle einzigartiger Unterkünfte im ländlichen Raum als auch für neue Vermietergenerationen attraktiv sein", schloss Hörtnagl.

Pro Jahr werden rund 2 Mio. Gäste auf bäuerlichen Betrieben beherbergt, davon rund 500.000 Kinder. 2.178 Betriebe mit insgesamt 26.584 Gästebetten sind Mitglied in einem der acht UaB-Landesverbände. Im Schnitt erwirtschaften die Betriebe ein Drittel des Hofeinkommens mit diesem Betriebszweig. (Schluss) wol - APA OTS 2021-06-14/11:00