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13.07.2020

US-Landwirtschaftsministerium reduziert globale Ernteschätzungen

An internationalen Terminbörsen profitiert lediglich Weizen - Mais, Soja und Raps verlieren

Wien, 13. Juli 2020 (aiz.info). - Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) revidiert in seinem WASDE-Bericht vom Juli die weltweiten Ernteschätzungen von Weizen und Ölsaaten, insbesondere aber die von Mais, nach unten. Damit sinken auch die Endbestandsprognosen. Die um knapp 30 Mio. t zum Vormonat kleiner geschätzte Maisproduktion geht fast zur Gänze auf das Konto der USA. Beim Mais kommt es in den Vereinigten Staaten im Gegensatz zum Rest der Welt dennoch zu einem deutlichen Bestandsaufbau, der schmelzende Lagerstände in anderen Regionen mehr als aufwiegt. Die WASDE-Berichte gelten als wichtigstes Stimmungsbarometer an den internationalen Terminbörsen. Dennoch verhalf der jüngste Bericht lediglich den Notierungen des Weizens Soft Red Winter an der CBoT in Chicago am Freitag zu Kursgewinnen. Mais und Sojabohnen in Chicago verloren. Ebenso schloss der Weizen an der Pariser Euronext am Freitag mit leichten Verlusten, hielt aber dennoch einen Wochengewinn. Am Montagmittag hielten sich die europäischen Weizenfutures knapp im neutralen Bereich - der September-Termin bei 187 Euro/t und der Dezember bei 187,75 Euro/t, während Raps mit dem Sojakomplex mit zu den Verlierern zählte und am Montagmittag bei 382,50 Euro/ zur Lieferung im August war.

Mais und Soja halfen an der CBoT auch am Freitag vom US-Agrarressort verkündete Rekordkäufe Chinas nicht, wohingegen die USA überraschenderweise auch größere Mengen Weizen in das Reich der Mitte verkauften. In die weltweite Weizenbilanz setzt der Report zwar größere Anfangsbestände und einen kleineren Verbrauch als vor Monatsfrist ein, aber gleichzeitig auch noch geringere Produktionszahlen für die EU, die USA, Marokko und Russland. Daraus resultiert die zum Juni um 1,3 Mio. t reduzierte Prognose für die Weizenendlager 2020/21. Allerdings bezieht der WASDE-Bericht noch nicht mittlerweile gesenkte Schätzungen der Weizenernten in der Ukraine oder in Argentinien mit ein und geht auch in der EU noch von höheren Produktionszahlen als die meisten anderen aktuellen Schätzungen aus. Im Gegensatz zur großzügigen weltweiten Weizenversorgung mit fast 42% Lageranteil am Verbrauch, stellt sich die Weizenbilanz der EU mit lediglich knapp 10% äußerst eng dar. Die gegenüber dem Vorjahr um 10% kleinere Weizenernte der Union von 139,50 Mio. t schmälere vor allem das Exportpotenzial von zuletzt 38 Mio. t auf 27 Mio. t.

Vor allem in den USA und in der EU soll ein großes und billiges Maisangebot Weizen in der Verfütterung verdrängen. Zu den nach unten revidierten Weizenendbeständen merkt der WASDE-Bericht an, "aber sie bleiben auf einem Rekordhoch, wobei China und Indien für 51% respektive 10% der Gesamtmenge stehen".

Erstmalig seit Jahren Wiederaufbau - Globaler Maisbestand geht auf Konto der USA

Während das USDA die US-Maisernte zum Vormonat um 25,27 Mio. t kleiner schätzt, fällt sie mit 381,02 Mio. t noch immer um 35,13 Mio. t größer als im Vorjahr aus. Damit findet der ersten globale Bestandsaufbau von Mai seit Jahren maßgeblich in den USA statt, während der Report die Prognosen für China, Argentinien, die EU, Kanada und Mexiko senkt. Vor allem Chinas Protein- und Futterbedarf soll sich 2020/21 schneller als erwartet erholen.

Für Ölsaaten ist ein globaler Bestandsabbau angesagt, weil unter anderem auch die Rapserzeugung nun kleiner geschätzt wird. Bei den Endlagerprognosen werden zum Vorbericht kleiner angesetzte Bestände zum Teil von höher geschätzten US-Sojalagern aufgewogen. (Schluss) pos

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